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Aus welchen Nachteilen lassen sich brauchbare Abenteuerideen ziehen?
Eulenspiegel:
--- Zitat von: rettet den wald am 10.05.2013 | 18:29 ---Wenn ein "Nachteil" per Definition was schlechtes für dich als Spieler sein soll, warum solltest du ihn dir dann nehmen?
--- Ende Zitat ---
Weil ich als ausgleich einen Vorteil bekomme.
Wenn ich nur einen Nachteil nehmen könnte, dann würde ich ihn nicht nehmen. Aber meistens bekommt man etwas anderes als Gegenleistung.
zum Beispiel:
Nachteil: Halbe Bewegungsreichweite
Vorteil: Du darfst ein Attribut um einen weiteren Punkt steigern.
Nur den Nachteil würde ich nicht nehmen. Wenn ich für den Nachteil aber auch den Vorteil bekomme, dann nehme ich den Nachteil.
--- Zitat ---Für mich ist ein Nachteil etwas, was zwar für den Charakter schlecht ist, als Spieler allerdings das Spiel interessanter macht. Das inkludiert auch, dass du durch Nachteile Gummipunkte kriegen kannst.
--- Ende Zitat ---
Das würde ich halt nicht "Nachteil" sondern "Charakterhintergrund" oder "Aspekt" oder so nennen.
--- Zitat ---Wenn der Feind tot ist, ist der Feind tot. Ende. Ich halte auch nichts davon, dass du dir solche Nachteile "abkaufen" musst. Dadurch dass du den Feind besiegt hast, hast du dir verdient, keinen Feind mehr zu haben. Dafür musst du nicht extra noch Punkte aufwenden.
--- Ende Zitat ---
Das ist unfair gegenüber den Leuten, die weiterhin ihren Nachteil haben.
Dann könnte der andere ja auch sagen: "Ich habe im Fitness-Studio trainiert. Also will ich auch Stärke steigern können, ohne dafür Punkte aufbringen zu müssen."
Klar, man kann einen punktelosen Ansatz fahren und sagen, dass alle Veränderungen automatisch geschehen, sobald es sich ingame ergibt. (Man muss beispielsweise keine XP fürs Schießen ausgeben. Man muss stattdessen in einen Schießverein eintreten oder Waffentraining durchführen.)
Aber es wäre inkonsequent, für einige Sachen XP zu verlangen und für andere nicht. Entweder für alles XP oder für nichts XP. Aber kein Misch-masch.
--- Zitat von: Schwerttänzer am 10.05.2013 | 19:28 ---Wenn du nicht Nein sagen kannst, darfst etc ist es einer.
--- Ende Zitat ---
OK, hier ist dann die Frage, ob man Scene-Framing, Railroading und vom SL vorgefertigte Plots als Vor- oder Nachteil empfindet.
Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute sich über auf sie zugeschriebene Plots gefreut haben, obwohl sie keine Möglichkeit zum Nein-sagen hatten.
yennico:
--- Zitat von: rettet den wald am 10.05.2013 | 18:29 ---...Warum ist es hier in dieser Situation wichtig, dass der SC weiterhin den Nachteil "Feind" hat? Persönliche Ansicht von mir: Wenn der Feind tot ist, ist der Feind tot. Ende. Ich halte auch nichts davon, dass du dir solche Nachteile "abkaufen" musst. Dadurch dass du den Feind besiegt hast, hast du dir verdient, keinen Feind mehr zu haben. Dafür musst du nicht extra noch Punkte aufwenden.
--- Ende Zitat ---
In der Regel werden Nachteile bei der Charaktererschaffung gewählt und für jeden Nachteil bekommt der PC Punkt um weitere Vorteile zu nehmen. Wenn ein Pc seinen Feind tötet (besiegen reicht in diesem Fall nicht, denn dann kann dieser Feind ja wieder auftauchen), bekommt er und die anderen PCs dafür XPs. Ich könnte dem PC natürlich auch den Nachteil Feind erlassen, was defacto Bonus-XPs in entsprechender Höhe für diesen PC wären, welche die anderen PCs nicht bekommen. Wenn ich so etwas (Nachteil erlassen ohne XP zahlen zu müssen) machen würde, kann ich mir ausrechnen, was die nächsten Abenteuer der Gruppe sind: Alles Abenteuer, in denen die anderen PCs ihre Nachteile durch solche Bonus-XPs wegbekommen. Es würde möglicherweise auch noch Streit unter den Spielern geben, welches dieser Abenteuer als nächstes gespielt werden wird, weil dessen PC dann als nächster seinen Nachteil verliert.
Nachteile wegzukaufen muss XP kosten, denn sonst passiert folgendes:
Ein Spieler kann seinem PC viele körperliche Nachteile verpassen, wodurch er dann mehr Punkte für Vorteile hekommt. Nach dem ersten überstandenen Abenteuer hat dieser PC dann wahrscheinlich einiges Geld, von dem er sich dann Prothesen kaufen kann, die diese Nachteile negieren würden. Seine von den Nachteilen gekauften Vorteile würde er immer noch haben.
Jeder PC wird durch seine Nachteile erst interessant. Teflonbillies mag keiner in seiner Runde.
Edvard Elch:
--- Zitat von: yennico am 11.05.2013 | 09:57 ---Nachteile wegzukaufen muss XP kosten, denn sonst passiert folgendes:
Ein Spieler kann seinem PC viele körperliche Nachteile verpassen, wodurch er dann mehr Punkte für Vorteile hekommt. Nach dem ersten überstandenen Abenteuer hat dieser PC dann wahrscheinlich einiges Geld, von dem er sich dann Prothesen kaufen kann, die diese Nachteile negieren würden. Seine von den Nachteilen gekauften Vorteile würde er immer noch haben.
--- Ende Zitat ---
Was ist das denn für ein Spielerbild? Ich bin zwar auch dafür, dass Nachteile, mit denen wertetechnische Vorteile erworben werden, weggekauft werden, aber doch nicht, weil ich fürchte, dass sich meine Spieler sonst wie die letzten Vollpfosten benehmen und nur noch Scheiße zusammenspielen.
Thandbar:
--- Zitat von: Edvard Elch am 12.05.2013 | 09:42 ---Was ist das denn für ein Spielerbild?
--- Ende Zitat ---
Ich denke, es geht darum, ein System möglichst munchkin-sicher zu machen. Die meisten Spieler sind keine Munchkins, aber ein einziger Munchkin, der einen Weg findet, ein System zu seinen Gunsten auszuschlachten, kann eine Runde ruinieren.
Davon abgesehen hatte ich persönlich nie diese Probleme mit dem Regelbaustein "Nachteile", die hier skizziert werden. Es ist mir auch nie vorgekommen, dass sich per Nachteile ein Spieler "Screentime" hätte erkaufen wollen. Insofern kann ich die hier geäußerten Bedenken aus meiner Spielpraxis heraus nicht bestätigen.
La Cipolla:
Kommt auch drauf an, für wen man ein Spiel bastelt. Für irgendwelche Freunde oder Indie-Pros kannst du schon mit Vernunft rechnen, aber wenn du bspw. D&D entwickelst (oder etwas ähnliches), solltest du es dem SL möglichst einfach machen, gegen Missbrauch des Systems vorzugehen. Aus anderen Gründen gilt das eigentlich auch für alle Systeme, die einen "Sammelfaktor" oder einen "Cool Powerz" Faktor haben (man ärgert sich einfach, wenn man sieht, dass gewisse Nachteile mehr "bringen").
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