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[Santa Muerte] (Arbeitstitel) - Catholicsploitation

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Jed Clayton:

--- Zitat von: ianinsane am 29.03.2013 | 19:41 ---Ganz genau!!  Und an all dem soll es gewiss nicht fehlen! ;D  :d
Ich freu mich schon auf die Live-Bilder vom Petersplatz übermorgen.  o:)

--- Ende Zitat ---

Ich auch ... das macht ja jetzt "der Neue". Es wird bestimmt schön feierlich.

Ich wünsche dir auch gutes Gelingen für diesen Setting- und Systembau. Interessant wäre das mal auf jeden Fall.

Kennst du zufällig auch die Comicserie "Warrior Nun Areala"?

Bildchen:



Und eine etwas spätere Version ...


ianinsane:
Ooh! Obercool, danke!   :d

D. M_Athair:

--- Zitat von: ianinsane am 27.03.2013 | 14:45 ---Das Ganze ist parodistisch angelegt, aber nicht in dem Sinne, dass die Kirche einfach auf billige Weise lächerlich gemacht wird, sondern dass im Gegenteil die Weltvorstellungen und Dogmen der katholischen Kirche derart ernst genommen werden, dass sie die Blaupause für die Regelmechanismen liefern.
--- Ende Zitat ---
Hmm ... als eine der großen Aufgaben sehe ich die Verortung des Spiels in katholischen Lebenswelten. Du musst dir, wenn das Ganze nicht völlig unglaubwürdig werden soll, darüber klar werden, wo du das Spiel verorten willst. Wie soll das Mischungsverhältnis zwischen Hochreligion, Volksfrömmigkeit, Sykretismus und popkulturellen Vorstellungen aussehen? An der Stelle lässt sich nicht alles beliebig kombinieren. Verschiedene Vorstellungen widersprechen sich.


--- Zitat von: ianinsane am 27.03.2013 | 14:45 --- [...] wie wahrscheinlich es ist, dass ein Gebet an den für den entsprechenden Wunsch zuständigen Heiligen erhört wird.
--- Ende Zitat ---
Gebetserhöhrung durch Heilige ist z.B. ganz klar der Volksfrömmigkeit zuzuordnen. In der Hochreligion wird diese Vorstellung kategorisch abgelehnt. Hier werden Heilige als Fürsprecher angerufen. (Ganz ähnlich, wie wenn ich dich bitte für mich in der Angelegenheit XY zu beten.)



--- Zitat von: ianinsane am 27.03.2013 | 14:45 ---Das geplante Basissetting ist Mexiko in den 1960er Jahren.
--- Ende Zitat ---
An der Stelle kann ich leider überhaupt nicht weiterhelfen. Meinem Eindruck nach unterscheidet sich Mexiko in (nicht nur religiöser) Kultur und Lebensverhältnissen von den anderen Ländern Lateinamerikas außergewöhnlich stark.


Zum Zufallsmechanismus:
An und für sich finde ich die Rosenkranz-Idee ganz nett, aber ich wüsste auch nicht, wie man den als Zufallsmechanismus sinnvoll einsetzten könnte. Besser vorstellen könnte ich mir etwas, wie die Perlen des Lebens. Wenn man jede Perlensorte mit einer Bedeutung versieht und im Spiel verdeckt aus einem Beutel gezogen würde, ... Nur so als grundlegende Idee. Vom Background passen die Perlen des Lebens sicher nicht!

ianinsane:

--- Zitat von: Athair am 18.04.2013 | 15:32 --- Hmm ... als eine der großen Aufgaben sehe ich die Verortung des Spiels in katholischen Lebenswelten. Du musst dir, wenn das Ganze nicht völlig unglaubwürdig werden soll, darüber klar werden, wo du das Spiel verorten willst. Wie soll das Mischungsverhältnis zwischen Hochreligion, Volksfrömmigkeit, Sykretismus und popkulturellen Vorstellungen aussehen? An der Stelle lässt sich nicht alles beliebig kombinieren. Verschiedene Vorstellungen widersprechen sich.
 Gebetserhöhrung durch Heilige ist z.B. ganz klar der Volksfrömmigkeit zuzuordnen. In der Hochreligion wird diese Vorstellung kategorisch abgelehnt. Hier werden Heilige als Fürsprecher angerufen. (Ganz ähnlich, wie wenn ich dich bitte für mich in der Angelegenheit XY zu beten.)
--- Ende Zitat ---

Ja, das stimmt. Meine Tendenz ist, diesen Widerstreit in die Spielwelt einzubauen. Also, dass z.B. die Priester unter den Charakteren immer selbst sehen müssen, ob sie sich mit dem Volksglauben arrangieren oder ihn im Sinne des Vatikans bekämpfen. Und die Frage nach z.B. "Erhörung durch Heilige" bzw. "Bitte um Fürsprache" ist zumindest regeltechnisch halb so wild. Ob jetzt ein Bauer nach dem Volksglauben direkt Petrus bzw. San Pedro um gutes Wetter bittet oder ein Priester den heiligen Petrus um Fürsprache bittet - in beiden Fällen könnte die gleiche Regel zur Anwendung kommen.
Bei der Dosis der Popkultur ist das schwieriger. Wie lässt sich rechtfertigen, dass ein Priester mit Shotgun rumrennt und "Böse" umlegt? Ich denke, man muss in solchen Fällen den Katechismus ein bisschen biegen. Irgendwie sollte es von der Ausrichtung des Spiels her klar sein, dass so etwas gewünscht ist, aber andererseits darf es nicht ohne Konsequenzen bleiben. Das muss zumindest nach allen Beichtregeln gebeichtet und gebüßt werden, auch (oder besonders) wenn da dann der Spieler den Charakter belügen muss ("ich hatte keine andere Wahl", "ich wusste nicht, dass die Waffe geladen war"). Sonst steigt das Sündenkonto und das gibt natürlich heftige Mali...


--- Zitat von: Athair am 18.04.2013 | 15:32 ---An der Stelle kann ich leider überhaupt nicht weiterhelfen. Meinem Eindruck nach unterscheidet sich Mexiko in (nicht nur religiöser) Kultur und Lebensverhältnissen von den anderen Ländern Lateinamerikas außergewöhnlich stark.
--- Ende Zitat ---
Das hängt vermutlich auch mit der Periode der Christenverfolgung und dem Cristero-Krieg in den 1920er Jahren in Mexiko zusammen. Aber das ist ein unheimlich interessanter geschichtlicher Hintergrund für ein Setting.



--- Zitat von: Athair am 18.04.2013 | 15:32 ---Zum Zufallsmechanismus:
An und für sich finde ich die Rosenkranz-Idee ganz nett, aber ich wüsste auch nicht, wie man den als Zufallsmechanismus sinnvoll einsetzten könnte. Besser vorstellen könnte ich mir etwas, wie die Perlen des Lebens. Wenn man jede Perlensorte mit einer Bedeutung versieht und im Spiel verdeckt aus einem Beutel gezogen würde, ... Nur so als grundlegende Idee. Vom Background passen die Perlen des Lebens sicher nicht!
--- Ende Zitat ---

Aber so könnte man es ja auch machen - den Rosenkranz ein wenig modifizieren, z.B. eine Zahl auf jede Perle schreiben und verdeckt zugreifen...

D. M_Athair:

--- Zitat von: ianinsane am 18.04.2013 | 16:13 ---Und die Frage nach z.B. "Erhörung durch Heilige" bzw. "Bitte um Fürsprache" ist zumindest regeltechnisch halb so wild. Ob jetzt ein Bauer nach dem Volksglauben direkt Petrus bzw. San Pedro um gutes Wetter bittet oder ein Priester den heiligen Petrus um Fürsprache bittet - in beiden Fällen könnte die gleiche Regel zur Anwendung kommen.
--- Ende Zitat ---
Jein.

Soll heißen: Auf den ersten Blick geht das sicherlich.
Genauer hingesehen verbirgt sich da ein zweites, schwierigeres Thema, deren Regelmechanische Lösung nicht ohne "theologische Aussage" bleibt.
Es geht um die Frage, wie Erhörung zustande kommt.

Das eine (v.a. in der Volksfrömmigkeit beheimatete) Element wäre eine Werk- und Verdienstefrömmigkeit. Der Bauer meint, er hätte Anspruch auf Erhörung, weil es dies oder jenes getan hat. Da steckt ein bißchen die Idee vom Kaugummi-Automaten drin. Geldmünze (= Gebet + gute Werke - auch anderer) einwerfen, Kaugummi (der Erbetene) entnehmen.

In der Hochreligion gehört das Erbitten in ein lebendiges Beziehungsgeschehen mit dem Göttlichen (dessen Qualität/Vertrautheit/Vertrauen den Glauben eines Menschen charakterisiert).

Kurz: Einmal ist Gott Objekt und das andere Mal Subjekt.


Problematisch an einer dritten Version (z.B. das Ausgeben von abstrakten Verehrungspunkten oder rein zufällige Erhörung) ist, dass es keiner Deutung gerecht und die Unterschiede, von denen ich annehmen würde, dass die Spieler sie haben wollen, letztlich zudeckt. Also doch zwei Systeme? Für eine Gottheit? Auch wieder schwierig.

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