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D&D 3.5 vs Pathfinder

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Smendrik:
Ich hab D&D 3.5 nie gespielt, hab aber die Grundbücher daheim. Momentan les ich mich grad durch die Eberron Kampagnenbücher und überleg evtl. eine Gruppe zu leiten.

Ich hab immer wieder gehört Pathfinder wäre die Fortsetzung von D&D 3.5. Was ist da dran? Wo sind die Unterschiede und wozu würdet ihr mir raten?

Vielen Dank wie immer im Vorhinein! :D

Tim Finnegan:
Kurzfassung: Pathfinder ist mehr oder weniger die 3,75. Meistens gleich, bei einigen Details anders, wobei hier die Charaktere im Schnitt noch etwas stärker sind als in der 3,5.
Die Frage die sich stellt ist eher die Frage nach dem Zusatzmaterial. Wenn dir das grundbuch ausreicht, kannst du gleich mit dem 3,5 PHB und Eberron loslegen, dann musst du auch nichts konvertieren.

Smendrik:
Was wäre denn zu konvertieren, mal ganz blöd gefragt..

Greifenklaue:
Es kommt auch immer darauf an, wieviel Arbeit Du Dir machen willst.

Im Prinzip kann man auch die einfachste Methode wählen und nix ändern. Dann wird man aber schnell merken, dass PF-Chars doch etwas mehr Bums haben als DnD 3.5-Chars.

Das kann einem nix ausmachen, man erhöht den HG leicht oder man greift zur zweiteinfachsten Methode, wo die NSC und Monster über ein paar wenige Punkte angepasst werden (mehr TP über ein Talent, ggf. weitere Talente). Da es schon zwei MHBs auf Deutsch gibt (und ein drittes auf englisch) kann man sich hier das Konvertieren oft sparen, wenn man die zur Verfügung hat.


Eberron hatte ja zudem einiges an eigenen Grund- und Prestigeklassen, da muss man gucken, ob die gegenüber den PF-Klassen nicht hinten anstehen.

Feuersänger:
Im Prinzip könnte man PF als eine sehr elaborate Hausregelsammlung für 3.5 bezeichnen.


--- Zitat von: Coldwyn am 21.06.2012 | 18:09 ---Kurzfassung: Pathfinder ist mehr oder weniger die 3,75. Meistens gleich, bei einigen Details anders, wobei hier die Charaktere im Schnitt noch etwas stärker sind als in der 3,5.

--- Ende Zitat ---

Um daran etwas anzuknüpfen:
- die Regeländerungen stecken oft echt sehr im Detail, und sind oft nutzlos wie ein Kropf. Manche PF-Ideen sind aber gut und auch in eine 3.5-Runde übernehmenswert (z.B. Sneak Attack gegen Untote).
- Vorsicht in Sachen Powerlevel: die Rassen und Klassen wurden größtenteils aufgewertet; auch und gerade solche Klassen, die überhaupt keine Aufwertung nötig hatten, wie Sorcerer oder Wizard. Das macht sich auf den ersten Blick in mehr Special Abilities bemerkbar, größeren Trefferwürfeln usw. Ein paar Klassen wurden auch generft, v.a. Cleric und Druid, aber die können's vertragen.
- Stark abgewertet wurden Feats. Man bekommt zwar mehr davon, aber sie bringen nicht so viel, und die stärksten 3.5er-Feats gibt es schlicht nicht. Was sich z.B. darin bemerkbar macht, dass kampforientierte Charaktere in PF um _Größenordnungen_ weniger Schaden raushauen als halbwegs optimierte 3.5-Chars.

Ferner sei noch angemerkt, dass 3.5 stark auf Multiclassing und insbesondere Prestigeklassen setzt, wohingegen die PF-Autoren Multiclassing mit phänomenaler Leidenschaft verabscheuen (wird ihnen zumindest nachgesagt). Fakt ist, dass es in PF nur sehr wenige PrCs gibt, und dafür eine unüberschaubare Archetypenlawine die PF-Gemeinde überschwemmt. Ein Archetyp ist dabei nichts anderes als ein Satz ACFs, also Alternative Class Features.

Das "Unique Feature" von 3.5 ist halt der enorme Optionsreichtum, der sich aus der gewaltigen Materialmenge ergibt - ich hab die genauen Zahlen nicht mehr parat, aber es sind insgesamt knapp 1000 (Prestige-)Klassensowie jeweils ca. 3000 Feats und Zaubersprüche. Da besonders effektive Kombinationen herauszufiltern, ist ein Meta-Spiel für sich. Bei PF wird glaub ich eher erwartet, dass man die vorgefertigten Pakete out of the box übernimmt und nicht groß zu optimieren versucht.

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