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Anderthalb Stunden mit 0 Fate Punkte

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Dragon:
außerdem kann man auch Szenenaspekte/Situationsaspekte reizen

Blechpirat im Urlaub:
Ich bin ja der von Xemides angesprochene SL. Ich bin sowohl der Ansicht, dass Reizen eines der stärksten Werkzeuge ist, die im Werkzeugkasten des SLs bei FATE rumliegen, und auch, dass ich zuwenig reize.

Allerdings würde ich davor warnen, es als SL sich zur Aufgabe zu machen dafür zu sorgen, dass jeder Spieler immer Fatepunkte hat. Man sollte die Compels halbwegs gleichmäßig auf die Spieler verteilen, denn sonst drängeln sich die Rampensäue noch mehr ins Spotlight (Reiz mich, ich hab keine Fatepunkte mehr).

Ansonsten kann ich die Beobachtung von Azzurayelos nur teilen: Wer einen SL gewohnt ist, der versucht, den Spieler das Leben schwer zu machen, der empfindet das Reizen von Aspekten als bedrohlich und will das evtl. nicht. Failure is Fun ist gerade bei diesen Spielern eine eher sonderbare und unbegreifliche Vorstellung.

Andererseits kann der arme Haukrin wohl ein Lied davon singen, wie es ist, wenn die Spieler (also ich) allzu aggressiv die Fatepunkte durch Selbstreizen einfordern. Irgendwo in der Mitte liegt der richtige Weg, denn als SL muss ich ja die Aspekte der Spieler, der Szene, der Kampagne, der NSC usw gleichzeitig im Kopf haben - das kann nicht so recht gut gehen. Da müssen die Spieler mitdenken, und es klappt auch oft, dass ein Spieler einen interessanten Compel vorschlägt.

Aber das du ein doofer SL bist, wenn du 60 Minuten keinen Fatepunkt gegeben hast, dass kann man so nicht sagen. Aber spätestens wenn mal der Drive kurz raus ist und die Spannung etwas nachlässt - dann ist es Zeit für einen Compel.

Auribiel:

--- Zitat von: Praion am 26.07.2013 | 15:06 ---Wenn ich jemand länger als ne halbe Stunde ohne neuen Reiz dasehen sitze würde ich mir sagen ich hab versagt als Spielleiter.

--- Ende Zitat ---

Dem kann ich absolut nicht zustimmen.

Wieso?

Das große Argument für FATE ist doch gerade das Player-Empowerment. Aber dann, wenn es an die FATEpunkte geht, liegt die Verantwortung für Fatepunkte-Flow wieder allein/überwiegend beim SL? Muss mich doch sehr wundern.

Je nachdem wie so eine FATE-Runde aussieht, hat man es mit ibs zu 40 Aspekten zu tun (nur auf der SC-Seite, von den NSC jetzt mal ganz zu schweigen). Welcher SL überblickt das noch, bitte vortreten, den miete ich mir dann als Datenbank für das nächste Play! Es ist doch Sache der Spieler, den SL drauf aufmerksam zu machen, in welcher Szene einer ihrer Aspekte zum Tragen kommen kann.
Sicher ist es auch nicht allein in der Verantwortung der Spieler. Als SL sollte man schon die Aspekte der Spieler irgendwo stehen haben und auch Szenen zum Ansprechen der Spieler bereithalten und anregen. Aber letztendlich ist bei mir jeder Spieler für seine Aspekte und das Aufmerksam machen auf passende Aspekte selbst zuständig (besonders dann, wenn der SL es mal gerade vergisst, der hat noch anderes zu tun, als nur die SC-Aspekte zu beachten).

Praion:
Die Sache ist, dieses Compel Level ist schwer zu halten. Das ist ein komplet neuer SL Skill den man sich erarbeiten muss. Wenn ich sage, das ist Spielleiterausfall meine ich damit nicht "Deine Leitung ist schlecht also ist dein Spiel schlecht also sollst du dich schlecht fühlen!" sondern, "hey; da muss man als SL härter dran arbeiten".

Natürlich funktioniert das auch anders aber es ist schade wenn man nicht mit Charakter und Umgebungsaspekten interagieren kann, einfach weil einem die Punkte fehlen. Natürlich kann man da ein wenig drum herum arbeiten wenn man Manövert und so aber das ist auch nicht das gleiche.

Kampfwurst:

--- Zitat von: Praion am 26.07.2013 | 19:15 ---"hey; da muss man als SL härter dran arbeiten".

--- Ende Zitat ---
Ich gebe dir Recht, das ist eine Fertigkeit, die man neu erlernen muss, aber nicht als SL, sondern als Gruppe. Sicherlich hat der SL immernoch eine gewisse Sonderstellung, aber als Spieler ist man ebenso selten darauf getrimmt sich auf die Schwächen seines Charakters zu konzentrieren, und diese aktiv ins Spiel zu bringen, anstatt zu versuchen sie so wenig wie möglich zu berühren. Zumindest sehe ich das bei mir und meinen Spielern bei Shadowrun, bzw. mit mir als Spieler bei DSA so. Nachteile geben mir einmal Punkte, und danach will ich eigentlich nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Und weil ich meinen Spielern (und mir selbst) nicht dauernd auf die Nerven gehen will, lasse ich Nachteile meist auch als GM ein wenig schleifen.

Fate hingegen gibt dir die Punkte nicht einmal bei der Charaktererschaffung, sondern jedes Mal wenn du deine Nachteile ausspielst. Daran ist man aber, wie oben beschrieben, als Gruppe nicht gewöhnt, und deswegen muss man sich als Gruppe zwingen daran zu arbeiten. Jeder am Tisch kann ja eine passende Situation erkennen und den Compel vorschlagen, nicht nur der Spieler und der SL (wobei der SL oder der betreffende Spieler ihn dann initiieren muss). Wenn jeder am Tisch sich zwingt darauf zu achten, nicht nur bei sich selbst sondern bei allen, dann wird sich das irgendwann einspielen. Wenn ich das als SL allein machen muss, ist das um ein vielfaches schwerer.

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