Medien & Phantastik > Lesen

Hochliteratur vs. Fantasy

<< < (6/19) > >>

Timo:
stimmt auch wieder  ;)

condor:
Einen interessanten Sonderfall, wie ich finde, behandelt dieser Sammelband.

korknadel:
Immerhin die SF hat einige "hochliterarische" Vertreter:

McCormac: Die Straße
Roth: Plot against America
Chabon: Vereinigung jiddischer Polizisten
Chabon hat auch einen Abenteuer-Kolportage-Roman geschrieben und mit Kavalier und Clay ein Superheldending

Dietmar Dath schreibt viel, was mit SF zu tun hat.
Julie Zeh hat auch schon SF geschrieben.

Von Alban Nicolai Herbst gab es auch mal so fantastisch angehauchte Sachen. Habe den oder die Titel vergessen.
House of Leaves von Mark Danielewski ist im Grunde ein Schauerroman, irgendwie.

Suhrkamp hätte damals sicher gern gehabt, dass Zafons Bestseller -- wie hieß der noch gleich? -- Hochliteratur wäre, aber über gediegene Wohlfühlliteratur kommt er dann vielleicht doch nicht raus. Sonst wäre das mal mehr oder weniger richtige Fanatsy gewesen.

Gibt es bei Roberto Bolano nicht auch fantastische Elemente?

Adolf Muschgs Roter Ritter ist mehr oder weniger großartige Fantastik, da es aber eine Verarbeitung des Wolframschen Parzival ist, kann man es kaum als Fantasy bezeichnen.

In Das letzte Abenteuer von Heimito von Doderer von 1953 geht es immerhin um Drachen.

Aber "reine" Fantasy sucht man im ernsten Fach natürlich vergeblich.

La Cipolla:

--- Zitat ---Von Alban Nicolai Herbst gab es auch mal so fantastisch angehauchte Sachen. Habe den oder die Titel vergessen.
--- Ende Zitat ---

Thetis: Anderswelt
Buenos Aires: Anderswelt

Ist echt eine ungewöhnliche Mischung aus mythologischer Fantasy, Endzeit, der tatsächlichen Gegenwart und ultrapostmodernem Kram, definitiv zu empfehlen, da sich zumindest das erste Buch auch nicht zu wichtig nimmt. Das dritte Buch (Argo: Anderswelt) fehlt leider seit Jahren, weshalb mich die Motivation immer so auf halber Strecke verloren hat. Selbes Phänomen wie bei Song of Ice and Fire. ^^

גליטצער:
Also die Schriftstellerischen Fähigkeiten von Tolkien und Leiber würde ich ja nicht unbedingt auf einem Level anorten, auch nicht deren Dramaturgie. Leiber ist für mich deutlich näher am "Schund" (auch wenn er noch lange nicht auf das Level heutiger deutscher Mainstream-Autoren herabsank). Echte Perlen sind halt selten. Das trifft auf die frühen Fantasy-Werke genauso zu, wie auf die heutigen. Eine Unterscheidung, was genau Trivialliteratur und was ein Meisterwerk ist, wird wohl erst nach einiger Zeit möglich sein (ein echtes Meisterwerk ist IMHO zeitlos). Ich habe irgendwann mal die These aufgestellt, dass gute Literatur sich von schlechter dadurch unterscheidet, dass sie auch von Lesern, die nicht Fan dieser Literatur-Gattung sind, genossen werden kann. Das ist jetzt sehr subjektiv, aber die ganze Kulturdebatte ist ja von Subjektivität durchsetzt.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln