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[nWoD] Ist die WoD ST-zentriert? ...

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Holothuroid:
Ich halte das Kombinieren von Fähigkeiten und Attributen in der WoD für nutzlos. Es hat für mich keinerlei Mehrwert gegenüber einer einzelnen Zahl. Entweder schleichen sich Standardkombinationen ein oder aber Spieler versuchen immer eine möglichst gute Kombination zu wählen.

Letzteres ist nicht per se schlimm, es gibt Spiele da führt das zu tollen Ergebnissen, beispielsweise Cortex. Bei Cortex sind die Dinge aber so gestrickt, dass sie eine narrative Leistung vom Anwender erfordern: Spieler sind angehalten glaubhaft zu machen, warum diese oder jene Eigenschaft funktioniert. Die Attribute der WoD sind zu diesem Zweck zu glatt und handlich: "Ich gehe jetzt besonders überlegt vor." Das ist nicht interessant und schon gar nicht mehrfach am Abend.

Bei Cortex ist die Situation anders: " 'Ist diese Welt so verkommen Schurke, dass du dich hinter Unschuldigen versteckt? Was wagst du es von Ehre zu sprechen?' - Ich würfle auf Man from Another Time und interpretiere das positiv." Als Gegensatz dazu: " 'Bei Gott, ihr wollt, dass ich mit einer Tasche bepackt aus diesem fliegenden Ungetüm springe?!' - Ich benutze Man from Another Time negativ." In dieser Umsetzung funktioniert das selbe mechanische Grundkonzept also besser, weil der Aufwand in der Mechanik (Auswählen der Werte) einem Aufwand in der Narration entspricht.

Das gleiche Problem habe ich mit DSA.


Unabhängig von dieser Überlegung ist die Rolle des Spielleiters in der WoD. Grundsätzlich ist der Storytelling-Spielstil sehr SL-lastig. Das hat aber mit dem vorliegenden Problem wenig zu tun. (Darüber haben wir hier und hier schon mal gesprochen.)

Oberkampf:

--- Zitat von: Nin am 28.01.2013 | 00:26 ---

* Was glaubt ihr, inwieweit die nWoD ST-zentriert?
* Warum ist das aus eurer Sicht gut? Oder schlecht?
* Liegt es an den Regeln?
* Liegt es an dem Fokus auf Storytelling?
* Liegt es an der Gewohnheiten der SpielerInnen?
* Wo soll die Reise hingehen?
* ...?

--- Ende Zitat ---

Betreffs Würfelpool:

Generell würde ich sagen, dass da viele Angewohnheiten der jeweiligen Gruppe mit hineinspielen, und deswegen die nWoD vor dem gleichen Problem steht, vor dem die meisten Rollenspiele stehen, nämlich der spielleiterzentrierten Denkweise. Die Angewohnheit, dass ein SL die Art des Würfelwurfes und ggf. den Schwierigkeitsgrad bestimmt ist meiner begrenzten Erfahrung nach recht weit verbreitet, ich habe es selten anders erlebt (selbst auf Cons nicht) und praktiziere es selbst gelegentlich noch immer. Insofern würde ich sagen, es liegt an Gruppengewohnheiten und kann vom System nur dann beeinflusst werden, wenn ein radikaler Bruch damit fest und verbindlich in den Regeln verankert ist.

Also beispielsweise, es gibt zwar die SL-Rolle, aber die Regeln legen fest, dass ausschließlich die Spieler bestimmen, wie sie ihren Würfelpool bilden bzw. welche Fertigkeiten ihrer Charaktere sie einsetzen - und dazu vielleicht noch ergänzend, dass vor dem Wurf die Stakes verhandelt werden sollen. Außerdem müsste recht deutlich festgelegt werden, in welchen Situationen ein Würfelwurf (oder ein sonstiger Zufallsmechanismus) erforderlich ist.

Außerdem muss man sich natürlich darüber einig sein, welche Rolle die Würfel überhaupt im Rollenspiel haben. Wenn der Handlungsverlauf von den Würfeln entkoppelt ist, ist es egal, wer die Pools bildet oder die Schwierigkeiten festlegt. Mehrheitlich, würde ich behaupten, geht eine geringe Bedeutung des Würfelns mit einer starken Position des SL in der Gestaltung des Handlungsverlaufes einher: Der SL bestimmt, welche Ereignisse eintreten, welche Handlungen der Charaktere gelingen oder misslingen sind und was dies für Folgen hat.

Aber diese Verbindung ist eher traditionell, sie ergibt nicht zwangsläufig aus der Natur der Sache. Storytelling hat einfach eine große Tradition des starken SLs.

Holothuroid:
Gewisse Unterschiede sind schon da. Bei D&D steht ziemlich genau drin, wie eine jede Sache funktioniert. Wenn ich das weiß, habe ich gegen aufmüpfige Spielleiter eine ziemlich gute Argumentationsbasis. In den WoD-Spielen stehen klare Regelungen dieser Art nicht drin, daher funktioniert das nicht so.

8t88:

--- Zitat ---In den WoD-Spielen stehen klare Regelungen dieser Art nicht drin, daher funktioniert das nicht so.
--- Ende Zitat ---
*zonk*
Nein, das ist in der nWod eigentlich sehr genau geregelt.
Siehe Übersichtsliste der Aktionen im Grundregelwerk.

Nin:
Für mich sind die "Vorgaben" in den Büchern nicht mehr als Beispiele. Es gibt auch immer wieder mal sich widersprechende, offizielle Vorgaben. Mal wird ein Tatort mit Wits, mal mit Intelligence untersucht - mal ist es eine einfache Handlung, mal eine ausgedehnte.

Das Raster Power-Finesse-Resistance gibt ja einen zusätzlichen Anhaltspunkt, wie eine Aktion eventuell zu bewerten ist.

Wahrscheinlich gibt es bestimmte Handlungen, bei denen es sehr nahe liegt, sie mit Standardwürfen zu bedienen. Übernatürliche Fähigkeiten wurden ja schon genannt, die Abwicklung von Kämpfen wäre wahrscheinlich ein weiteres Beispiel. (Wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass die Wahl des optimalen Abgabe eines Schusses in der ersten Runde durch ein mentales Attribut wird).
Aber spätestens wenn es um soziale Aspekte geht, ist das häufig nicht mehr so eindeutig. Um z.B. einen NSC einzuschüchtern fallen mir eine ganze Reihe an Vorgehensweisen mit unterschiedliche Würfelpool-Kombinationen ein.

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