Pen & Paper - Spielsysteme > D&D4E
Wie variabel lässt sich die 4E an Settings anpassen?
6:
@Wellentänzer:
Danke für die Erklärung. :d
Ich glaube da muss ich Dir nochmal widersprechen. Das Wertesystem in der 4E besteht nicht nur aus den Powers. Du hast immer noch uA. Hitpoints, die ein Wert für Moral und Gesundheit darstellen und Du hast die Skills, die Deine mundanen Fähigkeiten darstellen (dazu kommen dann noch z.B. die Actionpoints, an die man noch viele einfache Hausregeln anheften kann, aber das führt jetzt glaube ich vom Duel weg). Das ist übrigens das, was ich meinte mit dem "Wald vor lauter Bäumen".
Wenn ich mir ein Duell im Film oder im Fernsehen anschaue (bitte nicht mit Realismus kommen), dann werden die selten durch die gelernten Schwertfähigkeiten sondern eher durch Psychologie und innovativen Einsatz der vorhanden Gegenstände und Möglichkeiten entschieden. Wenn Du also einen Charakter hast, der Intimidate hoch hat, wirst Du als Spieler versuchen den Gegner mit schnellen Attacken oder Drohungen angreifen (Intimidate gegen Willdefense. Wenn Du willst: Schaden sieht DMG S42. Oder der Spieler drückt dem Gegner einen entsprechenden Zustand auf die Backe). Sowas geht aber natürlich nur, wenn die Situation eine solche Aktion zulässt (der Zustand es zulässt). Die Skillchallengemilestones sind also in diesem Fall die Hitpoints des Gegners. Fail bei 0 eigenen Hitpoints.
Würden sich Deine Spieler auf ein solches Duell einlassen?
EDIT: Schade dass Du Dich in diesem Thread verabschiedet hast. :-\
6:
--- Zitat von: Arldwulf am 14.06.2013 | 09:49 ---Unter Gameismus versteht man eher die Regelwerke tatsächlich als fixe Spielregeln zu verstehen innerhalb derer man versucht optimal zu agieren. Dazu passt es eben nicht wenn abhängig von der Beschreibung Dinge passieren die nicht im Regelwerk festgelegt sind - das ist dann eher narrativ.
--- Ende Zitat ---
Nee. Gamismus geht eher in die Richtung der Herausforderung. Die Gruppe möchte Hindernisse, die sie überwinden müssen. Der Fokus liegt dabei auf das Überwinden. Das hat nichts damit zu tun, ob Du die Aktionen regeltechnisch abgebildet bekommst oder nicht. Das alte D&D ist z.B. gamistisch, obwohl Du für vieles Hausregeln erfinden musst.
Ich würde einfach GNS aussen vor lassen. Die Begriffe verwirren mehr als dass sie erhellen.
Thandbar:
Wenn schon die Befürworter der These "Duelle lassen sich prima in der 4E darstellen" auf ganz unterschiedliche Lösungen kommen und demzuliebe sogar Kernelemente des Spielsystems abschnippeln würden, sehe ich darin eher einen Beweis für die Gegenthese.
Innerhalb des Systems macht es viel mehr Sinn, einen gegnerischen Leader mit Sliding-Kräften vom Rest der Truppe zu isolieren oder in einer Nova-Explosion gezielt auszuschalten, damit er den Bonus nicht mehr an seine Komparsen weiterreicht.
Duelle verlohnen sich innerhalb der Logik des Systems nicht und werden auch narrativ nicht davon unterstützt. Dass ein Spielleiter zum Beispiel eine Skill Challenge nutzen kann, um so etwas zu simulieren: geschenkt. Das ist dann aber eine Kreativleistung des DM und ein Vermögen der Gruppe, sich darauf einzulassen - und nichts, was die 4E von sich aus ausweisen würde.
Alle begriffliche Vorsicht fallgengelassen: Wenn ich ehrlich bin, kenne ich kein System, das gamistischer als die 4E wäre. Und ich sehe das übrigens als ihren größten Vorteil an, dass sie sich dieser Prämisse gewahr ist und diese in jeder Iteration aufrecht zu erhalten versucht.
Diese Reinlichkeit des Designs ist nach meinem Empfinden das, was Wellentänzer sehr treffend als "Segen und Fluch" der 4E bezeichnet hat.
Arldwulf:
--- Zitat von: 6 am 14.06.2013 | 10:04 ---Nee. Gamismus geht eher in die Richtung der Herausforderung. Die Gruppe möchte Hindernisse, die sie überwinden müssen. Der Fokus liegt dabei auf das Überwinden.
--- Ende Zitat ---
Mhh - was wäre bei dieser Definition denn _kein_ gamistisches Rollenspiel? Hindernisse zu überwinden gibts schließlich überall. Auch da wo beispielsweise Spielleiter und Spieler selbst anhand von "Erzählrechten" beispielsweise diese abwechselnd beschreiben oder Dinge im Handlungsbogen anpassen.
Aber wir sind uns ja eh einig - die Definitionen sind viel zu schwammig um sie zu nutzen.
Was die Duelle angeht: Natürlich gibt es mehrere Möglichkeiten dafür. Die ganz normale "zwei Spieler stehen sich gegenüber und nutzen ihre Fähigkeiten um den jeweils anderen zu besiegen" Methode funktioniert aber auch und hat einige Vorteile die die 4E mitbringt. In erster Linie ein sehr sauberes Aktionssystem welches auch Unterbrechungsaktionen sehr in den Fokus rückt. Und generell verschiedene Wege um Aktionen zu kontern.
Es gewinnt also nicht immer der der die Initiative gewonnen hat oder am meisten Schaden macht - sondern der der seine Taktik am besten durchbringt. Was ich in einem Duell eigentlich sehr sinnvoll empfinde, und wohl etwas wäre was ich auch in ein rein auf Duelle spezialisiertes System gern einbauen würde.
6:
--- Zitat von: Thandbar am 14.06.2013 | 10:07 ---Wenn schon die Befürworter der These "Duelle lassen sich prima in der 4E darstellen" auf ganz unterschiedliche Lösungen kommen und demzuliebe sogar Kernelemente des Spielsystems abschnippeln würden, sehe ich darin eher einen Beweis für die Gegenthese.
--- Ende Zitat ---
1. Powers sind keine Kernelemente. Das ist das, was ich schon die ganze Zeit versuche klarzumachen. Sie sind toll und absolut cool und perfekt, um die Comfortzone "Kampf" zu etablieren. Aber notwendig für das System sind sie nicht. :)
2. Eben gerade weil das System mehrere einfache Lösungen für das gleiche Problem zur Verfügung stellen, ist das System flexibel. Du kannst es ohne großen Aufwand an Deine Bedürfnisse anpassen.
--- Zitat ---Alle begriffliche Vorsicht fallgengelassen: Wenn ich ehrlich bin, kenne ich kein System, das gamistischer als die 4E wäre. Und ich sehe das übrigens als ihren größten Vorteil an, dass sie sich dieser Prämisse gewahr ist und diese in jeder Iteration aufrecht zu erhalten versucht.
--- Ende Zitat ---
Du irrst Dich. OD&D ist mindestens genauso gamistisch wie 4E. Allerdings ist das eine andere Art des Gamismus. 3E ist auch genauso gamistisch. Allerdings wieder auf eine andere Art.
Genau deswegen sollten wir GNS hier raus halten. Die Begriffe verwirren nur.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln