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Welchen Comic lest ihr gerade?

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Timo:
hast du den Comic gehabt, oder ausgehend von den zwei Bildern?

Greifenklaue:

--- Zitat von: alexandro am 28.01.2015 | 21:09 ---Ich habe Probleme mit solchen Sachen, so auch hier: die Zeichnungen sind mir zu undynamisch (besonders wenn, wie hier, mit Öl(götzen) gearbeitet wird) und es insgesamt immer entweder zuviel "Text-Dump" oder zuviel "Wir wollen unser tolles Kunstwerk doch nicht mit häßlichen Sprechblasen verunstalten!"  :q

--- Ende Zitat ---
Ich glaube, ich weiß was Du meinst, hatte aber bisher nicht das Gefühl, dass das eine oder das andere zutrifft bzgl. des Textes.

Fehlende Dynamik: Ja, da könnte ich evtl. mitgehen (innerhalb der einzelnen Bilder), ich vermisse sie hier aber auch nicht. Die gesamte Story entwickelt schon eine ordentliche Dynamik und ist ordentlich phantasieanregend. Insbesondere von Seite zu Seite springt die Handlung auch beizeiten voran oder wechselt den Schauplatz. Das lässt sich hier natürlich schwer darstellen.

Greifenklaue:
El Mercenario #2-#5

Die Formel des Todes
Die vier Prüfungen
Das Opfer
Die Festung

Gefallen mir alle vier sehr gut. Klostos aus dem ersten Teil wird zum Anthagonisten, der immer wieder versucht, das geheime Kloster zu vernichten. Aber immer abwechslungsreiche, handfeste, episch bebilderte Geschichten.

Durchgehend 4,75 von 5 Drachenreiter.

alexandro:

--- Zitat von: Greifenklaue am 29.01.2015 | 12:29 ---Insbesondere von Seite zu Seite springt die Handlung auch beizeiten voran oder wechselt den Schauplatz. Das lässt sich hier natürlich schwer darstellen.
--- Ende Zitat ---

Ich denke da liegt der Hund begraben: ich möchte etwas mehr "Sequenz" in meiner "sequenziellen Kunst". D.h. keine wirren Sprünge zwischen Gemälden, sondern die Darstellung von Abläufen und Entwicklungen. Das ist etwas, was amerikanische Comics (durch viele Jahrzehnte trial-and-error) perfektioniert haben, frankobelgische Zeichner haben das (bis auf wenige Ausnahmen) nie gelernt oder sperren sich aus... Gründen... dagegen.

Wären frankobelgische Comics ein Film, dann hätten sie sicherlich tolle Schauspieler, Ausstattung und Regie. Das alles nützt aber recht wenig, wenn das Werk durch den Schnitt komplett verhackstückelt wird.

alexandro:
Beispielhaft für schlechte Sequenz (ab Panel 3):
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Vollkommen abgehackt, inkonsistentes Erzähltempo, orientierungslos (besonders peinlich: der stümperhafte "Zeilenumbruch" im Sprung) usw. usf.

Damit die Szene funktioniert, hätte man mehr Panels gebraucht. Oder weniger Panels (Panel 3 ist eigentlich überflüssig). Oder anders angeordnet (zwischen Panel 8 und 9, damit der Leser beim lesen die Bewegung nachvollzieht). Oder andere Größen (lange Panels für die Reise, um den Zeitraum zu verdeutlichen, den sie ohne Wasser unterwegs sind). Irgendwas, nur nicht so.

Insgesamt sieht es so aus, als ob sich Hergé nicht wirklich Gedanken über Seitenaufteilung gemacht hat - jedes Panel steht erstmal für sich und wird dann halt stumpf aneinander gereiht. Und Tim und Struppi (und Asterix, Lucky Luke u.ä.) gehören noch zu den Sachen, welche ich (vergleichsweise) gerne lese - bei Jodorowski z.B. ist das alles noch viel schlimmer:
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Zum Vergleich: schau dir mal an, wie hier die Handlungsentwicklung (speziell das Verstreichen der Zeit) dargestellt wird:
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