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Numenera

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korknadel:

--- Zitat von: Murder-of-Crows am 22.05.2014 | 18:40 ---Ich habe die einzelnen Decks schon bei DriveThru geordert und bin fast zufrieden.

--- Ende Zitat ---

Die waren beim Kickstarter (zumindest auf meinem Level) ja auch als pdf dabei. Aber mit Kärtchen als pdfs fange ich irgendwie so gar nichts an.  :(

Was den Umgang mit Cyphers, Artfakten und dem Anzapfen der Datensphäre angeht, stehe ich im Grunde genau zwischen MoC und Rumpel. Der Gedanke, dass manche Nanos eine technische "Geisterwelt" anzapfen können, finde ich doch auch sehr reizvoll, und überhaupt würde ich alles tun, um den Grad des Rätselhaften bei diesem Spiel zu erhöhen.

Andrerseits bin ich auch bei Rumpel, was das Experimentieren und die Erfahrungswerte angeht. Allerdings kann das auch wie in einer herkömmlichen magischen Fantasywelt ablaufen: "Die Heiltränke, die ich bisher gesehen habe, haben alle grün geschimmert. Der Farbe nach müsste das also auch einer sein."

In dem Vortex-Abenteuer, das wir kürzlich gespielt haben, hatte ich teilweise eben auch schon ein bisschen Mühe, weil mir da Spielerwissen zu konkret in die Charakterebene eingeflossen ist.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Diese Station, die sich in der Sonne befand, die man erforschen musste, und die KI, die um die Festplatte fürchtete, auf der sie abgespeichert war, das war mir im Grunde zu konkret. Ich habe immer versucht, aus Sicht meiner Figur für alles möglichst abwegige Erklärungen zu finden, aber insgesamt hat man halt schon gemerkt, dass die Chars tendenziell auf dieselben Erklärungen verfallen wie ihre Spieler. Und dann kann man halt auch gleich Ashen Stars spielen. Für mich war die ganze Zeit die Frage: Wie wirkt das wohl auf Menschen, die sich das alles - selbst wenn sie wissen, dass es Technik ist - nur als Magie erklären können - weil ebenjene Technik ihr Fassungsvermögen und ihre Möglichkeiten zu sehr übersteigt?
Und deshalb hätte ich eben auch bei den Cyphern Angst, dass da zu schnell reine SF draus wird. Das muss natürlich nicht zwingend sein (wie Orko(?) oben richtig angemerkt hat), aber ich wittere eben diese Gefahr, wenn man erst einmal mit Kategorien und Erklärungen anfängt.

Was sich bei dieser Diskussion aber zeigt, ist, dass es Numenera schafft, eine ungeheuer offene Welt zu bieten, die für alle möglichen Abstufungen zwischen SF, Science-Fantasy und Fantasy Raum lässt. Das finde ich spannend.

Lasercleric:

--- Zitat von: korknadel am 23.05.2014 | 08:46 ---Und deshalb hätte ich eben auch bei den Cyphern Angst, dass da zu schnell reine SF draus wird. Das muss natürlich nicht zwingend sein (wie Orko(?) oben richtig angemerkt hat), aber ich wittere eben diese Gefahr, wenn man erst einmal mit Kategorien und Erklärungen anfängt.

--- Ende Zitat ---

Da gebe ich Dir recht. Um dem vorzubeugen, finde ich es hilfreich, wie im Grundregelwerk angeregt (Description, p344), bei Beschreibungen bewusst auf bekannte Begriffe aus der Technik zu verzichten. Es ist also keine "Laserkanone", es ist ein Lichtwerfer, es gibt auch kein "Display", sondern ein Spiegel, es ist kein Roboter, sondern ein Automaton usw. Ich versuche als SL alles genau so zu beschreiben, wie ich es in einem High-Fantasy-Setting beschreiben würden, dann klappt es einigermaßen. Trotzdem ist es mir zumindest in einer "Vortex"-Runde nicht durchgehend gelungen, dies aufrecht zu erhalten. Da haben wir auch in der Eile schon einmal über Panels gesprochen, die offenbar kaputt sind.
In diesem Zusammenhang bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob das zeigen der Bilder aus den vorgefertigten Abenteuern wirklich so hilfreich ist. Mal abgesehen davon, dass ich die Qualität der Bilder eher durchwachsen finde, führen diese wieder dazu, dass alle am Tisch wieder in gegenwärtigen technischen Kategorien denken. Das macht dann das ganze Theater um die Benamung wieder zu einer farce. "Ja, es ist offensichtlich eine Laserpistole". Vielleicht kann ich das alles aber auch nicht richtig beurteilen, weil ich Numenera noch nicht aus Spielersicht erleben durfte...

Achamanian:

--- Zitat von: Lasercleric am 23.05.2014 | 09:13 ---Trotzdem ist es mir zumindest in einer "Vortex"-Runde nicht durchgehend gelungen, dies aufrecht zu erhalten. Da haben wir auch in der Eile schon einmal über Panels gesprochen, die offenbar kaputt sind.

--- Ende Zitat ---

Vortex ist auch einfach ein sehr Sf-mäßiges Numenera-Abenteuer; sowohl vom Schauplatz als auch von den doch relativ konkreten Erklärungen her, die es für vieles gibt. Einerseits gefällt mir das zur Abwechslung ganz gut, andererseits glaube ich, dass es als Einstiegsabenteuer dadurch gar nicht so geeignet ist - es ist schon sehr schwer, bei der Sonnenstation und den ganzen Robotern nicht in SF-Modus zu verfallen. Die Basisbuch-Abenteuer haben, soweit ich sie bis jetzt gelesen habe, doch eine sehr viel "magischere" Atmosphäre.

Am Rande muss ich bemerken, dass ich die Teilerklärung, die auf ein noch größeres Geheimnis schließen lässt oder die erkennbar falsche Erklärung, die aber von den Protagonisten geglaubt wird, beide als sehr schöne Elemente eines "weirden" Settings betrachte; für mich gilt nicht grundsätzlich, "je mehr erklärt wird, desto weniger weird". Manchmal wird es auch erst richtig seltsam, wenn man herausfindet, dass der Reim, den sich bisher alle auf etwas gemacht haben, so auch nicht stimmen kann ... in der Hinsicht könnte mir Numenera gerne noch etwas mehr bieten. Also offensichtlich "falsche" Erklärungen der Numenera, die aber gleichzeitig ein gewisses funktionales Praxiswissen für den Umgang mit ihnen beinhalten.

Wie das Setting im Moment beschrieben ist, stehen mir das Leben in der Neunten Welt und die Numenera manchmal noch etwas zu beziehungslos nebeneinander. Man könnte beispielsweise mal die Widersprüche zwischen dem vorherrschenden Magieglauben und den "aufgeklärten" Äonenpriestern (die wahrscheinlich ihrem ganz eigenen Hokuspokus anhängen) an ein paar Punkten konkreter herausarbeiten. So, wie die Welt sich im Moment darstellt, habe ich manchmal den Eindruck, dass ihre Bewohner über all das wilde Zeug um sie herum nur mit den Schultern zucken und sagen "ist halt echt weird hier bei uns!", anstatt sich irgendwie einen Reim darauf zu machen.

Ich hoffe da halt auf den Technik- und den Weltenband. Gar nicht in dem Sinne, dass die umfassender beschreiben, sondern dass sie Schlaglichter darauf geben, wie die Neuntweltler mit bestimmten Numenera umgehen und welches "Wissen" sie über sie produzieren.

korknadel:

--- Zitat von: Rumspielstilziel am 23.05.2014 | 09:31 ---Also offensichtlich "falsche" Erklärungen der Numenera, die aber gleichzeitig ein gewisses funktionales Praxiswissen für den Umgang mit ihnen beinhalten.
--- Ende Zitat ---

Das bringt auf den Punkt, wie ich mir das vorstelle und wünsche. Gerade deshalb habe ich meinen Char auch immer zu offensichtlich falschen Erklärungen gelangen lassen (Die Sonne wurde von "Organischen" gebaut!)

rillenmanni:

--- Zitat von: korknadel am 23.05.2014 | 08:46 ---Was den Umgang mit Cyphers, Artfakten und dem Anzapfen der Datensphäre angeht, stehe ich im Grunde genau zwischen MoC und Rumpel. Der Gedanke, dass manche Nanos eine technische "Geisterwelt" anzapfen können, finde ich doch auch sehr reizvoll, und überhaupt würde ich alles tun, um den Grad des Rätselhaften bei diesem Spiel zu erhöhen.

Andrerseits bin ich auch bei Rumpel, was das Experimentieren und die Erfahrungswerte angeht. Allerdings kann das auch wie in einer herkömmlichen magischen Fantasywelt ablaufen: "Die Heiltränke, die ich bisher gesehen habe, haben alle grün geschimmert. Der Farbe nach müsste das also auch einer sein."
--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Rumspielstilziel am 23.05.2014 | 09:31 ---Wie das Setting im Moment beschrieben ist, stehen mir das Leben in der Neunten Welt und die Numenera manchmal noch etwas zu beziehungslos nebeneinander. Man könnte beispielsweise mal die Widersprüche zwischen dem vorherrschenden Magieglauben und den "aufgeklärten" Äonenpriestern (die wahrscheinlich ihrem ganz eigenen Hokuspokus anhängen) an ein paar Punkten konkreter herausarbeiten. So, wie die Welt sich im Moment darstellt, habe ich manchmal den Eindruck, dass ihre Bewohner über all das wilde Zeug um sie herum nur mit den Schultern zucken und sagen "ist halt echt weird hier bei uns!", anstatt sich irgendwie einen Reim darauf zu machen.
--- Ende Zitat ---

Ich denke nicht, dass das wie in einer herkömmlichen Fantasywelt ablaufen kann, einfach weil das technologische Erbe deutlich zu komplex und tiefgreifend ist, um - ohne Datensphäre und akademisch-mystisch angehauchte, empirisch-spekulative Äonenpriesterliteratur - allein anhand von konkreten Details (Heiltrankfarbe bislang grün) sinnvolle Prognosen (also eben nicht: Grüner Saft = Heiltrank) stellen zu können.

Das Setting wirkt nicht "organisch", sondern so, wie von Rumpel beschrieben. Zumindest gibt es ein hier ein starkes Spannungsfeld beim Spielen, in dem man sich oft recht gut bewegen kann, manchmal aber eben auch einen gewischt bekommt, wenn (mal wieder) der Eindruck aufkommt, mit seinem SC mal wieder informierter und gezielter zu agieren, als ihm ohne Spielerhirn eigtl zusteht.

... Mein Gott, ich muss dringend wieder Numenera spielen!

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