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Erfolgswahrscheinlichkeiten und Kompetenzgefühl
Oberkampf:
Wenn ich selbst spiele (nicht leite), hängt das Kompetenzgefühl oft auch davon ab, ob und wie oft die Fertigkeiten/Stärken meines Charakters im Spiel zum Tragen kommen. Das schließt auch Misserfolge mit ein, um sicherzustellen, dass Erfolge keine Geschenke sind, sondern aufgrund der Eigenschaften zustande kommen, in denen mein Charakter glänzen soll = kompetent ist.
Ob auf dem Charakterblatt eine 100%ige, 90%ige oder 75%ige Erfolgschance steht oder nicht, ist völlig egal, wenn die zugeordnete Eigenschaft nie gewürfelt wird. Ein Supereinbrecher, der nie vor einem Schloss, einem Tresor oder einer Alarmanlage steht, fühlt sich nicht kompetent an.
Gorilla:
Dem Post von Blechpirat und WitzeClown möchte ich noch hinzufügen:
...und eine gewissen Nachvollziehbarkeit, wenn etwas nicht klappt.
Das hat allerdings auch wieder in erster Linie mit der Überschaubarkeit der Würfelergebnisse zu tun.
ClockworkGnome:
Das Kompetenzgefühl hängt bei mir von Charakter, Setting und allgemeiner Erfolgswahrscheinlichkeit ab.
Charakter: Von einem Charakter mit guter Ausbildung erwarte ich höhere Erfolgswahrscheinlichkeit auf seinem Gebiet. (Krieger oder Bauer)
Setting: Wenn die Vorgabe lautet, dass die Charaktere Spezialisten oder sehr Erfahren sind, erwarte ich auch eine sehr hohe Erfolgswahrscheinlichkeit. (Shadowrunner oder Ganger spielen)
Allgemein: Wie mein Charakter im Vergleich zum Rest der Welt abschneidet. (Pustet alles weg oder wird schon vom örtlichen Wirt vermöbelt)
Absolutes Negativbeispiel ist da für mich Warhammer 40k: DH. Von meinem Arbites (Polizist) hatte ich generell auf Grund der Ausbildung eine hohe Erwartungshaltung an den Umgang mit Waffen. Dann wurde er auch noch von einem Inquisitor als Gehilfe ausgewählt (damit hatte ich die Erwartung vom Setting her, das mein Char halt unter anderen Arbites hervorgestochen ist, also noch nen Tacken besser war). Und dann hat er beim ersten Schusswechsel gegen nen paar Schläger mal so jeden 3. oder 4. Schuss getroffen, während die gut jeden 2. im Ziel hatten.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: blut_und_glas am 22.01.2013 | 21:55 ---Wenn ich mich "kompetent" fühlen will, wie wahrscheinlich muss es sein eine "leichte", eine "durchschnittliche" oder auch eine "schwierige" Aktion oder Situation zu meistern? (Ist das vielleicht nebensächlich, weil andere Faktoren viel wichtiger für das Kompetenzgefühl sind?)
--- Ende Zitat ---
Ich denke, es hängt eher damit zusammen, was man als durchschnittlich ansieht:
Wenn "am schwerhörigen Opa vorbeischleichen" als durchschnittliche Aufgabe zählt, dann wird sich der Spieler als inkompetent vorkommen, egal wie hoch die Erfolgsaussichten sind.
Wenn dagegen "mittels Magie eine neue Stadt erschaffen" als durchschnittliche Aufgabe zählt, dann wird sich der Spieler als kompetent vorkommen, egal wie hoch die Erfolgsaussichten sind.
Weniger als die Frage nach den Wahrscheinlichkeiten hängt es imho von der Art der Herausforderungen ab, die entscheiden, ob man sich kompetent oder inkompetent vorkommt.
Kampfwurst:
Viel wichtiges wurde schon gesagt. Ich denke eine Sache wäre noch interessant zu erwähnen: wie gehe ich mit Misserfolgen um?
Häufig genug sehe ich, dass z.B. ein Misserfolg bei einer Klettern Probe zu einem spektakulären Absturz mit dreifachem Beinbruch u.ä. führt. Wenn ein solcher Misserfolg stattdessen so gehandhabt wird, dass der Charakter vorher erkennt, dass sein Versuch nicht erfolgreich sein wird und andere Maßnahmen treffen kann, dann wirkt das wesentlich kompetenter. Im Beispiel mit dem Klettern erkennt er z.B., dass die Wand zu glatt ist um hoch klettern zu können, also besorgt er sich entsprechende Ausrüstung, und versucht damit den Wurf erneut. So kann man Fälle von unlogischer Inkompetenz eigentlich sehr gut vermeiden.
In beiden Fällen (Absturz vs. Problemerkennung) ist das gewünschte Ziel nicht erreicht worden, aber es ist ein wesentlicher Unterschied in der Kompetenz des Charakters zu sehen.
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