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FC: Sozialer Konflikt

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LvR:
Hallo zusammen,

bei einer Sache bin ich mir unsicher, wie ich es am Spieltisch umsetzen würde, daher möchte ich einfach mal ein paar andere Meinungen hören :)

Und zwar geht es um folgende Situaion: Ein NSC - Anhänger einer generell abgelehnten / verfolgten Ideologie - möchte einen SC davon überzeugen, dass diese Ideologie die Antwort auf alle Probleme des Seins bietet. Da dies ein relativ zentrales Element wäre und den SC deutlich verändern kann würde ich es als Konflikt aufziehen (wobei hier aber schon die erste Unsicherheit aufkommt, ob es nicht vlt doch eher ein Contest ist?).

Aufgrund des Hintergrundes der Ideologie könnte der SC massive Probleme (Verfolgung durch das Gesetz, Ablehnung durch andere Menschen usw) bekommen, wenn er diese für sich annimmt und konvertiert. Da wäre es verständlich, wenn der Spieler da nicht die ganz große Lust drauf hat bis zum bitteren Ende zu gehen. Allerdings wäre es auch unschön, wenn der SC einfach aufsteht und mit den Worten "Klingt toll, ist aber nichts für mich" geht, obwohl der NSC ihn regeltechnisch überzeugen könnte (weil durchaus ein überzeugender, charismatischer Charakter).
Hier müsste der Spieler nach meinem Verständnis eine Concession anbieten, die so aussehen könnte, dass der SC zwar nicht überzeugt ist, aber durchaus Zweifel (entweder als Konsequenz oder Aspekt ins Spiel gebracht) geweckt wurden, ob der Dunkle Pfad nicht doch der erfolgversprechendere ist. Dies kann dann später gereizt werden, um den Strang weiterzuverfolgen.

Ein Klassiker in der Richtung ist sicherlich der Konflikt zwischen Luke und Darth Vader über die Filme hinweg, wo erst Luke mit sich ringt um dann am Ende seinen Vater von der Dunklen Seite zu lösen.

OK, jetzt wo ich beim Schreiben nochmal über das Ganze nachgedacht habe denke ich, dass es so funktionieren könnte, aber dennoch würde ich mich über weitere Anregungen und Vorschläge freuen.

Dragon:
Also wenn es so zentral ist wie du es darstellst, dann wäre ein Konflikt denke ich schon die richtige Lösung, alles andere "wiegt" da imo nicht schwer genug.
Andererseits ist die Geschichte mit Luke und Darth Vader ja nicht ein Konflikt, sondern zieht sich wie du schon sagst über die ganzen Filme hinweg, das in einem einzigen Konflikt lösen zu wollen würde der Sache vielleicht auch nicht gerecht werden. Vielleicht wäre es angemessener das "überzeugen wollen" in mehrere Konflikte zu splitten und die beiden immer mal wieder aufeinander treffen zu lassen? Das würde auch voraussetzen, dass du den NSC vorher immer wieder entkommen oder anderweitig aufgeben lässt, damit wird er auch von mal zu mal stärker.

Zweifel, ob die dunkle Seite der Macht nicht doch die attraktivere ist können sehr gut über Konsequenzen abgebildet werden, aber denk daran, dass der Spieler selbst bestimmt ob und wann er welche nimmt oder nicht.
Die Überzeugung zum Übertritt wäre dann das "taken out", also der Gewinn des NSC's.
Was der Spieler genau als "Aufgabe" vorschlagen könnte kann ich ohne die genauen Hintergründe/Umstände der Diskussion schlecht sagen, was da passend sein könnte.

Necoras:
Da ich eine solche Konversion auch als ziemlich einschneidend für das Charakterkonzept verstehe, würde ich das auch lieber auf mehrere Konflikte und damit zugleich auf einen längeren Zeitraum aufteilen. Vielleicht könnte man am Ende der Konflikte – wenn sie denn vom NSC gewonnen werden – den SC nicht als "taken out" behandeln, sondern ihm einen Charakteraspekt abwandeln, der das langsame Hinübergleiten zur "dunklen Seite der Macht" simuliert.

In Deinem Beispiel startet Luke dann mit dem Charakteraspekt "junger, naiver Jedi-Schüler". Das impliziert dann halt, dass er noch unerfahren ist, aber immerhin die "Macht" manipulieren kann, und z. B. Sith bekämpft blabla...

Nach dem ersten verlorenen Konflikt wandelt sich dann der Aspekt zu "Ich will ein Jedi sein, aber Vader ist mein Vater!". Er will also den Weg des Jedi weitergehen, ist aber damit konfrontiert, dass sein Vater für die Verfolgung der Jedis verantwortlich ist und er somit vom selben Schlag sein könnte...

Schließlich – und da endet dann natürlich die Parallele zu Star Wars – wird Luke davon überzeugt, dass Blut dicker als Wasser ist, und sein Aspekt wandelt sich zu "Jedis sind verlogene Heuchler!". Er beginnt auch selbst damit, Jedis zu jagen, weil er sie als noch schlimmeres Übel entlarvt zu haben glaubt, da sie zwar genauso schlechte Seiten haben wie viele andere auch, dazu jedoch noch vorgeben, gut zu sein blabla...

Ich finde nur, dass das Konvertieren von einer Weltanschauung zu einer anderen in Fate zwar prinzipiell mit einem einzigen Konflikt abgehandelt werden könnte. Und dafür schätzte ich das System auch sehr. Allerdings hat eine Weltanschauung oder Ideologie derart weitreichende Konsequenzen, dass das für meinen Geschmack sehr unerzählerisch, unfatig, wenig narrativ wäre, wenn das auf der Metaebene so kurz abgetan werden würde.

Dragon:
Trotzdem ist das abwandeln eines Aspektes Spieler-Sache, der Spieler muss damit einverstanden sein einen seiner Aspekte dementsprechend zu ändern. Man könnte das als Ergebnis von "taken out" aber natürlich vorschlagen, so nach dem Motto:
"Hey, du bist taken out, er hat es geschafft den Zweifel in deinem Herzen zu säen, anstatt dich komplett zu übernehmen, fände ich es aber cooler, wenn wir das langsam machen und einen deiner Aspekte entsprechend ändern."
Aspekte ändern, kann man ja bei jedem kleinen Meilenstein.
Und wenn es ganz am Ende zu showdown kommt wo der SC sich entgültig in der entschiedenden Schlacht entscheiden muss, ist das einen großen Meilenstein wert und damit darf er dann auch sein High Concept in das entsprechende Ergebnis ändern:
"Ich habe die Dunkle Seite bezwungen!"
oder
"Jedis sind verlogene Heuchler!"

Blechpirat im Urlaub:
Man könnte sogar die Aspektänderung als Folge des Taken Out-Resultats sehen, der Spieler erhält sie also sofort, und kann dafür beim nächsten kleinen Milestone frei aus allen Optionen wählen.

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