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übereinander Tragen von Rüstungen
Skele-Surtur:
--- Zitat von: SeelenJägerTee am 6.09.2012 | 12:14 ---Ja aber wann hast du schon unter Gefechtsbedingungen im 1:1 schon den idealen Treffer?
Wenn ich mich recht entsinne ist das gemeine an Hellebarde und Konsorten, dass du da viele Krieger mit recht billigen Waffen ausrüsten konntest. Wenn du jetzt einen Ritter hast der extremst teure Ausrüstung hat und die .... nehmen wir mal die Schweizer .... dafür 10 Eidgenossen mit Hellebarde aufstellen. Dann ist es ne Frage der Zeit bis die den vom Pferd gezogen haben, am Boden fixiert und einer halt die Dose öffnet.
Neben bei war Harnisch sicher auch nicht gleich Harnisch. Wenn man bedenkt wie teuer die waren und dass sich selbst viele Adlige die nicht leisten Konnten und deswegen im Kettenhemd aufgetaucht sind kann ich mir gut vorstellen, dass man im Zweifelsfall halt lieber nen billigeren Harnisch gekauft hat als gar keinen zu haben.
Aber selbst wenn ein Harnisch im Regelfall vom Messer durchschlagen worden wäre, ändert es nichts an meiner Aussage dass es unsinnig wäre jetzt noch die Platte doppelt so dick zu machen um sich vor dem Restrisiko zu schützen aber dann GARANTIERT am Hitzschlag zu verrecken.
So lange du keine Regeln für Gewicht und Hitzschlag hast ist es natürlich immer attraktiv unendlich dick zu stapeln. Wenn Gewicht und Hitze kein Problem sind würde ich natürlich 20 cm Stahl zwischen mich und den Feind bringen. Da mag dann zwar der Effekt des Stapelns vom Regelwerk her im Rahmen des möglichen realistisch perfekt abgebildet werden, aber das ignorieren von Rahmenbedingungen macht Stapeln halt unrealistisch attraktiv. Im Endeffekt ist der Effekt der darduch bei den SCs ausgelöst wird dann halt trotzdem absolut unrealistisch.
--- Ende Zitat ---
Ja, das stimmt natürlich. Ein idealer Treffer ist eine ziemlich seltene Sache. Ich glaube mich aber auch daran zu erinnern, dass die Platte sowieso so dick war, wie es gerade noch irgendwie vernünftig war. Wenn du jemandem praktisch zwei Platten aufpflanzt, geht da nicht mehr viel.
Leider sind meine einzigen Vergleichwerte... LARPs. Und da gibt es zwar auch kräftige Jungens, aber mit einem wirklichen Plattenträger, der damit in echte Schlachten gegangen ist (und lebend wieder rauskam) würde ich die nicht vergleichen wollen. Nur bei denen ist das schwerste, was ich jemals mitbekommen habe eine authentische Plattenrüstung über einem authentischen Kettenhemd. Und der ist ohne Hilfe nicht wieder hochgekommen. Wie gesagt, ich würde nicht ausschließen, dass das bei einem geübten Berufsplattenträger anders aussieht.
--- Zitat von: YY am 6.09.2012 | 15:56 ---Die Aussage fiel im Kontext Schwerter bzw. Hieb- und Stichwaffen.
Damit kann man sich quasi beliebig lange an der Platte versuchen, ohne einen nennenswerten Effekt zu erzielen.
--- Ende Zitat ---
Oh, hatte ich überlesen. In dem Kontext nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil
Gummibär:
Ich hab mal ne Dokumentation gesehen, wo ein Hellebardenangriff von oben auf den Helm das Ende des Helmes (und des Trägers, wenn einer drin gesteckt hätte) war. Das wurde dort als Standardfall ausgegeben, glaube ich.
@ YY
Für die Auswirkungen der Rüstung müsste man also zwischen drei(?) Fällen unterscheiden: 1. Hauptzone 2. Schwachstelle (da wo eine Plattenrüstung nur Kette hat) 3. Ungerüstete Stelle (Sehschlitz)
Je nach Rüstung sind die Auswirkungen dann unterschiedlich: Die Hauptzone einer Plattenrüstung wehrt bei Klingenwaffen allen Schaden ab, während die Hauptzone eines Gambeson den Schaden nur verringert. Bei einem Gambeson wird zwischen Hauptzone und Schwachstelle nicht unterschieden, da dieser ja nicht an bestimmten Stellen für bessere Beweglichkeit anderes Material benötigt, da er ja eh flexibel ist.
In welchen Buch befinden sich die entsprechenden GURPS-Regeln? (Gibts die aktuelle Edition eigentlich schon auf Deutsch?)
--- Zitat von: YY ---Zum Zweiten müsste ein hypothetischer (fiktiver/"fantastischer") Angriff z.B. von einer Klingenwaffe, der die Platte durchdringt, mit so großer Durchschlagskraft wirken*, dass er von der wesentlich schlechter schützenden Kette in aller Regel auch nicht mehr aufgehalten würde - es sei denn, er käme gerade so durch die Platte und hätte dann nur noch wenig "Restenergie".
--- Ende Zitat ---
Und wo ist da das Problem? Die Durchschlagskraft wird von der Platte gesenkt, falls noch Durchschlagskraft übrig ist, dringt die Waffe weiter vor. Anschließend wird die Durchschlagskraft von der Kette gesenkt, falls keine Durchschlagskraft mehr übrig ist, wurde der Schlag aufgehalten, falls noch Durchschlagskraft übrig ist, geht der Schlag weiter.
Ob die Chance hoch ist, dass Kette den Schlag stoppt, ist egal, wichtig ist, dass die Kette, falls der Schlag dort ankommt, die Durchschlagskraft weiter senkt.
--- Zitat von: SeelenJägerTee --- So lange du keine Regeln für Gewicht und Hitzschlag hast ist es natürlich immer attraktiv unendlich dick zu stapeln.
--- Ende Zitat ---
Dass Bewegungseinschränkung und Gewicht nicht so dass Problem sind, war doch eigentlich der aktuelle Stand der Diskussion, oder?
Gibt es ein Rollenspiel, dass die Hitze entsprechend abbildet? (Meinetwegen auch über Gewichtsregeln. Aber eben nicht über generelle Bewegungseinschränkung normaler Rüstungen.)
MadMalik:
Lustigerweise gibt es einige historische Gambeson, bei denen die Ärmel nur angeschnürt sind, bzw nur oben herum angenäht. Weil sehr dicker Stoff der dann auch noch mehrlagig gefüttert ist, ist auch nicht so wunderbar mobil wie man sich das vieleicht vorstellt. Kurz, ein Gambeson kann ähnliche Schwachstellen aufweisen wie eine Plattenrüstung aus den selben Gründen, um die Mobilität des Trägers zu bewahren.
Über das Rüstungsstapeln will ich ja nichts mehr sagen, darum pack ich einfach mal ein kleines Video zum Harnischfechten mit Halbschwerttechnik rein. Vieleicht kann man's als Inspiration für Feats/Skills oder Kampfoptionen nutzen, die einem erlauben trotz schwerer Rüstung noch effektiv gegen den Feind vorzugehen.
OldSam:
--- Zitat von: Gummibär am 7.09.2012 | 10:34 ---In welchen Buch befinden sich die entsprechenden GURPS-Regeln? (Gibts die aktuelle Edition eigentlich schon auf Deutsch?)
--- Ende Zitat ---
Das Grundlegende dazu steht schon im normalen Basic Set der 4. Ed., um diesem Thread gerecht zu werden und möglichst viele Details zu historischen Rüstungen mit einbeziehen zu können, würde ich Low-Tech empfehlen (man nimmt dann sowieso nur das rein was einem gefällt).
Überdies, wenn man zudem auch ausgefeilte Kampfoptionen, verschiedene historische Kampfstile usw. sehr gerne mag, kann man das "Rundum-Glücklich-Paket" finalisieren mit dem Martial Arts Quellenbuch (ich find's ziemlich cool!)... :)
Leider gibt's die 4th Edition nicht auf Deutsch, falls das noch kommt, dauert es auf jeden Fall noch ziemlich lange, weil bislang kein Übersetzungsvertrag besteht. Das englische Material lässt sich aber relativ einfach lesen, ist gut verständlich und sehr prägnant geschrieben. Ich hatte ganz am Anfang auch meine Bedenken als ich von der deutschen 3e umgestiegen bin, aber es war in der Hinsicht kein Problem, hat aber dazu geführt, dass sich mein Vokabelschatz erweitert hat ^^
Geschätzt so Ende nächsten Jahres dürfte es allerdings zumindest mal die Lite-Version der 4e in offizieller Druckform auf Deutsch geben, weil die dann mit dem neuen Scheibenwelt-RPG (basierend auf einer angepassten GURPS-Lite-Version) zusammen kommen wird.
SeelenJägerTee:
--- Zitat von: Gummibär am 7.09.2012 | 10:34 ---[...]
Dass Bewegungseinschränkung und Gewicht nicht so dass Problem sind, war doch eigentlich der aktuelle Stand der Diskussion, oder?
Gibt es ein Rollenspiel, dass die Hitze entsprechend abbildet? (Meinetwegen auch über Gewichtsregeln. Aber eben nicht über generelle Bewegungseinschränkung normaler Rüstungen.)
--- Ende Zitat ---
Nur weil es bei der "normalen Stapelhöhe" nicht soooooooo das Problem ist heißt noch lange nicht, dass es nicht zum Problem wird wenn du weiter stapelst.
1 kg ist jetzt nicht so das Ding oder? Noch eins auch nicht aber noch eins und noch eins und ...
Du weißt worauf ich raus will.
--- Zitat von: Gummibär am 7.09.2012 | 10:34 ---Ich hab mal ne Dokumentation gesehen, wo ein Hellebardenangriff von oben auf den Helm das Ende des Helmes (und des Trägers, wenn einer drin gesteckt hätte) war. Das wurde dort als Standardfall ausgegeben, glaube ich.
[...]
--- Ende Zitat ---
Wie schon gesagt wenn dort direkt von Oben auf den Helm gehauen wird glaube ich das gleich. Aber im Gefecht wird der Plattenheini erst mal rumzuckeln.
Was wirklich interessant wird ist doch das Verhalten bei Treffern in einem nicht optimalen Winkel.
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