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Welches war bis jetzt Euer abgedrehtestes Buch?

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Würfelheld:
Hallo Tanelornis,

der Titel verrät es eigentlich schon.
Mich würde interessieren, was bis dato, Euer abgedrehtestes Buch war welches Ihr gelesen habt!

Lag es an der Story, an den Protagonisten, ab der Aufmachung oder ... ???

Vielen Dank schonmal
Gruß
Würfelheld

Lemming:
Servus Würfelheld,

ich melde mich mal mit einem überraschenden Haupthelden bei "The Steel Remains" -
sagen wir's so.
Ich kenne Richard K. Morgan von Altered Carbon und den Folgeromanen (meines Erachtens nach Hard Sci-Fi) - eine dystopische Vision welche sehr explizit in beiden Richtungen Gewalt und Sex betrifft. Aber es war ein "great read" für mich - und ich bin seitdem Richard Morgan treu geblieben.

The Steel Remains war (meines Wissens nach) der erste Ausflug von Richard in Fantasy. Es liest sich gut, aber der Hauptheld hat eine Neigung zu Männern und ist selbst einer. Das nimmt bei derartig expliziten Schreibweisen ein ausgesprochen "abgedrehtes" Lesefeeling für mich ein. Es war ungewohnt, und ich schätze mich nicht als homophob ein, aber es tat schon ein wenig beim Lesen weh, wann immer ich gesessen bin ;).

Würfelheld:
Da ich den Fred angefangen habe, will ich auch was beisteuern  ::)

Satz & Layout - technisch war bis jetzt "Starfiish Rules" vom Tobias O. Meißner echt was anderes!

Gwynplaine:
"House of Leaves" und "Only Revolutions" - beide von Mark Z. Danielewski.

Ersteres ist ein Buch über einen jungen Mann, der im Nachlass eines alten Mannes ein Buch über einen Film findet, den es in seiner Welt nie gegeben zu haben scheint. Das Buch erzählt parallel drei Geschichten (den Film, die Rezension des alten Mannes und die Geschichte des jungen Mannes), teilweise sogar gleichzeitig auf einer Seite. Man blättert ständig vor und zurück, liest Fußnoten über mehrere Seiten (und deren Fußnoten), liest zwischendurch zig Seiten Anhang, muss zurückblättern, das Buch drehen, in Spiegelschrift lesen, von hinten nach vorne blättern, von unten nach oben lesen usw. Dabei verweisen die Fußnoten (in der Rezension des alten Mannes) auf Bücher und Filme, die es nie gegeben hat. Ein unglaublich krasses Buch.

Das zweite Buch "Only Revolutions" erzählt die Reise eines jugendlichen Liebespaars (Sam und Hailey) durch die USA als eine Art Roadtrip durch 100 Jahre Geschichte. Zentrales Element ist der Kreis. So muss man das Buch alle 8 Seiten um 180° drehen und umdrehen, da die Geschichte parallel von Sam und Haley erzählt wird. Jede Seite hat exakt 180 Wörter (90 für Sam und 90 für Haley), das Buch selbst hat 360 Seiten. Jedes o und jede Null ist andersfarbig gedruckt, teilweise sind Buchstaben verrutscht und deuten so musikalische Akkorde an.
Die Sprache ist eher eine Art Gedankenstrom und teilweise fast unverständliche Lautmalerei. Die gleiche Situation stellt sich aus Sicht von Haley anders dar als aus Sicht von Sam.

Bad Horse:
"House of Leaves" ist definitiv auch bei mir der Favorit. Das ist einfach nur abge-abgedreRRRht.

"John Dies at the End" von David Wong ist auch extrem schräg. Das ist abgedreht-zynisch-böse-mit-Blut.

Und die Romane von Stefan Sarek. Das Truthuhnparadies ist auf eine ganz liebenswerte, skurrile Art und Weise völlig abgedreht.

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