Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Slayn:
--- Zitat von: ErikErikson am 21.08.2013 | 17:42 ---ich würde euch weder Rosinen noch Nüsse geben, sonern gesunden Salat. Den müsste dann jeder essen, damit er genug Vitamine bekommt.
--- Ende Zitat ---
Ich hätte jetzt gerne einen frischen Glasnudelsalat mit Zitrone-Chili-Dressing, Frühlingszwiebeln, Tofu und Garnelen.
Als Beilage dazu hätte ich gerne ein nicht angestaubtes Kampfsystem, mit dem ich spannende aber faire Kämpfe in 15 Minuten erledigt bekomme.
Wormys_Queue:
--- Zitat von: ErikErikson am 21.08.2013 | 17:42 ---ich würde euch weder Rosinen noch Nüsse geben, sonern gesunden Salat. Den müsste dann jeder essen, damit er genug Vitamine bekommt.
--- Ende Zitat ---
Ey, Nüsse sind gesund. Nur hab ich die Nussallergie leider wirklich ^^.
Gehen wir mal von der Bildnismalerei wieder weg. Pathfinder ist unbalanciert, da beisst keine Maus den Faden ab, wenn das Spiel auch auf hohen Stufen keineswegs so unspielbar ist, wie es von manchen gemacht wird. Nun hält mich ja niemand davon ab, beispielsweise alle Klassen so zu modifizieren, dass sie sich in etwa auf demselben Tier bewegen, wenn ich das unbedingt für nötig halte. Sollten die Designer das aber machen wollen, stehen sie sofort vor dem Problem, welches Tier sie denn als Massstab wählen sollen: Tier 1 (wie ich es bevorzugen würde) würde sich dafür wohl genausowenig eignen wie Tier 5. Liefe also letztlich auf Tier 3 hinaus (und ich vermute, dass WotC genau das mit der 4E versucht haben), was ich (siehe parenthese) auch nicht für die verkaufstechnisch klügste Lösung halte.
Bleibt also letztlich nur: Macht das einfach so, wie es für euch am besten passt und wir bieten euch möglichst viel Zeug, mit dem ihr herumdoktorn könnt.
Und das machen sie ziemlich gut.
6:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 17:14 ---Finde ich doch. Die Vereinfachung lag ja gerade darin, für den Spieler über das Eindampfen der Skilloptionen die Gefahr zu verringern, seinen Charakter zu verskillen, also einen relativ zum Spiel gesehen unbalancierten Charakter zu erschaffen.
--- Ende Zitat ---
Stop!
Die Balanciertheit eines Charakters hat nichts mit der Spielbalance zu tun. Natürlich kannst und darfst Du auch in balancierten Spielen Fehlentscheidungen machen, die zur Niederlage führen (Spiel mal gegen einen Schachgroßmeister). Das kann schliesslich ein wichtiger Teil der Spassmotivation sein. Entscheidend ist doch, dass eine Option eben nicht klar im Vorteil gegenüber anderen Optionen ist. Auf WoW gemünzt sollte nicht jeder effektive Tank ein Waffenkrieger mit der immer gleichen Skillung sein, sondern auch andere Klassen sollten die Tankposition auf ihre Art effektiv füllen können. Wenn Du einen Magier hast, solltest Du allerdings nicht erwarten, als Tank Verwendung zu finden.
Um wieder die Kurve zum Rollenspiel zu bringen: Deine Spassmotivation (optimierter Charakterbuild) darf nicht dafür sorgen, dass andere Spassmotivationen, die vom Gamedesigner (Spielautor und SL) nicht von vornherein abgelehnt wurden, (z.B. improvisierte Problemlösung oder Gruppenspiel) keine sinnvollen Optionen mehr haben.
ErikErikson:
Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Leute Unbalance wollen. Es ist ein Spiel, sich die guten Sachen rauszusuchen, das geht nur, wenn manche Sachen nix taugen. Der Profi weiss, was geht, der Anfänger versagt. Deshalb geben die Ärzte ihren Krankheiten lateinische Namen.
Die großen Systeme sind alle unbalanciert, DSA,SR,D&D. Da ist der Wettbewerbsgedanke drin, kannst sagen was willst. Und das geht nur, wenn manche auch versagen.
IMHO verkauft sich ein System dann, wenn ich als Profi nen Anfänger an die Wand spielen kann. Die Zielgruppe von Rollenspielen ist bzw. war nunmal Jungs ab 14 jahren. Was erwartet ihr da?
Arldwulf:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 17:14 ---Ist gar nicht mein Argument. Mein Argument ist: Spiel ruhig den Schurken (runder Stein) mit dem Magier (eckiger Stein) zusammen. Pass halt nur auf, weil der so entstehende Turm etwas instabil ist und einstürzen kann. Wenn man nicht aufpasst.
Ich geb dir recht: In einem balancierteren System ist diese Warnung vielleicht unnötig, weil das System alle Klassen als ovale Steine darstellt. Problem: Ich will nicht nur mit ovalen Steinen spielen, weil man damit nicht so viele verschiedene Türme bauen kann, als wenn die Steine alle unterschiedlich geformt sind.
--- Ende Zitat ---
Und genau da sind wir anderer Meinung. Um bei dem Turm und den Steinen zu bleiben:
Nimm an du hast 4 verschiedene (es könnten natürlich unendlich viele sein) verschiedene Steinformen. Die Pyramide, die Kugel, das Rechteck und den komischen Entenkopfförmigen Stein.
In einem ausbalanciertem System haben alle 4 die gleiche höhe auf der gleichen Stufe. In einem nicht ausbalanciertem System nicht.
In einem ausbalanciertem System kann die Form variieren, sie ist egal. Solange alle Steine die gleiche Höhe erreichen kann ich eine schöne Platte mit meinem wertvollen Spielspaß draufpacken ohne das dieser herunterfällt und zerbricht. Ich könnte 4 Kugeln drunter packen. Oder 4 Pyramiden. 4 Rechtecke. Oder auch ein Rechteck und drei Entenkopfsteinchen oder aber alles wild durchgemischt. Ich kann auch beliebige andere Formen drunter packen. Die einzige Vorraussetzung ist: Alle müssen die gleiche Höhe haben.
Und nicht einmal diese muss eingehalten werden. Denn wenn ich nun statt einem Level zwei Level mache so kann ich auf Level 2 eine andere Höhe haben wie auf Level 1. Wichtig ist nur dass zu jeder Höhe die ein Stein hat auch Varianten der anderen Formen existieren.
Ob ich dann die Pyramide oder die Kugel nutze ist unwichtig - solange zu jeder Größe die die eine Form haben kann die anderen Varianten auch existieren.
Heißt das das in unbalancierten Systemen, in denen die Kugel viel höher reicht als das Rechteck und die Pyramide alle überragt meine schöne Platte voller Spielspaß runterfällt? Nein. Denn die Typen die da stapeln denken ja mit. Sie picken die richtigen Steine. Sie picken die Rosinen wenn du so willst. Es heißt also nur das unter dieser Platte die Vielfalt geringer sein wird. Weniger Möglichkeiten genutzt werden können.
Wenn ich dich recht verstehe sagst du nun: Hey, aber dafür kann ich auch die Kugel mit 10 cm Höhe haben und die Pyramide mit 5!
Doch dies ist ein Trugschluß. In einem balanciertem System hättest du sowohl die Kugel mit 10cm als auch die Pyramide mit 10cm als auch die Kugel mit 5cm als auch die Pyramide mit 5cm. Und alle stehen auf verschiedenen Leveln ohne das deshalb der Turm schief werden muss.
Vielfalt bedeutet eben nicht dass es nur die eine Möglichkeit gibt die besser ist als alle anderen. Es bedeutet dass es sehr viele Möglichkeiten gibt die vergleichbar gut sind.
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