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Bodenschätze plündern auf neuen Planeten!
Schalter:
Hallo Ihr!
Kein neues Thema in der Science Fiction, gell? Wir stellen uns vor, wir haben endlich einen neuen erdähnlichen Planeten am Start, und durch irgendwelchen technischen Fortschritt ist es sogar rentabel, da mit Raumschiffen regelmäßig von der Erde aus hin und zurück zu pendeln. Was würde das eigentlich, mal realistisch betrachtet, wirtschaftlich für die irdische Ökonomie bedeuten? Wie würde es sich auf die Märkte und entsprechend die Preise für die Bodenschätze auswirken, wenn man eben diese jetzt nicht mehr nur vom Heimatplaneten, sondern auch der neuen Koloniewelt ausbuddeln könnte? (Hat jemand was mit BWL zu tun und kann das einschätzen?)
Ich schraube grade an dem alten Spiel Lost Colony aus der Deadlands-Reihe rum. Da ist die Idee, dass es (mal wieder, nach "Stargate"/"Event-Horizon"-Logik) einen menschgemachten "Interspace Tunnel" gibt, der in ein Koloniesystem führt. Beim Originalspiel ist da ein fiktives Mineral zu finden, das so ähnlich wie Kohle funktioniert. Wenn man es aber so vorstellen will, dass da statt dessen Bodenschätze zu holen sind, die so oder so ähnlich auf Terra auch vorkommen, was wäre wohl für den obligatorischen Ansturm der Schürfer erstrebenswert? Erdöl und Braunkohle ja sicherlich, aber was zum Beispiel würde mit dem Goldpreis geschehen, wenn Gold auf solch einem neuen Planeten zu finden ist? Ist das überhaupt noch wertvoll? Und wie wär's mit "Yellow Cake" (Uranerz)?
Talim:
Das hängt sehr von den Transportkosten und dem Wert der Ware ab.
Bei Platin, seltenen Erden und Ähnlichen und bei niedrigen Transportkosten (und Abbaukosten) würde das schon gehen.
Wenn die Erde ausgeplündert wäre und dieses Material exorbitant teuer wäre, würde ein preiswerter Transport die Preise auf der Erde senken.
Aus heutiger Sicht: Selbst wenn man die Technologie hätte, würde sich der Transport nicht lohnen. Deswegen schürfen wir auch noch nicht in unserem Asteroidengürtel. Technik ist da, ist nur zu teuer.
Talim
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Schalter am 25.05.2013 | 16:35 ---Erdöl und Braunkohle ja sicherlich, aber was zum Beispiel würde mit dem Goldpreis geschehen, wenn Gold auf solch einem neuen Planeten zu finden ist?
--- Ende Zitat ---
Käme darauf an. Wäre das Gold auf dem anderen Planeten genau so selten wie hier auf der Erde? Oder gibt es dort Gold im Überfluss?
Angenommen, es gäbe dort Gold im Überfluss. Und angenommen, die Transportkosten wäre extrem niedrig. Und angenommen, es gäbe kein Kartell, das den Goldhandel überwacht, um die Preise stabil zu halten. Sollten diese drei Annahmen zutreffen, würde der Goldpreis rapide sinken.
Sobald aber nur einer der Annahmen nicht zutrifft, bleibt der Goldpreis stabil.
Pyromancer:
Hier hilft vielleicht ein Blick in die irdische Geschichte. Ich meine mich zumindest zu erinnern, dass die Massen von Gold und Silber, die aus der neuen Welt nach Europa kamen, das Preisgefüge auf dem alten Kontinent kräftig durcheinander gerüttelt haben. Aus der Zeit wird es aber sicher detaillierte Aufzeichnungen und spätere Analysen durch Historiker und Wirtschaftswissenschaftler geben, an denen man sich orientieren kann.
Feuersänger:
Gold ist hier nicht so relevant, ein denkbar schlechtes Beispiel. Gold ist zu nichts nütze und erhält seinen Wert einzig durch seine Seltenheit. Ist es nicht mehr selten, taugt es nicht mehr als Wertanlage.
(Nota: selbst jetzt gerade hat der Goldpreis mal eben so ne Talfahrt hingelegt -- ohne besonderen Grund.)
Interessant sind Rohstoffe, die 1.) auf der Erde selten vorkommen und 2.) für die ein steigender Bedarf besteht. Das wären z.B. die vorgenannten Seltenen Erden. Die braucht man für alle mögliche Hightech; man kann also davon ausgehen dass der Bedarf weiterhin steigen wird. Andere Option wäre spaltbares Material (Uran etc), falls man in dem Setting noch auf Fission angewiesen ist.
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