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Star Wars EpVII Spoilerparty

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Shield Warden:

--- Zitat von: YY am  3.02.2013 | 14:17 ---Kurz: Verzettelt und schlecht erzählt.

--- Ende Zitat ---

Na ja, du brauchst da nicht viel kürzen, viel mehr hast du im verlinkten Kommentar ja auch nicht gesagt. Vor allem ist das auch nur Meinung, oder legst du an anderer Stelle dar, wie und wo die handwerklichen Schwächen im Drehbuch sind? Abseits von deinem persönlichen Geschmack, versteht sich.


--- Zitat von: Fantomas am  3.02.2013 | 14:06 ---Man muss weder eine Kuh noch Milchproduzent sein um zu erkennen, wenn die Milch sauer ist. ;)

--- Ende Zitat ---

Die Erkenntnis, dass die Milch sauer ist, befähigt allerdings noch zu keinen Rückschlüssen über die Produktionsweise und etwaige Fehler dabei, dazu müsste man schon tiefer in der Materie sein, erst recht, wenn man das Ganze allein am Zustand / Geschmack der Milch ausmachen möchte. Das Problem ist, dass persönliche Meinung zum Zweck der Aufwertung mit einem Scheinmäntelchen des professionellen know-hows versehen wird. Das Einzige, was damit erzeugt wird, ist eine pseudo-objektive Meinung, die das Werk eines anderen diskreditiert, weil es persönlich nicht gefällt.

Es ist sogar durchaus möglich, dass sich der Geschmack verändert und dass Filme, die vormals schlecht wirkten, an Gehalt gewinnen und andersrum. Das liegt daran, dass die sehr subjektive Wertung hauptsächlich mit der Erwartungshaltung und dem Befinden beim Erleben bedingt wird. Wenn man aufhören würde, dann aus der Hosentasche Urteilsschlüsse über die handwerkliche Qualität zu üben, täte man denen, die es geschaffen haben und denen, denen es gefällt, einen größeren Gefallen, als ihnen allen quasi indirekt Inkompetenz und mangelnde Einsicht zu unterstellen.

So geschehen bei einigen Reviews und Rezensionen Jahre nach der Veröffentlichung, bei denen sehr viele Kritiker unabhängig voneinander feststellten, dass die schlechten Kritiken bei Release der neuen Triologie, vor allem Episode 1, hauptsächlich in Verbindung mit den teilweise absurd hohen Erwartungen standen.



--- Zitat von: Fantomas am  3.02.2013 | 15:02 ---Ich bin beispielsweise bereit, eine Szene zu vergessen, in der sich die Helden in einer Asteroiden-Höhle verstecken, die sich als gigantischer Weltraum-Wurm entpuppt. Die Sequenz ist zwar höchst überflüssig, passt nicht in den Ablauf und dient der Handlung nicht, da sie nirgendwo hin führt - aber sie ist wenigstens schnell vorbei. Da dauert die Episode mit den Ewoks schon wieder länger, aber die verwandeln sich wenigstens nicht von Waldschraten zu "Michse-Duse-superheftigen-Generälen", die plötzlich in Heeresstärke und mit Semi-Hightech-Kriegsgerät gegen alabasterfarbene Roger-Roger-Droiden antreten, die wie Meerschweine quietschend umfallen, wenn sie getroffen werden. Es gibt auch keine ausufernden Pod-Rennen mit nervenden Bälgern am Lenker und Gegnern aus der Muppet-Show oder Prinzipessinnen, die mal eben ohne erkennbare Ursache abkratzen, weil das halt für den Anschluss an Episode IV nötig ist.

--- Ende Zitat ---

Du schilderst mir sehr detailliert, warum du den Film nicht magst. Das alles sind aber keine Kriterien für ein Urteil über die handwerkliche Qualität.

Zu leicht könnte man die oft verteufelte Figur von Jar Jar oder die von dir als Muppetfiguren karikierten Elemente mit den nicht minder albernen Pendants der alten Filme vergleichen. Du schiebst dort einfach den Nostalgiefaktor ein, den "damals war das cool und neu" und überbrückst damit eine argumentatorische Lücke, die im Grunde keinen Greifpunkt findet, als das persönliche, ästhetische Empfinden. Das ist der Grund, warum teilweise bei Release unbeachtete und in den Boden gestampfte Filme Jahrzehnte später zu Kult werden, weil die Elemente mit externen Emotionen aufgeladen werden, vorwiegend mit Nostalgie. Schau dir Blade Runner an, ist das beste Beispiel zur Zeit.

Ein anderer könnte mit gleichem Fug und Recht behaupten, dass der Pod-Race sich in verneigender und sehr charmanter Weise an klassischen, dramaturgischen Mechanismen der Wagenrennen aus Ben-Hur anlehnt, die ja auch als Inspiration dienten, dass sich die Nebenfahrer und die hervorgehobene Figur des Sebulba nahtlos in die skuril-komische Welt der Star Wars Aliens (Jabba, anyone?) integrieren und dass Jake Lloyd einen frechen und glaubhaften "Auserwählten" spielt, der in seiner Königsdisziplin zur Höchstform aufläuft, Hindernisse und damit sich selbst überkommt. Und er hätte damit nicht weniger recht als du, noch würde er objektiver auf handwerkliche Details eingehen, da auch er nur eine Meinung widergeben würde.

Bevor man bei solchen Sachen, verklärt und in Rage gebracht, die saure Milch in die Tonne kloppt und in einer Rezension davon abrät die schlecht hergestellte Ware der Milchfirma zu trinken, könnte man auch einfach überprüfen, ob die Milch nicht deswegen sauer war, weil man sie zu lange offen im Kühlschrank hat stehen lassen.


Ganz allgemein halte ich es für ein Gerücht, dass die Drehbücher und Filme "schlechter geworden" sind - das ist wohl mehr so ein "früher war alles besser"-Argument. Ich glaube eher, dass sich die Wahrnehmung und die Erwartungen ändern.

Callisto:
Ich denke früher hat man die Kreativen eher machen lassen, heute versuchen die Produzenten viel mehr Einfluss zu haben und diese spielen auf Sicherheit. Ist auch kein Wunder, bei dem was die teils an Produktionskosten veranschlagen. Das gilt natürlich nicht für George Lucas, der einfach verkackt hat.

Shield Warden:
Die Produktionskosten sind im Maßstab gewachsen. Es gab im Filmbereich, vor allem in Hollywood, immer wieder Phasen, in denen die großen Studios auf Nummer Sicher gefahren sind. Erfolgskonzepte zu kopieren ist da ohnehin Tradition, man muss sich nur den Fortsetzungsboom aus den 80igern und 90igern angucken. Ich frag mich, wann "früher" denn die Drehbücher so viel besser gewesen sein sollen?

Sowas:

--- Zitat von: Lord Verminaard am  3.02.2013 | 19:18 ---Das erklärt aber m.E. nur unzureichend die in vielen heutigen Action-Blockbustern für meine Begriffe wirklich erschreckend schwachen Drehbücher, die eigentlich nur dazu dienen, die größer-schneller-lauter Actionsequenzen aneinander zu reihen, mit unfassbar einfallslosen Dialogen und Charakteren, und Plausibilitätslücken so groß wie Scheunentoren. Offensichtlich hat sich da teilweise die Ansicht breit gemacht, dass den Zuschauern das egal ist, was ich einen ganz, ganz furchtbaren Trend finde.

--- Ende Zitat ---

Haben die Spatzen übrigens auch in den 80igern schon von den Dächern gerufen. Es hat sich nicht wirklich viel verändert. "Die Hard" hat seinerzeit nicht unbedingt mit einem genialen Drehbuch oder tiefgängigen Dialogen geglänzt. Es wird heute nur, nostalgisch verklärt, eher als Kult akzeptiert.

Yerho:

--- Zitat von: Shieldkröte am  3.02.2013 | 23:24 ---Du schilderst mir sehr detailliert, warum du den Film nicht magst. Das alles sind aber keine Kriterien für ein Urteil über die handwerkliche Qualität.
--- Ende Zitat ---

Ein klassischer Handwerker kommt in Deine Wohnung, um eine Seite Deines Badezimmers neu zu fliesen. Nachdem er gegangen ist stellst Du fest, dass an einige Stellen Fliesen fehlen, während dafür an anderen gleich drei oder sogar fünf übereinander geklebt wurden; außerdem passt die Farbe der neuen Fliesen nicht zu denen, die Du vorher im Bad hast. Das alles wurmt Dich massiv, aber natürlich kannst Du dem Handwerker keinen handwerklichen Fehler vorwerfen, denn die Fliesen sitzen schließlich alle gerade und bombenfest. Deine Nachbarin meint außerdem, dass das Ganze echt stylisch und modern aussieht.

Trotzdem hältst Du den Handwerker für einen Idioten und die Nachbarin für ein Opfer fortgeschrittener Geschmacksverirrung und Du bist mit Deinem Bad sehr unzufrieden. Wie das wohl kommt? ;)


--- Zitat ---Ganz allgemein halte ich es für ein Gerücht, dass die Drehbücher und Filme "schlechter geworden" sind - das ist wohl mehr so ein "früher war alles besser"-Argument. Ich glaube eher, dass sich die Wahrnehmung und die Erwartungen ändern.
--- Ende Zitat ---

Hierin stimmen wir überein.

Shield Warden:

--- Zitat von: Fantomas am  4.02.2013 | 10:45 ---Ein klassischer Handwerker kommt in Deine Wohnung, um eine Seite Deines Badezimmers neu zu fliesen. Nachdem er gegangen ist stellst Du fest, dass an einige Stellen Fliesen fehlen, während dafür an anderen gleich drei oder sogar fünf übereinander geklebt wurden; außerdem passt die Farbe der neuen Fliesen nicht zu denen, die Du vorher im Bad hast. Das alles wurmt Dich massiv, aber natürlich kannst Du dem Handwerker keinen handwerklichen Fehler vorwerfen, denn die Fliesen sitzen schließlich alle gerade und bombenfest. Deine Nachbarin meint außerdem, dass das Ganze echt stylisch und modern aussieht.

Trotzdem hältst Du den Handwerker für einen Idioten und die Nachbarin für ein Opfer fortgeschrittener Geschmacksverirrung und Du bist mit Deinem Bad sehr unzufrieden. Wie das wohl kommt? ;)

--- Ende Zitat ---

Na ja, na ja ;) wenn irgendwo Fliesen fehlen oder übereinander geklebt sind und die Arbeit allgemein nicht der Zielsetzung entspricht, kann man dem Handwerker sehr wohl handwerkliche Fehler vorwerfen, ob die vorhandenen Fliesen gerade sitzen oder nicht.

Und es ändert auch nichts, dass du deine Meinung über die deiner Nachbarin stellst, immer hin hält sie ja schiefe Fliesen für stylisch, die muss ja an Geschmacksverirrung leiden, wenn sie die Arbeit von dem Idioten auch noch gut findet.

Dein Beispiel stellt eine offensichtlich schlechte Arbeit dar und eine Nachbarin, die keine Ahnung hat. Das ist doch das eigentliche Problem: es werden objektive Bewertungskriterien aus dem Nichts gegriffen, um Filme abzuwerten und die, die sie gut finden gleich mit. Muss doch nicht sein. Warum nicht einfach sagen: gefällt mir nicht? Warum muss es immer gleich objektiv schlecht sein?

Ist auch müßig, mir wirds auch weiterhin auf den Sack gehen aber ändern wird sich darin auch nichts. Also lassen wirs.


--- Zitat ---Hierin stimmen wir überein.

--- Ende Zitat ---

Na immer hin! ;)

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