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[Santa Muerte] (Arbeitstitel) - Catholicsploitation

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Shevek:

--- Zitat von: ianinsane am 18.04.2013 | 16:13 ---Bei der Dosis der Popkultur ist das schwieriger. Wie lässt sich rechtfertigen, dass ein Priester mit Shotgun rumrennt und "Böse" umlegt? Ich denke, man muss in solchen Fällen den Katechismus ein bisschen biegen. Irgendwie sollte es von der Ausrichtung des Spiels her klar sein, dass so etwas gewünscht ist, aber andererseits darf es nicht ohne Konsequenzen bleiben. Das muss zumindest nach allen Beichtregeln gebeichtet und gebüßt werden, auch (oder besonders) wenn da dann der Spieler den Charakter belügen muss ("ich hatte keine andere Wahl", "ich wusste nicht, dass die Waffe geladen war"). Sonst steigt das Sündenkonto und das gibt natürlich heftige Mali...

--- Ende Zitat ---
Wenn du die Anführungszeichen von Böse entfernst, läßt sich das doch ganz einfach rechtfertigen.
Dann muss nur klar definiert werden, was böse ist.



--- Zitat von: Athair am 20.04.2013 | 21:01 ---Kurz: Einmal ist Gott Objekt und das andere Mal Subjekt.

--- Ende Zitat ---
Ist Gott Spieltechnisch gesehen nicht doch immer NSC?
Und die handeln doch schon gewöhnlich entsprechend dessen wie die SC sich (ihnen gegenüber) verhalten.
Das kann man mehr oder weniger starr handhaben, aber letztlich läuft es doch auch in der Hochreligion darauf hinaus, dass zu einer lebendigen Beziehung mit Gott auch ein entsprechendes Leben gehört. Das läuft nicht mehr eins zu eins (Ich stecke ein gute Tat in den Automaten, und heraus kommt einmal Regen für die Ernte, oder was man gerade braucht), aber eine gute Beziehung zu Gott, baut ja wohl kaum auf ausschweifendem Leben, klauen und betrügen auf.

Wenn man Gott als Vaterfigur annimmt, kann er sogar die unterschiedlichen Menschen unterschiedlich behandeln - wie ich das als Mutter auch teils mit meinen Kindern mache, wenn ich z.B. berücksichtige, dass ein Kind noch klein ist und darum schnellere und klarer ersichtliche Folgen für seine Taten braucht, als das schon ältere Kind.

Oder andersrum: Ein Mensch stärker eine stabile Beziehung braucht, während der andere einfach nur Regen für seine Ernte benötigt.
(So als Beispiele).

ianinsane:
Komme nach langer Zeit mal wieder dazu, zurückzuschreiben. Es geht gerade nur schleppend voran, mir fehlt im Moment etwas die Zeit.


--- Zitat von: Athair am 20.04.2013 | 21:01 ---Das eine (v.a. in der Volksfrömmigkeit beheimatete) Element wäre eine Werk- und Verdienstefrömmigkeit. Der Bauer meint, er hätte Anspruch auf Erhörung, weil es dies oder jenes getan hat. Da steckt ein bißchen die Idee vom Kaugummi-Automaten drin. Geldmünze (= Gebet + gute Werke - auch anderer) einwerfen, Kaugummi (der Erbetene) entnehmen.

In der Hochreligion gehört das Erbitten in ein lebendiges Beziehungsgeschehen mit dem Göttlichen (dessen Qualität/Vertrautheit/Vertrauen den Glauben eines Menschen charakterisiert).

--- Ende Zitat ---

Das kann ich nachvollziehen, aber kann man diese Trennung so strikt vornehmen? Ich bin selbst kein Theologe und habe mein Wissen nur aus Gesprächen mit selbigen und dem, was ich so nachschlage. Aber ist es nicht, so, dass die Rechtfertigungslehre, die ja so etwas wie die Grundlage des Denkens des lebendigen Beziehungsgeschehens ist, nach Augustinus im Lauf der Jahrhunderte in der katholischen Kirche ziemlich in den Hintergrund getreten ist und die Verdienstefrömmigkeit in der Praxis die Oberhand hatte? Immerhin war das ja auch ein Auslöser für die Reformation...
Also, mag sein, dass diese Trennung in Werkfrömmigkeit=Volksglauben und Beziehungsgeschehen="amtlicher Glauben" heute aktuell ist. Aber war sie das auch z.B. vor dem 2. Vatikanischen Konzil? (Für das Setting habe ich immerhin die Zeit um das Jahr 1960 im Auge...)

Vielleicht reicht es auch aus, den Habitus des Gläubigen zu berücksichtigen, also einen Messwert zu finden, wie lebendig die Beziehung zu Gott ist, und auf dieser Grundlage dann automatentechnischer zu werden. Also z.B. bei einem guten Habitus führt man viele (Heiligen-)Karten auf der Hand, was gleichbedeutend ist zu einer lebendigen Beziehung zu Gott. Und daraufhin kann man mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit beten. Wenn man dann noch den richtigen Heiligen als Fürsprecher auf der Hand hat, läuft die Sache...  ;D

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