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Unsere Mütter, unsere Väter
Taschenschieber:
Diese fünf sind aber kein zufälliger Querschnitt durch die Gesellschaft, sondern eine Gruppe von engen Freunden. Da kann man nicht wirklich argumentieren, dass statistisch gesehen aber so udn so viele Judenhasser dabei sein müssten.
Und zumindest Charlie hat kein Problem damit,
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)eine jüdische Mitkrankenschwester zu denunzieren, die ihr vorher mehrfach den Arsch gerettet hat.
6:
--- Zitat von: Taschenschieber am 27.03.2013 | 18:24 ---Diese fünf sind aber kein zufälliger Querschnitt durch die Gesellschaft, sondern eine Gruppe von engen Freunden. Da kann man nicht wirklich argumentieren, dass statistisch gesehen aber so udn so viele Judenhasser dabei sein müssten.
--- Ende Zitat ---
Diese 5 sind die Protagonisten. An Hand ihrer Geschichte erlebst Du die damalige Zeit. Heck! Der Titel des Dreiteiler deutet ja darauf hin, dass diese 5 Freunde Dein Vater oder Deine Mutter hätten sein können. Im Prinzip spielt der Autor damit, dass diese 5 Leute eben normale Deutsche sind. Btw. den Judenhasser hast Du ins Spiel gebracht. Ich rede davon, dass es damals normal war Juden als minderwertige Rasse anzusehen. Nicht nur in Deutschland.
--- Zitat ---Und zumindest Charlie hat kein Problem damit,
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)eine jüdische Mitkrankenschwester zu denunzieren, die ihr vorher mehrfach den Arsch gerettet hat.
--- Ende Zitat ---
So weit ich gelesen habe, hatte Charlie ein verdammt schlechtes Gewissen dabei. War die Aktion zu Anfang des ersten Teiles oder erst später?
Taschenschieber:
Das ist so etwa in der Mitte des ersten Teils wimre. Und ja, sie hatte ein schlechtes Gewissen dabei/danach.
Edler Baldur:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Dabei nicht wirklich, da Charlie prompt nachdem sie es herausgefunden hatte, es pflichtbewusst meldete. Weiterhin noch als Hinweis, als die Häuser in Russland geräumt werden und die Leute zusammengetrieben werden, da stört es die Soldaten (Fritz und Wilheim) nur, dass Kinder dabei sind und nicht das es sich um jüdische Zivilisten handelt.
Aber aktiven Hass oder Verachtung haben die vier Hauptpersonen nicht. Viktor zähle ich nicht mit, da er selber Jude ist. Greta ist seine Freundin, auch unwahrscheinlich. Ebenso die anderen drei Personen, welche auch in den gezeigten Szenen kaum (Korrektur, IIRC gar keinen) Kontakt mit Juden hatten (außer Viktor und den beiden oben beschriebenen Szenen).
Zauberelefant:
Was die hohen Herren Kritiker sich vielleicht mal vor Augen führen sollten.
- Filme, wo es keine guten deutschen, sondern bestenfalls menschliche Deutsch sprechende Tschechoslowaken gibt, hatten wir schon. Noch einen zu drehen, wäre vergeudete Zeit.
- Die Figuren (und zwar jede einzelne davon!) im Film stehen nicht nur für Einzelschicksale, sondern gleichzeitig für gesellschaftliche Schichten, Lebensentwürfe, Archetypen. Das sind die wirklichen, kleinen Lücken des Films: wenn Individuum und Archetyp nicht ganz deckungsgleich scheinen.
- die taz ist eine dezidiert linke Zeitung. Ohne das werten zu wollen, die Kritik sticht im Resumee (da gehts aber um die Rezipienten, nicht ums Werk), verfehlt aber das Thema des Films. Dieses Thema sind nicht fünf reale Biographien (das wäre auch selten dämlich), sondern eine ganze Generation von jungen Leuten, die so ähnlich waren. Man darf nicht vergessen, auch ein Helmut Schmidt war Leutnant der Wehrmacht in Russland. Dem kreidet auch keiner mangelnden Antisemitismus an.
Der Film ist, in meinen Augen, knapp an der Messlatte der Klassik vorbeigesprungen, weil er Typen und Figuren nicht ganz deckungsgleich hinbekommt. Aber er ist verflucht dicht dran, und ich kann, ein wenig Verstand beim Zuschauer vorausgesetzt, darin keine Romantisierung des Dritten Reiches oder eine Relativierung irgendwelcher Verbrechen entdecken.
Es gibt, anders als z.B. in Das Boot, keinerlei Heroisierung (und nur ein Trottel hätte Petersens Film für pro-deutsch, -nazistisch oder -Krieg gehalten). Jeder, wirklich jeder macht sich auf die ein oder andere Weise die Finger schmutzig, durch wegsehen, nicht-handeln, mitmachen, befürworten, usw.
Das einzige, was uns der Film nicht mitmachen läßt, ist eine Identifizierung mit einem überzeugten, authentischen, führergläubigen Volksgenossen. Weil das schon wieder Volksverhetzung wäre und am Grundkonsens der BRD, daß es keine nachvollziehbaren Motive für das damalige Handeln gab, rütteln würde.
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