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Welchen Comic lest ihr gerade?

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Timo:
Vergessen wir Usagi Yojimbo bitte nicht, gute Sequenz (so minimal wie es geht aber perfekt) und gute Stories.

Darius der Duellant:

--- Zitat von: alexandro am  1.02.2015 | 05:41 ---Sa
Sandman = Superheld?  ::)

Offensichtlich hast du wirklich begrenzte Ahnung, wovon du da sprichst (was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht). Die Serie hat damals den Benchmark in Sachen graphisch anspruchsvoll gesetzt und tut dies (in der jüngsten Fortsetzung) noch immer.

Und ich ziehe die klare Linienführung und das Detailreichtum eines "Y - The Last Man" jederzeit dem minimalistischen Tintengekleckse eines "Borgia" vor.

Ich glaube das war ein englischsprachiges Batman-Heft, kann aber sein, dass ich mich da falsch erinnere.

--- Ende Zitat ---

Die grobe Kelle brauchst du hier gar nicht schwingen.
Sandman mag kein stereotyper Spandexarier sein, vom Typus passt er aber wunderbar in die Superheldenklassifizierung des einsammen Kämpfers mit übermenschlichen Kräften.

Kurzer Rant Über die (nicht von dir angesprochene) inhaltliche Qualität:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Und /anspruchsvoll/ sind die Geschichten insofern, als dass sie perfekt ins Beuteschema von allerhöchstens geringfügig überdurchschnittlich intelligenten Jugendlichen in der Selbstfindungsphase passen.
So grad perfekt für die Hörer von voll mysthischem und tiefem Metall/Gothic bzw die dark-cool Kids der prä-Rowling Generation...

Was die gesetzten Maßstäbe angeht:
Kommt immer drauf mit was man das ganze vergleicht.
Sicher, verglichen mit 08/15 Capeshit und den dort dargestellten Missgestalten mit wirrer Anatomie oder den meisten Westmarktmangas ist das Zeug ganz gut gezeichnet
Absolut gesehen auch nicht schlecht.
Aber Weltklasse?
Ne lass mal. Die ganzen Gesichtsposen, und grad im letzten deiner Bilder diese wirr durchmixten Stile...


Wers hingegen wirklich drauf hat:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Wobei die Diskussion wahrscheinlich eh nicht viel bringt.
Ich sehe das wie meine Vorredner. An den Beispielpanels aus T&S ist abgesehen von dem einen das wirklich unnötig ist und dem daraus folgenden Zeilenbruch nichts falsch.
Die ganze Komposition in deinem Positivbeispiel hingegen langweilt mich von vorne bis hinten. Das ist so frisch und kreativ wie die Grundstruktur des ersten Bandes von Eragon.



--- Zitat von: korknadel am  1.02.2015 | 16:40 ---Ja, stimmt schon, bei den Amis ist krass viel Sequenzierungsabwechslung, während Franquin, Leo, Hermann, Buchet, Bourgeon,  Sfar, Giraud und Christin alle immer denselben Sequenzstiefel durchziehen.

Bei den Amicomics ist es halt wie beim Hollywoodfilm: alles ist perfekt, alle anderen stümpern nur.

@ gute Amicomics jenseits von Superhelden: auf Anhieb würde ich da Saga, Blankets und Habibi nennen. Bone sicher auch,  irgendwie. Und etliches von Richard Corben. Vieles harrt bei mir aber leider noch der Lektüre.


--- Ende Zitat ---

Ich geh mit deinen Empfehlungen eigentlich immer voll d'accord aber Saga fand ich mal nen unsäglichen Haufen Scheisse, tut mir leid.

(Zumindest gesetzt den Fall das die Empfehlung ernst gemeint war.
Der Beitrag enthält ja schon so ne kleine Spur Ironie, von daher bin ich mir nicht sicher :)

alexandro:

--- Zitat von: Lasercleric am  1.02.2015 | 11:39 ---Gibt es denn auch Probleme mit der aktuellen Sandman-Ausgabe auf Deutsch?
--- Ende Zitat ---

Nein, die ist gut. Bei den alten Ausgaben haben sie das Format auf A4 aufgeblasen, die Qualität der Farben verwässert und zusammenhängende Geschichten auf mehrere Bände aufgeteilt. War leider damals üblich, weshalb amerikanische Comics hierzulande einen eher schlechten Ruf haben (z.T. wurden gar die Cover von Stümpern neu gezeichnet, um mehr Charaktere unterzubringen).

@Darius:

--- Zitat ---Sandman mag kein stereotyper Spandexarier sein, vom Typus passt er aber wunderbar in die Superheldenklassifizierung des einsammen Kämpfers mit übermenschlichen Kräften.
--- Ende Zitat ---

Deine Aussage wird schon dadurch ad absurdum geführt, dass er nicht kämpft. Einsam ist er auch nicht, die Beziehungen die er pflegt (ob jetzt zu seinen Geschwistern oder zu ausgewählten Sterblichen) sind der Kern seiner Story (in manchen Geschichten steht er nichtmal im Mittelpunkt). Bleiben eigentlich nur die übermenschlichengottgleichen Kräfte, welche interessant umgesetzt wurden (vorher galt es als unmöglich spannende Geschichten mit einem Charakter zu erzählen, der im Wesentlichen alles kann - Gaiman gelingt dies jedoch vortrefflich).


--- Zitat von: Darius der Duellant am  1.02.2015 | 23:19 ---Wers hingegen wirklich drauf hat:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
--- Ende Zitat ---

Würg.

Detailarmes gekleckse. Nichtmal bewusst minimalistisch, sondern einfach nur einfallslos. Soviel Potenzial für eine lebendige Szenerie (Gesichtszüge, Mimik, Körperhaltung, Luftschiffdetails...) und so wenig davon genutzt (stattdessen einfach nur "überbelichtet"). Dazu dieser ultra-pretentious Dialog ("Du hast mich uns Vergessen und Undank bestraft...mit Abkehr!"), wie die Texte einer schlechten Screamo-Band.  :q


--- Zitat ---Kleine Beschwerde die mich schon beim ersten Bildvergleich störte: Jodorowsky ist der Autor der Serie Borgia(und hat soweit ich weiss noch nie irgendwas gezeichnet), Milo Manara ist der Zeichner
--- Ende Zitat ---

Fair enough. Manara mag ich nicht besonders (und zwar unabhängig von seinen Projekten - habe auch schon Ami-Comics gelesen, wo er gezeichnet hat).

Bei Borgia kommt es mir so vor, als könnte man in den dort dargestellten Räumlichkeiten könnte man OPs durchführen, so klinisch rein und frei von irgendwelchen Details sind diese. Ich fühle mich da nicht in die späte Renaissance/den frühen Barock versetzt, wo der Adel endlich seinen Prunk zeigen konnte, wenn alles in diesem Comic so spartanisch daherkommt.

korknadel:

--- Zitat von: Darius der Duellant am  1.02.2015 | 23:19 ---Ich geh mit deinen Empfehlungen eigentlich immer voll d'accord aber Saga fand ich mal nen unsäglichen Haufen Scheisse, tut mir leid.

(Zumindest gesetzt den Fall das die Empfehlung ernst gemeint war.
Der Beitrag enthält ja schon so ne kleine Spur Ironie, von daher bin ich mir nicht sicher :)

--- Ende Zitat ---

Mir hat Saga bisher (2 Bände habe ich gelesen) wirklich gefallen. Diesen Mix aus Star Wars und amerikanischer Soap mit einem minimalen Schuss Moebius fand ich auf eine popcornige Art sehr heiter und beschwingt. Und selbst die Zeichnungen, wiewohl sichtlich in kurzer Zeit hingerotzt und deshalb ohne jede Tiefe und/oder ausgearbeitete Hintergründe oder sonstigen Schnickschnack, haben immerhin eine angenehme Leichtigkeit. Fand ich viel ansprechender als Y the last man, bei dem mehrere Leseversuche meinerseits an den blutleeren Zeichnungen gescheitert sind.

Ansonsten war mein Beitrag natürlich todernst, denn auch alexandros letzte  Bildanalyse ist so treffend und nicht zuletzt so objektiv zwingend und ganz und gar un-ultra-pretentious formuliert, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt, als festzustellen, als dass Seron, Oger und Ledroit - zumindest im Vergleich zu wahrer Comickunst - allesamt einfalls- und detailarm klecksen und stinklangweilige Panelaufteilungen fabrizieren. Darin unterscheiden sie sich übrigens nicht von Schuiten und Sokal. Ich bin der letzte,  der sich überzeugenden und überzeugend vorgetragenen Argumenten verschließen würde.

Mit anderen Worten: hier wurde eine ganze Menge Unsinn geschrieben. Als könne man  Tous les matins du monde mit Königreich des Himmels vergleichen. Interessant ist es freilich, zu erfahren, weshalb dem einen das eine nicht und dem andere dasselbige doch gefällt, aber dieses mit Pseudoahnung getarnte Bashing ist doch fruchtlos.

Nocturama:

--- Zitat von: Greifenklaue am  1.02.2015 | 10:05 ---Manchmal ist es ja auch schlicht und einfach Geschmackssache ;)

--- Ende Zitat ---

Sehe ich auch so. Ich finde es immer etwas anstrengend, dass "gefällt mir nicht" sofort mit "ist Schund" gleichgesetzt werde muss und man sofort anderen Leuten mitteilen muss, warum sie badwrongfun haben. Ich finde es wesentlich sympathischer, enthusiastisch von etwas zu erzählen, was man total toll findet - und zwar ohne vergleichbare Dinge niederzumachen.

Abgesehen davon ist ein Comic nun mal die Summe seiner Teile. Sicher haben unterschiedliche Stile (teilt man die nun in frankobelgisch, USA und Japan ein oder in irgendwas anderes) unterschiedliche Stärken und Schwächen, aber a) machte eine Schwäche in einem Teil noch kein schlechtes Endprodukt und b) können auch Dinge wie statische Panels oder stereotype Charaktere im Kontext eines Gesamtwerkes sinnvoll und gut sein.

Aber eh, ich muss wahrscheinlich sowieso meine Mitgliedskarte im "Club der elitären Comicleser mit voll gutem Geschmack abgeben". In letzter Zeit habe ich nämlich am meisten Spaß an süßlichen Shoujo-Comics. Romance!  ヽ(*゜∀゜*)ノ


--- Zitat von: Timo am  1.02.2015 | 12:10 ---Wobei im direkten Vergleich, die Japaner die beste Sequenz haben müssen, da Manga für gewöhnlich auf einen sehr raschen Lesefluss abzielen.

--- Ende Zitat ---

Mangas sind da schon ziemlich gut drin, selbst die eher durchschnittlichen Hefte. Allerdings benutzen die auch viele Stilmittel, die man in westlichen Comics inzwischen eher selten findet - größere Panels, starke Nahaufnahmen, cartoonhafte Überzeichnung, erzählerische Soundeffekte und viele, viele weiße Flächen. Es wird davon ausgegangen, dass der Leser bekannte Elemente von alleine ergänzt.

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