Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Ist Pathfinder 'Das Böse'(tm)?
kalgani:
--- Zitat von: Boba Fett am 29.01.2013 | 19:20 ---Und wie heisst diese Millionenstadt, die Rollenspielerisch tot ist? Ulan Bator...?
--- Ende Zitat ---
ne Köln z.B. Rollenspieler gibt es hier nur versaute anscheinend...
Boba Fett:
--- Zitat von: Gorilla am 29.01.2013 | 19:49 ---Meine naive und bescheidenen Hoffnung war es einfach, den ein oder anderen Tipp zu erhalten, wie man mit meinen Vorstellungen von RP (tatsächlich eher Storytelling) dennoch Spaß an PF finden kann.
--- Ende Zitat ---
Okay, wie oben schon gesagt: Mein Beitrag war nicht als Angriff zu verstehen.
PF unterstützt Storytelling durch seine Regeln und durch Charakterwerte nicht.
Natürlich kann man trotzdem ST orientiertes Spiel mit PF machen, aber...
- dann muss man sich eigene Regelungen schaffen.
- dann muss man viel durch "Handwedeln" regeln.
- dann werden viele, die PF wegen seiner Qualitaten spielen, unzufrieden sein.
Also, viel Arbeit und viel Diskussions und Konfliktpotential...
Daneben benötigt PF für die Vorbereitung (der Spieler mit ihren Charakteren und dem Spielleiter für die Abenteuer) viel Aufmerksamkeit für die Wahl der richtigen Mittel (crunch). Welche Feats, welche ausrüstung, welche Steigerung, etc.
Kurz gesagt: das lenkt automatisch vom Storytelling ab.wenn ich viel Zeit in crunch investiere, will ichihn auch nutzen. Wenn ich meine Aufmerksamkeit in crunch investiere, hab ich wenger Zeit fürs Storytelling.
Wenn man sein Auto an einen Hand stellt kann man damit sowas ähnliches, wie ein Seifenkistenrennen veranstalten. Aber mit echten Seifenkisten macht das mehr Spaß.
Wenn man Pathfinder nimmt, kann man Storytelling betreiben. aber mit einem System, dass für Storytelling gemacht wird, wird man wohl zufriedener sein und wird sich auf die wesentlichen erwünschten Spielinhalte konzentrieren können.
Oder anders ausgedrückt: Verstehe Rollenspiel mal als Handwerk. Welcher Handwerker wird sich auf Dauer mit Improvisation und dem falschen Werkzeug abgeben?
Arldwulf:
--- Zitat von: Boba Fett am 29.01.2013 | 19:20 ---Und ansonsten: Welche Erwartungen hast Du eigentlich an diesen Thread, Gorilla, wenn Du die egentlich einzigen Optionen zur Zufriedenheit (Systemwechsel, Gruppenwechsel) pauschal ausschliesst? PF ist scheisse, aber was anderes spielen kommt nicht in Frage... was bleibt denn dann noch?
Welchen Rat soll man Dir dann noch geben? die Farbe der Würfel zu ändern???
--- Ende Zitat ---
Die einzigen Optionen? Eher nicht. Gerade so ein umfangreiches System wie Pathfinder und D&D 3.5 ist doch sehr stark konfigurierbar, an die eigene Gruppe anpassbar. Auch ohne dabei alles umzuschmeißen.
Insofern ist es doch eigentlich sehr einfach ihm Tips zu geben, und das wurde doch auch schon gemacht.
--- Zitat ---Und DnD4 soll besser sein? Es konzentriert sich doch noch viel mehr auf Taktik und Kampf.
Die Skillchallenge mag zwar da eine Ausnahme sein, aber letztendlich konzentrieren sich die Fähigkeiten doch noch viel mehr auf Konfliktsimulation und Skirmish-Tabletop.
--- Ende Zitat ---
Skillchallenges, Quests, Exp ohne Kampf, beschreibendes Spiel im Kampf...Trennung von Kampf und Nichtkampfzaubern, Regeln für improvisierte Aktionen...und so weiter. Irgendwann stellt sich halt die Frage was noch eine Ausnahme ist und was einfach nur ein ganz normaler Regelbestandteil. Man darf sich dort keinen Illusionen hingeben, die 4E basiert schon in ihren grundlegenden Designelementen anderen Überlegungen.
Viel wichtiger ist aber: Man kann Gorilla auch problemlos helfen ohne den Editionsvergleich zu machen - der einzige Grund warum man es überhaupt aufführen sollte ist das solche Regelelemente natürlich auch gute Ideen sind um ihm bei Pathfinder zu helfen. Persönliche Quests z.B. sind etwas für das man kaum etwas ändern muss, aber was durchaus das Spielgefühl ändern kann. Ähnlich sieht es mit den grundsätzlichen Überlegungen bezüglich Skillchallenges (eben dass Aufgaben im Team gelöst werden sollten) aus. Das kann eine Menge bringen - auch ganz ohne Editionswechsel.
Darius:
Ja. Mag alles ja schon gehen...irgendwie...nur ich muss Boba nochmals recht geben. Warum sollte er dafür Pathfinder nehmen und sich eine so riesige Arbeit damit machen. Es gibt Systeme, die wurden genau dafür gemacht Storytelling abzubilden. Pathfinder eben nicht!
Warum also an Pathfinder rumwursteln, dann enttäuscht sein, dass es einfach nicht so 100% gut geht und dann auf das System schimpfen? Versteh ich nicht. Spielt Systeme, die eurem Stil entgegen kommen.
Aber diese Diskussion hatten wir hier auch schon 20 mal glaube ich.
Oberkampf:
Diese ganzen Hinweise, dass Pathfinder kein Storytelling ist, halte ich für wenig zielführend. Die Abenteuerpfade von PF leisten z.T. genau das, was man von Storytelling erwarten kann: Eine farbenfrohe, geheimnisvolle Welt wird atmosphärisch dicht und spannend präsentiert. Die Pfade erzählen z.T. wirklich schöne Geschichten. Gerade die Kadaverkrone und Council of Thieves, soweit ich sie gelesen habe, gefallen mir in dem Bereich gut.
Soweit ich das überblicke, liefern gerade die Abenteuerpfade noch zusätzliche Regelkomponenten mit, die auch ein Spiel über das taktische Kämpfen auf der Battlemap hinaus unterstützen. Beispielsweise die Regeln für Königreiche im Kingmaker. Auch anderes weiterführendes Material von PF bietet da einiges jenseits der Kämpfe. Im Gamemasters Guide sind im 8. Kapitel jede Menge Vorschläge für nicht primär kämpferische Begegnungen/Konflikte (z.B. Chases, Disasters, Drugs, Haunts, Sanity-Regeln). Im Advanced Players Guide gibt es die Hero Points, eine Art von Bennies/Fatepunkten, damit kann man einiges machen. Die im gleichen Kapitel aufgeführten Kampfmanöver könnten evtl. auch den Kampf etwas auflockern.
Kurzum, ich würde empfehlen, gerade nicht nur nach den "Basisregeln" von PF zu spielen, sondern vielmehr gezielt die für die Abenteuer passenden Teile heraussuchen, die darüber hinausgehen. Von seiner Basis her ist PF ein taktisches Rollenspiel mit Kampfschwerpunkt, aber es bietet eben auch darüber hinausgehende Mechanismen an.
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