Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Reiche des Guten bzw Bösen
Feuersänger:
Ja, das wirft eben so interessante Fragen auf:
- was war an den "Bösen" denn dann so böse? Nur weil sie schwarze Rüstungen anhatten?
- mit welchem Recht nannten die "Guten" sich gut, wenn sie auf Genozid aus waren?
Denn genau sowas:
--- Zitat ---der einhellige Ton auf der guten Seite war "die da drüben (Orks, Barbaren, Stammeskrieger, Söldner) sind böse, wir müssen sie alle umbringen und verbrennen, inklusive Frauen und Kindern"
--- Ende Zitat ---
ist zwar typisch für Zeloten, die sich gut und gerne für Vertreter des Guten halten mögen, aber dies deswegen noch lange nicht sind. In der Realhistorie kamen da dann so Geschichten wie die Eroberung Jerusalems raus, inklusive Gemetzel an der Zivilbevölkerung, in der inbrünstigen Überzeugung: "Gott Will Es".
In D&D hingegen - nunja, da kommt es auf die Spielweise an. Da gibt es durchaus auch eine Fraktion, die so argumentiert wie deine Krieger des Lichts -- "Wer laut Detect Evil böse ist, den darf man niedermetzeln." Aber das ist eher die Minderheit, würde ich sagen.
Ich hänge da eher der Schule an, dass die Taten die Gesinnung bestimmen. Wer wehrlose Frauen und Kinder metzelt, kann nicht Gut im Sinne der Gesinnung sein, egal wie sehr er das von sich selber meint.
Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder):
Jaja... tötet sie alle, GOtt erkennt die Seinen.
@Topic
Ist die Frage, worin die Doktrin des jeweiligen "Bösen" Reiches begründet ist. Bei D&D-like ist ja durchaus möglich, daß wortwörtlich Gottesstaaten existieren. Deren Gesellschaftsordnung wäre dann natürlich dem jeweiligen Portfolio unterworfen. Da fangen dann die Probleme an - die Dogmen und Doktrinen böser Götter sind meistens nicht in der Lage, Nationbuilding zu leisten. Außer dem Klassiker "Weltherrschaft" bzw. allg. "Macht" gibt es da wenig.
Bliebe die zweite Möglichkeit: Das Böse hat sich an die Spitze einer undogmatisch gegründeten Gesellschaft geputscht / intrigiert / gekämpft, übernimmt Schlüsselpositionen und unterjoch grundsätzlich die bestehende Gesellschaft. In dem Fall werden strenge, die Herrscherschicht schützende Gesetze erlassen, die man rigoros durchsetzt (wie In deinem Beispiel mit dem Magier vor Gericht) und ansonsten wird sich im Alltag der Masse an Ansichten und Einstellungen zunächst nicht viel ändern. Ein gewisses Mißtrauen wird einziehen, falls es den Herrschern gelingt, genug Kollaborateure und Denunzianten zu gewinnen. Über längere Zeit (ein, zwei Generationen) werden Mißtrauen und Vom-Bösen-Profitieren bei gleichzeitiger Angst und Unsicherheit als Dauerzustand zu schweren Deformationen führen. Wenn Du z.B. Leute interviewst, die zur Zeit von Stalin lebten, ohne in dessen Mühlen zu geraten, also eigentlich unbeschadet blieben, so sind die doch oft EXTREM paranoid und widersprüchlich.
Was Gesinnungen angeht: Wirf mal einen Blick auf das Palladium-System als Gegenentwurf zur 3/9-Systematik. Das ist vielleicht ganz interessant für Dich.
Thandbar:
--- Zitat ---Wie müsste eine Welt aussehen, in der das Gesinnungsraster Realität ist?
--- Ende Zitat ---
Wird das bei Planescape nicht schon sehr konsequent durchgespielt?
Sven:
@Feuersänger
Dass Reiche oder Städte Gesinnung haben ist ja etwas das bis AD&D2 Gang und Gäbe war. Ich glaube die Einteilung war grob so:
LE - Reich ähnelt den guten Reichen, aber es gibt eine korrupte Justiz und Herrschaft. Meist sehr drakonisch, mit einem autoritären, unfehlbaren Herrscher an der Spitze.
NE - Reich ist ein Failed State und in viele Fraktionen zersplittert. Es gibt Kräfte innerhalb des Reiches, die wieder Ordnung herstellen wollen.
CE - Kein politischen oder gesellschaftlichen Strukturen jenseits elementarster Strukturen, wie Sippen. Jeder gegen jeden.
Rhylthar:
Wenn man Beispiele (und Motivationen) für "böse" Reiche bei D&D haben will, kann man doch folgende Beispiele heranziehen:
- Thay
- Menzoberranzan
- Skullport
Gibt sicher noch mehr, nur hatte ich erst 2 Schlücke Kaffee, womit mein Hirn noch nicht rundläuft. ::)
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