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Sind hochstufige D&D-Charaktere Superhelden?
tartex:
--- Zitat von: Feuersänger am 23.10.2012 | 10:59 ---Einigen Meinungen hier im Thread / in der Umfrage scheint ein logischer Fehlschluss zugrunde zu liegen, etwa nach der Argumentation:
"D&D-Charaktere sind mir zu mächtig, Superhelden sind mir zu mächtig, also sind D&D-Charaktere Superhelden."
--- Ende Zitat ---
Ja. Das scheint die Logik jener zu sein, die Superhelden als etwas primitives und ablehnenswerter sehen.
Meine Logik (und vermutlich all jener Leute in diesem Thread, die US-Comics mögen) ist eine völlig andere:
D&D-Charaktere auf hohen Stufen operieren auf einer in gewisser Weise ihrer Gesellschaft enthoben Position, während sie immer noch in dieser verwurzelt sind. Diese Position lässt sich mit jener von Comicsuperhelden vergleichen.
Vorgebrachtes Gegenargument: D&D-Helden sind nicht in ihre Gesellschaft verwurzelt. Sie ziehen einfach weiter in andere Regionen des Multiversums, wo sie wieder die kleinsten Fische im neuen, größeren Teich sind.
Aber so spiele ich nicht D&D. Ich sehe die Charaktere in ihrer Welt wachsen, bis sie eben im Kontext ihrer Welt Superhelden im Sinne der Comics sind.
Feuersänger:
--- Zitat von: tartex am 23.10.2012 | 11:18 ---Ja. Das scheint die Logik jener zu sein, die Superhelden als etwas primitives und ablehnenswerter sehen.
--- Ende Zitat ---
Bezüglich meines "Zitats" in dieser Form: nur wenn sie auch gleichzeitig D&D als etwas primitives und ablehnenswertes ansehen ("Powergaming").
Ich z.B. könnte genau andersrum argumentieren:
D&D mag ich, Superhelden mag ich nicht, also können D&D-Chars keine Superhelden sein.
--- Zitat ---Vorgebrachtes Gegenargument: D&D-Helden sind nicht in ihre Gesellschaft verwurzelt. Sie ziehen einfach weiter in andere Regionen des Multiversums, wo sie wieder die kleinsten Fische im neuen, größeren Teich sind.
--- Ende Zitat ---
Das kann man freilich so machen, muss man aber nicht. Auch wenn ich Planewalking cool finde, passt es doch nicht in jede Kamapgne. Das war auch hier im Thread nur von einigen Usern ein Argument; ich würde das so nicht unterschreiben.
Etwas generalisierter gesprochen ist aber wahr, dass sich D&D-Helden entsprechend immer größere Herausforderungen suchen. Dass die meisten wirklich hohen CRs auf anderen Ebenen zu finden sind, ist nicht unbedingt zwingend.
--- Zitat ---Aber so spiele ich nicht D&D. Ich sehe die Charaktere in ihrer Welt wachsen, bis sie eben im Kontext ihrer Welt Superhelden im Sinne der Comics sind.
--- Ende Zitat ---
Ja, weil du das so haben willst. Das macht es aber nicht allgemeingültig für D&D als solches.
tartex:
--- Zitat von: Feuersänger am 23.10.2012 | 11:31 ---Ich z.B. könnte genau andersrum argumentieren:
D&D mag ich, Superhelden mag ich nicht, also können D&D-Chars keine Superhelden sein.
--- Ende Zitat ---
Stimmt, ich habe auch eher diesen generellen Vibe hier empfunden. Ist aber auch nicht andersrum. Beide Argumente kann man verkürzen zu:
Superhelden mag ich nicht, also können D&D-Chars keine Superhelden sein.
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Feuersänger am 23.10.2012 | 10:59 ---Das ist ähnlich sinnvoll wie zu sagen "Formel 1 Autos sind schnell, Düsenjäger sind schnell, also sind Formel 1 Autos Düsenjäger". Auf die Idee würde niemand kommen.
--- Ende Zitat ---
Der Vergleich hinkt. Aber das weißt du ja wahrscheinlich selbst. Der Vergleich wäre ok, wenn man die notwendige Analogie mit einbezieht. Damit sind F1 Autos quasi die Düsenjäger unter den Landfahrzeugen. So wie hochstufige D&D-Chars die Superhelden unter den Fantasy-Figuren sind.
Das alles steht und fällt eben mit der Definition von Superheld. Aber diese Erkenntnis liegt ja schon lange vor.
Feuersänger:
--- Zitat von: tartex am 23.10.2012 | 11:44 ---Ist aber auch nicht andersrum. Beide Argumente kann man verkürzen zu:
Superhelden mag ich nicht, also können D&D-Chars keine Superhelden sein.
--- Ende Zitat ---
Versteh ich nicht.
Ich versuch mal es aufzudröseln:
Ansicht A:
"Superhelden mag ich nicht, D&D mag ich nicht, also sind DDCs Superhelden."
Ansicht B:
"Superhelden mag ich, D&D mag ich, also sind DDCs Superhelden."
Ansicht C:
"Superhelden mag ich, D&D mag ich nicht, also sind DDCs keine Superhelden."
Ansicht D:
"Superhelden mag ich nicht, D&D mag ich, also sind DDCs keine Superhelden."
A und B sind eindeutig Fehlschlüsse; C und D kranken zwar auch an starker Subjektivität, sind aber formal erstmal korrekt.
Problematisch (im logischen Sinne) wird es, wenn man sich über seine subjektiven Vorlieben womöglich gar nicht richtig im Klaren ist:
"Ich mag keine Rosinen, ich mag Osterbrot, also können die Dinger im Osterbrot keine Rosinen sein."
Aus diesem Grunde mache ich mir derartige Argumentationen nicht zueigen, sondern habe versucht, möglichst objektive Kriterien zu identifizieren, die Superheldentum ausmachen. Und bin insgesamt zu einem deutlich negativen Befund gelangt, mit nur wenig was dafür, und viel was dagegen spricht.
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