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[PF] Kritikpunkte aber auch Lob

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Feuersänger:

--- Zitat von: Rhylthar am 23.08.2013 | 09:30 ---Ich habe beides mit Druide/Priester erlebt. Die Druidin hat so gut wie gar nicht die Verwandlungen genutzt und nur eine minimale Auswahl an Zaubern. Dem Kleriker war die Zauberliste zu lang (Auswahl für sich getroffen), außerdem hat er aus Flairgründen (Ilmater/Lathander als Gottheit (?)) bestimmte Zauber gewählt/abgelehnt.
--- Ende Zitat ---

Jup. "Unsere" Druidenspielerin hat sich immerhin in jedem Kampf in ein Viech verwandelt und ist in den Nahkampf gegangen. Und war damit effektiver als vorher mit ihrem Greatsword-Fighter, _und_ hatte ihren Spaß dabei. Ihre Zauber hat sie nicht wirklich planvoll eingesetzt, aber das hat nichts gemacht. Hauptsache, sie hatte welche und konnte wie wir anderen ihre Zauberlisten durchsehen, wenn wir vor einem Problem standen. ;)

rayen:
Wir haben ein wenig 3.5e und 4e gespielt. Ich war damals vor der Entscheidung Pathfinder oder die 4e zu kaufen und hab mich für zweitere entschieden.

Jetzt sind wir ne recht neue Gruppe, die zwar gerne spielt, aber nicht soviel Erfahrung mitbringt. Wir haben ein Bild von nem Charakter im Kopf, die Ansätze einer Hintergrundgeschichte wollen den dann erstellen und zusammen ein wenig spielen.

Bei der 4e muss nicht lange überlegt werden, man sucht sich die passende Klasse, erstellt den Charakter und startet. Bei 3.5e hieß es immer erstmal Bücher wälzen Optionen suchen weiterentwickeln oder supoptimal sein. Wir hatten da einen Spieler der alle Optionen im Kopf hatte und sich immer überlegene Charaktere baute und damit der Gruppe den Spaß nahm. (ja Anfängerprobleme) Aberam Ende hatte niemand mehr wirklich Lust zu spielen. Erst mit der Balance in 4e war es wieder so einfach, das schnlles Losspielen möglich war und allen Spaß machte.

Und das deswegen, weil es besser zu den Spielertypen passte, als Regelwälzer zu durchforsten.
Balancierte Klassen machen es für Anfänger und Gelegenheitsspieler leichter einzustigen, da sie einfach weniger Fehler in der Charaktererschaffung zulassen.
Auch lässt es den unerfahrenen SL leichter ein Abenteuer erstellen, das seine Gruppe weder über noch unterfordert.

Auf der anderen Seite ist es klar, dass ein System mit optimierungsvielfalt einem Vielspieler mehr anspricht und auch mehr Möglichkeiten bietet individuelle Konzepte zu erstellen. Am Ende muss er sich ja nicht darum kümmern, ob der Charakter zu stark oder zu schwach ist, er muss nur als Charakter funktionieren.
Die Arbeit es für die Gruppe funktionierend zu machen und jeden Char gleich viel oder angemessen viel Spotlight zu geben liegt beim SL.

Es ist also in meinen Augen eher eine Frage nach dem Bevorzugten Spielstil als nach den Regeltechnischen Vorteilen.

Balance macht ein Spiel zwar gleichförmiger weil es egal ist welche Option ich wähle da alle gleich stark sind und kommt damit Spielern endgegen, die wenig Aufwand betreiben wollen. Inbalance sorgt auf der anderen Seite für mehr Möglichkeiten der Individualisierung.

Allerdings und hier mal auf MMOs bezogen wo es den Begriff des Flavor of the month Charakters gibt, verleitet ein System ohne Balance auch dazu die stärkste mögliche Option zu wählen um zu glänzen und optimal zu funktionieren.
Aber auch das ist wieder Spielerabhängig. So macht in meinen Augen nicht das System den Spieler sondern der Spieler spielt das System nach seinen Vorstellungen.

Arldwulf:
Man muss aber eben dazusagen dass der sinnvolle Balancingansatz nicht ist alles gleich zu machen (also Optionen zu reduzieren) sondern Optionen die Möglichkeit zu geben auf verschiedenen Wegen nützlich zu werden. Sprich: Magier und Schurke tun nicht das gleiche, ihre Aktionen bewirken auch nicht das gleiche. Aber beide sind legitime Möglichkeiten um Probleme zu lösen und nur weil ich den einen Weg wähle heißt das noch nicht dass der andere leichter oder schwerer gewesen wäre.

Balancing hat an sich also nichts mit Reduzierung von Optionen zu tun, oder dass man diese mit weniger System Mastery ausspielen kann. In einem ausbalanciertem System gibt es halt nicht nur den einen Berg auf den man klettern kann - sondern viele.

Luxferre:

--- Zitat von: Arldwulf am 23.08.2013 | 09:51 ---Ist ja auch OK, hab ich ja auch jahrelang gemacht. Kompromisse funktionieren. Aber du hast ja auch keinen Ring of timestop bei dir herumliegen. Die Zeit die ich früher zum aussortieren benutzte, zum nachbalancen und zum NPC und Monster anzupassen stecke ich jetzt in die Story und die Umgebung.

--- Ende Zitat ---

Echt, die 1min mehr machts bei Dir aus?

Schurke Stufe 3 in einer Stufe 7 Gruppe hat einfach DC 20 Schlösser zu knacken, während der Kleri DC 25 Sense Motive knacken muss. Ist jetzt nicht soooo schwer, das anzupassen  8] :P

Arldwulf:
Du weißt ja gar nicht was für dumme Ideen ich in einer Minute haben kann.  ~;D

Nein, mein durchschnittlicher SL Aufwand für die Vorbereitung von 3.5er Runden ging häufig in den Stundenbereich. Das lag natürlich auch daran dass wir recht lange Sessions hatten.

Aber für das was dabei herauskam war es zuviel. Sag ich ganz selbstkritisch, meine 3.5 Abenteuer waren nicht gut genug. Auch die nicht die letztlich gut ankamen. Ich hab viel zu viel Zeit mit NPC basteln, Hausregeln und Regeldiskussionen verbracht.

Ich spiel ja inzwischen sogar wieder Pathfinder ab und an. Aber ich würde wohl nur sehr ungern wieder ein 3.5 Spielleiter werden, weil das was mir am Spielleitersein Spaß macht, das Ausdenken von Spielwelten und Geschichten zu kurz kommt, zu sehr von anderen Themen überlagert wird.

Ich find es völlig ok wenn jemand sagt: Hey, der Spielleiter gleicht das alles aus!

Aber selbst würde ich diese Zeit nicht mehr - zumindest nicht in dieser Menge - für so etwas einsetzen wollen. Lieber für was anderes.

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