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Glaube verpflichtet...?

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kalgani:

--- Zitat von: Falke359 am 16.05.2013 | 17:03 ---Für mich stellt sich die hier diskutierte Problematik so dar:
- Ein (in meinen Augen) relativ strikter SL stellt einen strengen Verhaltenskodex für die Anhänger eines Glaubens auf.
- Ein Spieler kommt damit nicht klar, weil er sich nicht derart eng gängeln lassen will, aber keineswegs die Absicht hat, gegen das Portfolio oder die Überzeugungen der Gottheit zu handeln, der er dient.

Wenn wir z.B. die "Favoured Soul" nehmen, sehen wir aber doch, dass es in D&D durchaus nicht unüblich ist, dass jemand, der wundersame Fähigkeiten (klerikale Zauber) von einer Gottheit verliehen bekommen hat, dennoch außerhalt kirchlicher Hierarchien steht und jenseits klerikalen Gehorsams agiert. Ähnliches kann ich mir für einen Inquisitor vorstellen, dem die Kirche ein größeres Maß an Freiheit zugesteht als anderen Klerikern, auch und vor allem, weil dessen Aufgabengebiet ein anderes ist und er vielleicht auch Dinge tut, die im Dienste der Gottheit getan werden müssen, die aber andere nicht machen wollen.

Worauf ich im Endeffekt hinaus will ist folgendes: Ich als SL würde dem Spieler nicht von vorneherein mit meinen speziellen Vorstellungen eines Verhaltenskodexes einengen, sondern ihm gewisse Freiheiten einräumen, vor allem, wenn er sich eingeengt fühlt. Ich würde ihm also erst einmal einen Vertrauensvorschuss entgegenbringen, statt ihn von vorneherein zu begrenzen.
Weicht er dann dauerhaft zu sehr vom göttlichen Willen ab oder nutzt er diese Freiheit unangemessen aus, kann ich als SL immer noch reagieren.

--- Ende Zitat ---

dieser teil deiner aussage gefällt mir sehr gut.
im endeffekt läuft es aber auch darauf hinaus ;)

Falke359:

--- Zitat von: kalgani am 16.05.2013 | 17:35 ---im endeffekt läuft es aber auch darauf hinaus ;)

--- Ende Zitat ---

Ok, dann habe ich diese Aussage nicht richtig verstanden:


--- Zitat von: kalgani am 14.05.2013 | 17:09 ---Hier der Grummelspieler:

Das Problem ist eher das die Idee des Chars 3 Wochen alt ist und heute, einen Tag vor Einführung des Chars auf einmal ziemlich strike Bürden auferlegt werden von denen in dieser Form noch nie Rede war. das ein RG Inquisitor nicht mordend durch die Gegend zieht ist klar. Aber als Mutter Theresa mit Bastardschwert habe ich den Char nciht gesehen.

--- Ende Zitat ---

Mich würde dann interessieren, wo aus deiner Sicht das Grundproblem genau besteht?  :)

Tudor the Traveller:

--- Zitat von: Falke359 am 16.05.2013 | 17:03 ---Trotzdem würde ich nicht in jedem Fall die Regeln einer Kirche mit dem Willen der Gottheit gleichsetzen, natürlich kann es da Abweichungen geben, gerade das generiert ja spannende plots.

--- Ende Zitat ---

Also Generierung spannender Plots ist jetzt keine Hinreichende Begründung für die Rücknahme von Settingplausibilität  ;) Auch wenn man hier und da natürlich Augen zudrückt, um solche spannenden Plots zu ermöglichen.

Die Problematik ergibt sich ja auch grundsätzlich, weil es ein sehr spezieller Gott ist, nämlich ein Paladin-Gott, und da auch einer mit sehr bestimmten "Ansichten" (Grundsätzlich bin ich durchaus der Meinung, dass Paladin nicht gleich Paladin ist und da ein Spielraum existiert). Bei diesem hier spielt Aufrichtigkeit, sowohl im Sinne von Ehrlichkeit als auch von Unnachgiebigkeit / Standhaftigkeit, eine zentrale Rolle (in etwa vergleichbar zu Torm). Ebenso die weiteren Punkte des Codex, wie Gehorsam gegenüber Vorgesetzten. Man muss vielleicht einfach einsehen, dass zu solch speziellen Gottheiten nicht jede Klasse, wie z.B. der Inquisitor, passt. Heimliches Herumschnüffeln, ein Aspekt des Inquistiors, beißt sich eben mit der Aufrichtig- und Geradlinigkeit, die diesen Glauben kennzeichnet. Daher sehe ich es so, dass wenn es Inquisitoren (also die Klasse) in dieser Kirche gibt, diese etwas vom normalen Schema abweichen müssen, um dem Glaube gerecht werden zu können.

Zumal der Codex schon existiert und nicht erst für den Spieler erschaffen wurde, um diesem Regeln in den Weg zu schmeißen. Der Unmut kam ja erst auf, weil ich nicht direkt darauf hingewiesen habe, dass der Codex allgemein von den Klerikern (inklusive andere Klassen) einzuhalten ist, eben weil es ein sehr strenger Glaube ist.

Feuersänger:
Die tiefer liegende Frage nach der "Konformität" innerhalb einer jeweiligen Kirche find ich dabei durchaus interessant. Eine Inquisition ist ja normalerweise in erster Linie dann erforderlich, wenn in der Kirche nicht alles so läuft, wie es soll. Unter welchem Umständen kann das in High Magic Settings mit echten Gottheiten denn eintreten?

Traditionelle Lesart wäre ja: innerhalb der Kirche verbreiten sich Irrlehren, und zwar durch Leute, die von ihren Ansichten ehrlich überzeugt sind und sie für den tatsächlichen Willen (des jeweiligen) Gottes halten.
Wie gesagt halte ich das in Settings, in denen die Götter tatsächlich und leibhaftig präsent sind, für nicht praktikabel. Wenn die Gottheit mit einer vertretenen Lehre nicht d'accord geht, wird sie schon von sich hören lassen ehe es zu einem Schisma kommt.

Als Alternative böte sich vielleicht an, dass eine feindlich gesonnene Gottheit die fragliche Kirche durch Spione infiltrieren lässt. Da wäre dann die Aufgabe der Inquisition, diese Spione ausfindig zu machen und zur Strecke zu bringen.

Tudor the Traveller:
Danke für diesen Punkt, denn das trifft eine Sache auf den Kopf, die mich dabei umtreibt.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie so eine RG Inquisition aussehen könnte, ohne dass sie zu sehr die Prinzipien des Gottes verletzt. Dass Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit bei Ermittlungen gegen Spione nicht die Mittel der Wahl sind, ist ja offensichtlich...

Eine andere Sache, die mich noch beschäftigt, ist dieser Mutter Theresa-Vorwurf aufgrund des Codex. Ich begreife nicht, wie dieses Bild entsteht. Im Prinzip fängt der Codex imo lediglich klassische ritterliche Aspekte ein, und Paladine und Rittertum sind ja direkt verwandt; der klassische Paladin ist auch ein idealer Ritter. Oder irre ich mich da?

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