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Reiche des Guten bzw Bösen

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kalgani:
ich glaube die entwicklung der letzten hundert Jahre hat eher was mit der allgemeiner gesellschafterlicher & wirtschaftlicher entwickung zu tun und nix mit christlichen entwicklung. ob hier nun buddisten, moslems oder christen gelebt hätten macht nur wenig unterschied.

Tudor the Traveller:
Das denke ich nicht. Eine Gesellschaft entwickelt sich vor und sozusagen im Dialog mit ihrem historischen Hintergrund.

Aber wir bewegen uns da tief in der Soziologie, wo mein Wissen recht dünn ist. Ist auch nicht so wichtig, das ist hier ja nicht Thema. Ich wollte halt nur einwerfen, dass Ideologien kulturelles Gewicht bekommen können.

Feuersänger:
Ja, wie schon gesagt, bei solchen Vergleichen mit unserer Welt hakt es immer wieder daran, dass sich hier quasi alle - zumindest alle Ideologen - selber für Die GutenTM halten. Da erfordert D&D ein konsequentes Umdenken. Da sind die Bösen Böse und wissen das auch selbst und stehen dazu. Nur halten sie halt Böse-sein nicht für etwas _Schlechtes_, sondern im Gegenteil für richtig und erstrebenswert, aus welcher Argumentation auch immer.

Ist im Prinzip eine sprachliche Geschichte. In unseren Sprachen (zumindest in allen die ich kenne) bedeutet "Gut" für gewöhnlich sowohl das Gegenteil von Böse als auch von Schlecht. Das kommt auch natürlich nicht von Ungefähr! Entsprechend setzt unsere Denke auch Böse und Schlecht gedanklich gleich.
In D&D hingegen sind das zwei Paar Stiefel. Entsprechend könnte es sein, dass es in Common auch zwei Wörter gibt - eins für Gut im Sinne von "Gegenteil von Böse" und eins für "Gegenteil von schlecht".
Für die Guten in D&D ist natürlich Böse auch schlecht. Aber für die Bösen ist Gut schlecht.

Skele-Surtur:
Nun, ich würde mal behaupten, dass es ein gerüttelt Maß an "Evil" Personen gibt, die sich durchaus nicht für "böse" halten, nach welcher Definition auch immer. Die wirklich böse-bösen Leute dürften sich auch in Grenzen halten, dazu gab seinerzeit das BoVD Aufschluss.

Letztlich sind die Personen, die wirklich böse-böse sind, (I'm evil and I know it) entweder solche, die sagen: Erst komm ich, dann kommt lang garnichts und dann... kommt immer noch nichts. Also purer Egoismus. Null Ideologie. Sie tun böses für sich, wissen, dass das böse ist und es ist ihnen scheißegal, so lange sie damit durchkommen.
Möglichkeit zwei sind solche, die das Böse wirklich verehren. Woher kann so etwas kommen? Was bedeutet es, wenn jemand "böse sein" für "richtig" hält? Und da setzt mein Vorstellungsrahmen einfach aus. Ich kriege das nicht plausibilisiert. Wie FS schon gesagt hat, stilisieren sich die Bösen in unserer Welt als die "Guten", indem sie irgendwelche Legitimationen für ihr Handeln vorschieben, - deus vult
- Ich befolge nur Befehle
- Es ist mein Geburtsrecht und wenn ich töten muss, um es zu erlangen, dann muss das so sein (und ist immernoch richtig)
- Der stärkere beherrsche den Schwachen, das ist der natürliche Lauf der Dinge
- Es ist für das größere, gute Ziel
- Sie bedrohen uns, wir müssen und (präemptiv) verteidigen!
- etc.

Vielleicht gibt es dann noch so Motive wie "Rache" oder dergleichen, aber "ich foltere hunderte Gefangene aus moralisch-ethischen Gründen" kriege ich nunmal nicht in meinen Kopf, ums Verrecken nicht.

Feuersänger:

--- Zitat von: Surtur am 23.07.2013 | 20:58 ---Möglichkeit zwei sind solche, die das Böse wirklich verehren. Woher kann so etwas kommen? Was bedeutet es, wenn jemand "böse sein" für "richtig" hält? Und da setzt mein Vorstellungsrahmen einfach aus. Ich kriege das nicht plausibilisiert.
--- Ende Zitat ---

Willkommen im Club. Genau das ist auch mein Problem. Was ja mit mein Hauptgrund für diesen Thread war. Blanker Egoismus und Eigennutz -- das kann ich noch nachvollziehen, auch wenn ich es nicht gutheißen kann. Neid und Mißgunst, "Das ist mein Förmchen", okay da hat mich die blanke Realität gelehrt dass es sowas gibt.
Auch diese typischen von dir genannten Legitimationen, à la "Der Zweck heiligt die Mittel", ja, das sind die typischen Fälle von "Wir sind die Guten", und da meine ich eben dass da der Böse sagt "Ja, das ist Böse, aber Richtig. Gut ist Schwach".

Dann gibt es ja noch den übernatürlichen Bereich, also Böse Götter die im Extremfall die ganze Welt vernichten wollen -- da fällt es mir auch schwer irgendwie das "Warum" nachzuvollziehen, aber im Prinzip kann man das vielleicht auch als Extensionen des obigen behandeln:
- Rache: "Ich kann den Schöpfergott nicht leiden, darum will ich seine Sandburg kaputtmachen"
- Mißgunst: "Mein Schöpfungsversuch ist schiefgegangen, jetzt mach ich deine Sandburg auch kaputt."
- Rechtfertigung: "Ich will die Welt selber neu erschaffen, aber dafür muss sie erstmal untergehen."

Man beachte, dass solche denkbaren göttlichen Motive einiges von Kindergarten haben. =D

Somit sind einige Böse Archetypen wenigstens potentiell greifbar. Aber ab einem bestimmten Punkt macht es bei mir "Schnapp" und ich kann nichts mehr nachvollziehen.

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