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Pathfinder Deutsch, taugt die Übersetzung?

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korknadel:

--- Zitat von: Tudor the Traveller am 17.08.2012 | 15:19 ---Die Doppeldeutigkeit, die ich meine, kommt von "to last", im Sinne von "andauern", "halten".

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: korknadel am 17.08.2012 | 14:53 ---Sogar die Doppeldeutigkeit ist noch erhalten, denn finis kann ja sowohl räumlich als auch im übertragen Sinn temporär gemeint sein. (Finistere ist zum Beispiel tatsächlich eine Ortsbezeichnung, während finis terrae genauso das Ende der Welt in der Zukunft bedeuten kann). Wenn man die zeitliche Bedeutung betont, dann hat man auch bei Finismur eine Assoziation zu einer Mauer, die bis zum Ende steht.

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Samael am 17.08.2012 | 15:26 ---Warum man da nicht einfach "Letztwall" genommen hat ist mir schleierhaft.

--- Ende Zitat ---

Weil es bescheuert klingt. Sprechende Namen sind halt dann gut, wenn sie sich gleichzeitig wie Namen und nicht einfach nur wie zusammengesetzte Vokabeln anhören. Und Letztwall passt halt nicht zu Freiburg, Königsstein, Travemünde und Ludwigslust. Finismur schon (vor allem zu ähnlichen lateinischen Städtenamen wie Interlaken oder Kemnat). Endwall würde auch passen (würde auch die Doppelbedeutung eher erhalten als Letztwall). Ich hätte ja, um die Prozent der Verwirrten auf 98% hochzutreiben, Ortwall genommen, denn Ort hatte im Mittelhochdeutschen noch die Bedeutung von Spitze, Ende.  ;D

Khouni:
90% halte ich für wahnsinnig übertrieben, so ziemlich jeder Abiturient sollte zumindest entweder Französisch (dies vermutlich auch die meisten Realschüler), Latein oder Spanisch zusätzlich zum Englischen gelernt haben - und in allen diesen Sprachen würde das funktionieren. Wir haben zB auch das Finale, wir sagen selbst "finish", murus bzw Mauer sollten klar sein, durch das Englische kennen wir "murals" als Wandgemälde...

Finismur finde ich super, die 1:1-Übersetzungen wie "Letztwall" klingen, wie Korknadel schon betonte, fürchterlich.

Und um dies zu beantworten:

--- Zitat ---Aber du verstehst offenbar meinen Punkt nicht. Mit derselben Begründung, wie du sie gibst, kann man dann auch veraltete Rechtschreibung und Grammatik bei Übersetzungen verwenden. Egal, vor 100 Jahren war das noch richtiges Deutsch, also zählt es...
--- Ende Zitat ---
... verweise ich nur auf die in englischer "Fantasy"-Literatur inflationäre Fehlnutzung von "thou", "thee", "thine" als ach so höherer Form von "you" - soweit ich weiß, waren dies einst nur vertrauten Gesprächspartnern vorbehaltene Anreden. Also unser du, dich, dein. "You" hingegen ist eher vergleichbar mit unserem "Ihr". Es gibt noch einige weitere Beispiele, wo gerne (teils frei erfundenes) "Altenglisch" benutzt wird, wie "ye olde magick shop".
Was ich sagen möchte: Wenn schon die Vorlagen sich solcher Floskeln mehr oder weniger sinnvoll bedienen, darf die Übersetzung das erst recht machen.
Und gerade bei Bezeichnungen, die etwas Antiquiertes haben sollen, da sie zB für alte Monumente gewählt werden müssen, kann ich die Nutzung von Latein oder älteren Sprachstufen des Deutschen nur unterstützen.

EDIT:: Ich kann Klagen über weitere Fremdsprachennutzung jedoch dann verstehen, wenn die Vorlage selbst sich "einheimischer" Begriffe anstelle von "Lehnwörtern" bedient. Wenn ich ein wildes, barbarisches Szenario habe und darin ein Wall beschrieben würde, so würde ich in der Übersetzung sicherlich bei einem solchen Begriff bleiben. Ursprünglich angel-sächsische Wörter haben im heutigen englischen Sprachgebrauch häufig einen archaischen Beiklang; Lehnwörter aus dem Französischen oder Lateinischen haben die Überhand ergriffen. Wenn also ein älterer, germanischstämmiger Begriff gewählt wird, könnte man dem Autoren unterstellen, bewusst zu dieser Form in Abgrenzung vom modernen (zB zu "gebildeten" oder nicht ausreichend "fremdartigen", "evokativen" oder sonstwie gearteten) Sprachgebrauch gegriffen zu haben.

Samael:

--- Zitat von: Khouni am 18.08.2012 | 14:10 ---Finismur finde ich super, die 1:1-Übersetzungen wie "Letztwall" klingen, wie Korknadel schon betonte, fürchterlich.

--- Ende Zitat ---

Finde ich eigentlich überhaupt nicht fürchterlich.

Halys:

--- Zitat von: Samael am 18.08.2012 | 20:32 ---Finde ich eigentlich überhaupt nicht fürchterlich.

--- Ende Zitat ---

Sehe ich genauso, etwas mehr Mut zur eigenen Muttersprache ist nicht verkehrt, zumal das Deutsche durch Komposita nun wirklich genug Möglichkeiten hat.

Tudor the Traveller:

--- Zitat von: Khouni am 18.08.2012 | 14:10 ---Was ich sagen möchte: Wenn schon die Vorlagen sich solcher Floskeln mehr oder weniger sinnvoll bedienen, darf die Übersetzung das erst recht machen.
Und gerade bei Bezeichnungen, die etwas Antiquiertes haben sollen, da sie zB für alte Monumente gewählt werden müssen, kann ich die Nutzung von Latein oder älteren Sprachstufen des Deutschen nur unterstützen.

--- Ende Zitat ---

Das ist ja aber bei "Lastwall" nicht der Fall. Da ist nichts altertümlich dran. Das sind zwei sehr häufige Wörter aus dem aktuellen Sprachschatz. Ganz im Gegensatz zu "Finis" und "Mur".

"Letztwall" klingt auch gar nicht fürchterlich. Es klingt nach einem typischen Namen für einen Fantasy-Ort. Die Karte von Golarion ist voll davon und bei allen anderen Namen scheint das kein Problem gewesen zu sein.
"Waldsend", "Weißthron", "Kaltherz", "Schwindlicht", "Hügelkreuz", "Narbwall"...

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