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Wie sieht für euch ein gutes Horror-RPG aus?

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Eulenspiegel:

--- Zitat von: AcevanAcer am 31.10.2012 | 13:49 ---Tötlichkeit hat keine Auswirkung auf das empfinden des Spielers, weil der Tod eines Charakters eher mit Frust als mit Trauer verbunden ist, insbesondere wenn sie mit "machtlosigkeit" verbunden sind. Warum soll ich traurig sein, wenn ich doch genau wusste das der SL zur Story die würfel dreht, und wenn er halt den Dämon auftauchen lässt der mich mal eben frisst dann ist das halt so und das stinkt mir eher.
--- Ende Zitat ---
Wie sieht es aus, wenn du dir einen Horror-Film anschaust oder ein Horror-Buch durchliest?
Da bist du als Leser doch auch extrem machtlos und die Protagonisten sind den Vorlieben des Autors ausgesetzt. Trotzdem lese/schaue ich mir solche Sachen gerne an und kann mich in die Protagonisten hineinversetzen und fiebere mit ihnen mit. Und das, obwohl ich weiß, dass Filme und Bücher Railroading pur sind und das Ende der Story sowieso schon feststeht.

Klar, wenn man Horror in Buch und Film nicht mag, wird man damit auch wenig im RPG anfangen können.

AcevanAcer:

--- Zitat von: Eulenspiegel am 31.10.2012 | 14:05 ---
Klar, wenn man Horror in Buch und Film nicht mag, wird man damit auch wenig im RPG anfangen können.

--- Ende Zitat ---

Ich habe auch versucht zu betonen das das meine Sichtweise ist und ich kann in der tat nichts mit solchen Filmen anfangen, weil sie mich nicht im entferntesten berühren. Aber es gibt immer wieder Situationen im Rollenspiel wo das passiert. Ich denke auch, man kann die Tricks von Film und Fernseh nur bedingt im Rollenspiel verwenden, weil die Atmosphärische Stimmung, Schnitttechnik, Musikeinsatz und Wortwahl in dieser Qualität normalerweise nicht von einem SL wiedergegeben werden können. Und auch bei einem Buch ist es halt so, das du das nur für dich alleine machst. Da funktionieren einfach dinge anderst, als wenn sie ein Spielleiter erzählt.

xergazz:

--- Zitat von: AcevanAcer am 31.10.2012 | 13:49 ---Imho eine sehr unnötige Frage, weil, die zutaten für ein gutes Horrorrollenspiel auf der Metaebene stattfindet. Ich für meinen Teil leite auch lieber in Shadowrun und Pathfinder "Horrorabendteuer" als in anderen Systemen, das hat folgenden Grund:

Tötlichkeit hat keine Auswirkung auf das empfinden des Spielers, weil der Tod eines Charakters eher mit Frust als mit Trauer verbunden ist, insbesondere wenn sie mit "machtlosigkeit" verbunden sind. Warum soll ich traurig sein, wenn ich doch genau wusste das der SL zur Story die würfel dreht, und wenn er halt den Dämon auftauchen lässt der mich mal eben frisst dann ist das halt so und das stinkt mir eher.

Diese Machtlosigkeit ist ohnehin grütze. Um das Gefühl von machtlosigkeit zu haben, brauche ich erstmal das Gefühl von macht. Ein Spieler verlässt sich immer auf seinen Skill, hat ihn schon so oft aus Situationen gerettet und plötzlich funktionierts nicht mehr - das ist machtlosigkeit, und nicht ein Guffelcharakter zu erstellen der ohnehin nur failen kann.

Darum ist auch der begriff "Horrorrollenspiel" völlig unsinnig, weil da weiss man doch ganz genau was auf einen zukommt. Wenn ich eine Rollenspielrunde mit Chtulu lese, weiss ich genau da sitzt irgendein SL der versuchen wird mich zu erschrecken. Alleine mit diesem Wissen geh ich anderst in die Situation rein, klar, kann ich Furcht auch ausspielen, aber selber fürchten tue ich mich nicht.

Hinzukommt das alle Runden in dennen ich mich wirklich gegruselt habe (Einmal sogar als ich SL war) auf der metaebene schon gruselig gewesen sind und das ohne die klassichen Horrorrpgs. Und die alle schlechten (mit Horrorrpgs) eher lieblos vorgetragen wurden.

--- Ende Zitat ---

Da ich das was du schreibst nur teilweise nachvollziehen kann zunächst mal die Frage: Was meinst du mit Metaebene?

Auf den Rest kann ich aber antworten: Kennst du Amnesia? Das ist ein PC-Spiel. Du steuerst eine Figur die nichts anderes besitzt als ein paar Streichhözer und ihr Leben. Die ganze Zeit! Du öffnest Türen durch drücken und ziehen der Maus. Du fühlst die Tür richtig. Deine Sinne trüben sich. Es gibt ein System für die Psyche deiner Figur. Und du bist mit einem Treffer meist tot. Du kannst sagen, dass man das alles nicht braucht, aber ich sage es tut dem gewollten Effekt keinen Abbruch. Im Gegenteil.

Außerdem ist es glaube ich sogar von Vorteil, wenn die Spieler schon wissen was auf sie zukommt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sich besser auf das Genre einlassen, wenn man vorher klipp und klar sagt: "Wir spielen jetzt Horror".

Natürlich ist das alles Geschmackssache

Arldwulf:

--- Zitat von: xergazz am 31.10.2012 | 13:45 ---Die Haltung ist eine andere, wenn man bereits erwartet, dass die Figur in absehbarer Zeit stirbt, da geb ich dir recht. Für mich ist es jedoch kein harter Widerspruch. Ich kann auch trotz (oder gerade wegen) eines drohenden Unheils meine Figur lieben lernen.

--- Ende Zitat ---

Ich denke genau dieses "Drohend" ist der entscheidende Punkt. Die Spielercharaktere sollten in furchteinflößende Situationen geraten. Aber diese eben auch oft genug meistern können um eine Bindung zu ermöglichen die sich aus dem IG Geschehen ergibt.

AcevanAcer:

--- Zitat von: xergazz am 31.10.2012 | 14:13 ---Da ich das was du schreibst nur teilweise nachvollziehen kann zunächst mal die Frage: Was meinst du mit Metaebene?
--- Ende Zitat ---

Also, ich hatte früher einen eigenen Keller für Rollenspiele. Der war groß, gemütlich und gefliesst. Den habe ich mit Schwarzen Tüchern gepimpt eine 3D Musikanlage eingebaut, die früher mal in einer kleinen Disco Musik gemacht hat, einen Flachbildfernseh an der Wand und natürlich passendem PC. Das Licht konnte ich auch belibig verändern durch eine Lichtanlage und mehreren Leuchtketten und so ein zeug.
Und ich habe das von mehreren Seiten bereits gehört, die ähnliche erfahrungen mit solchen dingen gemacht haben, das alleine dieser Raum bereits mehr düstere Atmosphäre verursachen kann, als das meisste was ich erzähle. Ich bin zwar ein ganz passabler Spielleiter und kann "gut reden" aber ich bin kein aussergewöhnlicher Wortakrobat. Und es hat nur die Äusserung gereicht, "da steht ein Mann im schwarzen mantel" und das einspielen eines sehr leisen Liedes überlagert mit einem Herzschlagbeat (den zimmlich laut) der immer schneller geworden ist. Der rest der Szene war grandios, weil sich niemand mehr wirklich getraut hat zu atmen.



--- Zitat von: xergazz am 31.10.2012 | 14:13 ---Auf den Rest kann ich aber antworten: Kennst du Amnesia? Das ist ein PC-Spiel. Du steuerst eine Figur die nichts anderes besitzt als ein paar Streichhözer und ihr Leben. Die ganze Zeit! Du öffnest Türen durch drücken und ziehen der Maus. Du fühlst die Tür richtig. Deine Sinne trüben sich. Es gibt ein System für die Psyche deiner Figur. Und du bist mit einem Treffer meist tot. Du kannst sagen, dass man das alles nicht braucht, aber ich sage es tut dem gewollten Effekt keinen Abbruch. Im Gegenteil.
--- Ende Zitat ---

Wie gesagt, das glaube ich gar nicht. Ich habe mich schon fürchterlich gegruselt vor PC Spielen, Resident Evil 1 z.b. (gut ich war 14) und Slender Mann. Aber diese Spiele, spiele ich auch Nachts, weil die Atmosphäre dabei größer ist.
Ich halte PC spiele auch dem Rollenspiel näher was solche dinge angeht, als Bücher und Filme, weil sie aktiv vom Spieler verwendet werden, und nicht passiv.  Und der Sinn von Rollenspiel ist ja, aktiv was zu machen, darum funktioneren die tricks von Film und Buch eher bedingt in meinen Augen.


--- Zitat von: xergazz am 31.10.2012 | 14:13 ---Außerdem ist es glaube ich sogar von Vorteil, wenn die Spieler schon wissen was auf sie zukommt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sich besser auf das Genre einlassen, wenn man vorher klipp und klar sagt: "Wir spielen jetzt Horror".

Natürlich ist das alles Geschmackssache

--- Ende Zitat ---

Ich habe das glücklicherweise über einen Gruppenvertrag geregelt, so alle 5-9 Abende kommt ein "Horror"-Abenteuer. Die Spieler wissen das ich sowas abundan machen und können sich darauf einlassen. Ist aber auch sehr abhängig vom Umfeld, im Sommer mache ich fast gar keine, im Winter dafür 1-2 mehr.

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