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Lohnt sich: Wizard´s First Rule - Sword of Truth von Terry Goodkind

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Bad Horse:

--- Zitat von: gunware am 26.11.2012 | 17:43 ---Warum sollte ich in eine fremde Welt unsere moralische Werte hineintragen?

--- Ende Zitat ---
Sollst du nicht. Muss auch keiner.

...aber Goodkind tut es. Absichtlich. Das hat er mehrfach in Interviews gesagt.

Und deine Shadowrunner, die Unschuldige in die Luft sprengen, versuchen normalerweise nicht, diese Aktion als "die einzige richtig und gute; denn diese Leute waren in dem Gebäude und sind damit offensichtlich und automatisch schuldig" darzustellen. Wenn sie das tun, und wenn die Spieler wirklich glauben, dass das richtig und moralisch einwandfrei war - dann fände ich das seltsam, gelinde gesagt.

gunware:

--- Zitat von: Bad Horse am 26.11.2012 | 18:14 ---Und deine Shadowrunner, die Unschuldige in die Luft sprengen, versuchen normalerweise nicht, diese Aktion als "die einzige richtig und gute;
--- Ende Zitat ---
Manche schon, manche nicht. Das hängt davon ab, wie gern sie sich belügen.


--- Zitat von: Bad Horse am 26.11.2012 | 18:14 ---...aber Goodkind tut es. Absichtlich. Das hat er mehrfach in Interviews gesagt.
--- Ende Zitat ---
  wtf? Das ist doch sein Problem und nicht meiner?
Wenn ich eine Geschichte lese, die mir gefällt und ich später erfahre, dass der Schriftsteller jemand ist, bei dem sogar die Pazifisten über die Rückkehr der Todesstrafe nachdenken würden, würde die Geschichte dann schlechter? Die Geschichte ist immer noch die gleiche wie vorher, die Ansammlung der Buchstaben hat sich nicht geändert. Deswegen ist es mir ziemlich egal, was der Goodkind denkt oder tut. Ich bin bei der Geschichte nicht an unserer Welt interessiert, sondern an der Geschichte der fremden Welt. Ob sie ein Bekloppter oder ein Genie geschrieben hatte, ist in dem Sinne irrelevant. Ich habe keine Interesse an den Schriftstellern.

Samael:
Mal so gesagt: Der Autor hat eine Agenda und baut unverhohlen höchst fragwürdige politische Botschaften in seine Fantasyromane ein, die einem beim Lesen ins Gesicht springen. Wenn du da locker drüberliest, dann hast du eben ein ziemlich dickes Fell, wie schon diagnostiziert. Mir persönlich verleidet sowas die Lektüre.

gunware:

--- Zitat von: Samael am 27.11.2012 | 13:04 ---Wenn du da locker drüberliest, dann hast du eben ein ziemlich dickes Fell, wie schon diagnostiziert.

--- Ende Zitat ---
Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlicher Art zu lesen. Ich ziehe überhaupt keine (egal wie geartete) Verbindungen zu unserer Welt. Ich betrachte jede Welt für sich. Sprich: es gibt eine Welt (besser gesagt fast unzählige, weil die Geschichte oft variiert), in der Hänsel und Gretel ein Häuschen anknabbern. Ob das Märchen eine erzieherische, moralische oder sonstige Komponente hat, ist mir ziemlich wurscht, weil ich in dem Moment, in dem ich über Hänsel und Gretel lese, eine fremde Welt betrachte. Ich suche nicht nach fremden Botschaften, politischer Agenda, Erziehung, Ideologie oder ähnlichem. Ich konsumiere Buchstaben, um eine fremde Welt zu betrachten.
Deswegen finde ich "Geschichten nach wahrer Begebenheit" oder "Tatsachenberichte" und ähnliches ziemlich langweilig - weil sie keine fremde Welt darstellen.
Deshalb ist auch der Schriftsteller in dieser Betrachtung gar nicht vorhanden, denn der Schriftsteller befindet sich nicht in der fremden Welt. Er ist in der gleichen Welt wie ich und aus dem Grunde auch vollkommen irrelevant. (Disclaimer: wobei es selbstverständlich darauf ankommt, wie spannend und fesselnd die Geschichte geschrieben ist und wie gut man dadurch die fremde Welt betrachten kann. Bei dem Schwert der Wahrheit scheint es bei mir nicht richtig gezündet zu haben, sonst hätte ich schon längst alle Teile gelesen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.  ;) )

Oder kurz nachgefragt, der Fall, den ich vorher beschrieben habe: wenn Dir eine Geschichte gefallen würde und später würdest Du erfahren, dass der Schriftstelle ein <beliebiges schreckliches Verbrechen einsetzen, was Du nicht tolerieren kannst> Täter ist, würde Dir dann die Geschichte weniger gefallen? Oder zählt die Geschichte nur für sich? Ist für Dich die Geschichte das Ausschlaggebende oder sind für Dich die Gründe, warum der Schriftsteller die Geschichte geschrieben hatte, wichtiger als die Geschichte selbst?

Samael:
Wenn der Autor seine Message so gut versteckt, dass ich sie nicht finde, dann kann sie mir kaum sauer aufstoßen. Beim "Schwert der Wahrheit" ist das aber nicht der Fall. Da muss man, sorry, schon sehr unbedarft sein.

Und selbst wenn ich das "nur als Fantasy" lese finde ich reihenweise geschilderte Gruppenvergewaltigungen und einen Protagonisten = Identifikationsfigur, der Leute stundenlang foltert (oder foltern lässt) und unbewaffnete Demonstranten abschlachtet (was als völlig gerechtfertigt präsentiert wird) äußerst schwer verdaulich.

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