Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau
Erfolgswahrscheinlichkeiten und Kompetenzgefühl
Lord Verminaard:
Ich denke, ein "Kompetenzgefühl" kommt zunächst mal aus der Fiktion. Tritt mein Charakter kompetent auf, wird er von NSCs und anderen SCs als kompetent behandelt? Damit hängt natürlich zusammen, ob ihm die Dinge gelingen, die er nach seinem Konzept eigentlich problemlos hinkriegen müsste. Dieses Thema würde ich gar nicht so sehr bei der Erfolgswahrscheinlichkeit von Proben verorten, als vielmehr bei der Frage, wann überhaupt ein SL eine Probe verlangt. Es ist also eine Frage der Interpretation der Fiktion. (Edit: Genauso wie die Frage, ob ein gelegentlicher Patzer den Charakter inkompetent aussehen lässt, eine Frage der Interpretation der Fiktion ist.)
Nehmen wir mal als Beispiel DSA3, auf niedrigen Stufen geradezu ein Paradebeispiel für Charaktere, die sich inkompetent anfühlen. Natürlich war es so, dass dein bester Talentwert auf Stufe 1 dann vielleicht 4 oder 5 war, und die Eigenschaften dazu vielleicht 13/13/10, das war dann schon so verhältnismäßig gut und da war die Chance, die Probe zu schaffen, erstens intransparent und zweitens nicht so toll. Mindestens ebenso wichtig war aber, dass sich unter DSA-Meistern eine oft verspottete Regelauslegung breit gemacht hatte, die selbst für die trivialsten Dinge eine Probe verlangte. Es ist ein heißer Sommertag und du willst mit deinem Schwimmen-Talent von 2 eine Runde in diesem herrlich kühlen Waldsee schwimmen gehen? Tja, dann würfel mal! Das wichtigste war aber, dass so gut wie jeder NSC, dem man begegnete, kompetenter war als man selbst und man auch von diesen entsprechend herumgeschubst wurde. (Edit: Und dass Schadenfreude über das Ungeschick anderer Helden eine verbreitete und anerkannte Spielpaßquelle war.)
Zu der Frage, wie hoch und breit die Kompetenz sein muss, um sich als solche anzufühlen: Ich denke, das hängt ganz entscheidend vom Genre und vom Vergleichsmaßstab (NSCs) ab.
Blechpirat:
Ja, die von dir angesprochene Schadenfreude versuchte ich mit
--- Zitat von: Blechpirat am 30.01.2013 | 15:13 ---Deshalb darf es nicht geben
- Patzerregeln
--- Ende Zitat ---
zu adressieren. Sie werden zumeist als Anlass verstanden, sich über den Char lustig zu machen. Und nichts zerstört die Vorstellung von Kompetenz stärker als zwei Patzer in Folge.
Feuersänger:
Vor allem, wenn diese zwei Patzer (oder auch einfache Fehlschläge) die ersten Würfe sind, die man mit einem frisch erstellten Charakter in dessen Spezialgebiet absolviert. Wenn die schiefgehen, ist der Running Gag auf Kosten des z.b. Waldläufers, der nichtmal den Weg zum Donnerbalken findet und in jedem Strauch hängenbleibt, bereits programmiert.
yennico:
Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist die theoretische Kompetenz des Charakters auf dem Gebiet ab.
Eigentlich erwächst das Kompetenzgefühl z.T. aus der Erfolgswahrscheinlichkeit.
Nur wenn ein Charakter ein hohes Kompetenzgefühl bzw. eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit in einer Sache hat, wird er diese Sache auch versuchen (und in ihr erfolgreich sein).
Ich fände es besser wenn die Kompetenz bzw. das Kompetenzgefühl die Erfolgswahrscheinlichkeit bestimmt.
Ein System hatte mal die Regel eingeführt, dass auf alle Routine Dinge/Fähigkeiten/Aktionen nicht gewürfelt wird, sondern die Personen diese Dinge automatisch immer schaffen. Auf alles was keine normale Routine ist oder Routine mit besonderern äußeren Umständen (z.B. Zeitdruck, fehlende Werkzeuge, etc.) muss gewürfelt werden. PCs machen in Abenteuern meistens keine Routinearbeiten. ;)
Sicherlich kann man einen kompetenten Schmied darauf würfeln lassen, ob er erfolgreich einen Nagel oder ein Standardschwert schnieden kann oder nur die kleine Chance besteht, dass er es nicht schafft. Interessant ist wie das System mit einem Mißerfolg umgeht.
Navigation
[0] Themen-Index
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln