Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Tippyverse
Feuersänger:
--- Zitat von: Narubia am 23.09.2013 | 17:15 ---Es kommt mir so vor, als öffnest du geistig immer wieder Baustellen über 3.5, arbeitest diese aber nicht ab, sondern hängst ein "under construction"-Schild davor und machst dich erstmal wieder dazu, eine neue Baustelle zu finden.
--- Ende Zitat ---
Das sind nicht nur zwei verschiedene Baustellen, sondern zwei komplett verschiedene Autobahnen. ^^ Will sagen, das möchte ich getrennt voneinander betrachten. Eine Kampagne kann ja in einem auf 7 Zaubergrade reduzierten Universum stattfinden, da ist Tippyverse natürlich ausgeschlossen. Deswegen kann man ja trotzdem parallel dazu eine Kampagne in einem anderen Universum mit Standardmagie haben.
--- Zitat ---PS: Im Heroes of Battle sind doch der Sinn und Nutzen solcher Burgen für dieses Setting beschrieben, oder nicht? Ich hab nur mal durchgeblättert.
--- Ende Zitat ---
Ich habs nie cover to cover gelesen, und wenn ich jetzt mal so das Inhaltsverzeichnis durchschaue, entdecke ich nichts in der Art. HoB war für mich vor allem wegen der Moral-Mechanik interessant, allerdings finde ich die auch nur so-lala umgesetzt. Jedenfalls würde ich die nicht 1:1 so durchziehen.
--- Zitat von: Slayn am 23.09.2013 | 17:21 ---Die Zauber sind aus einer häutigen Perspektive entwickelt und geschrieben. Die Frage ist, würde man ein evolutionäres Setting (mit Magie) entwickeln, würden wir am selben Punkt mit den selben Problemen rauskommen? ich schätze eher nicht.
--- Ende Zitat ---
Versteh ich nicht. Gib mal ein Beispiel.
--- Zitat ---Im gleichen Sinne, die Gleichschaltung gamistischer und simulierender Inhalte. Die Fallen sind glasklar gamistisch. Würde es sowas in einer simulierende Umgebung überhaupt geben? Wären es Fallen?
--- Ende Zitat ---
Die Prämisse von Tippy ist ja gerade "D&D rules are taken at face value" - wobei die crunchigen, für Spieler relevanten Mechaniken Vorrang haben vor den eher fluffigen Richtlinien aus dem DMG. Also ja, er versucht mit den gamistischen Regeln eine Welt durchzusimulieren.
Fallen existieren in jedem Dungeon, sind also gamistisch für Spieler relevant. Es gibt aber eben nichts, was die zivile Anwendung der Fallenmechanik verhindern würde. Darum, ja, im Original-Tippyverse wäre die primäre Anwendungsmöglichkeit der "Replikator", aber die sekundäre Anwendung "Falle" gäbe es trotzdem noch.
Ich finde auch den Ansatz durchaus legitim. Man kann ja unterschiedliche Konsequenzen daraus ziehen.
Das eine Extrem ist: "Aus den Regeln ergibt sich, dass die Welt so und so funktionieren muss, also tut sie das auch." - der Fluff muss sich dem Crunch unterwerfen und wird entsprechend angepasst. Das ist Tippyverse.
Das andere Extrem ist umgekehrt: wo sich Fluff und Crunch widersprechen, wird immer der Crunch angepasst. Z.B. durch Streichen von Zaubern und Änderung von Mechaniken.
Oder man betrachtet die beiden Elemente als komplett voneinander getrennt, was mir aber nicht gefällt, weil das meine SoD bricht. Das ist so wie bei Final Fantasy, wo man ständig im Kampf gefallene Teammitglieder mit Phönixfedern ressen kann, aber wenn mal eine in einer Cutscene draufgeht, kann man sie nicht zurückholen.
Ich neige also dazu, einen _Teil_ der Mechaniken zu ändern (z.B. die resettenden Fallen), aber was diese Rosskur überlebt, gilt dann auch für die Welt. Also entweder es gibt z.B. Teleportkreise oder es gibt sie nicht - aber wenn es sie gibt, hat das eben entsprechende Konsequenzen für das Setting.
Slayn:
@Feuersänger:
Würden wir ein Setting neu erschaffen (und mit Regeln abbilden) dabei bei einem Punkt Null anfangen und eine Evolution durchspielen, würden wir an der gleichen Stelle landen?
An welchem Zeitpunkt würde der TK als Zauber entwickelt werden? Was für Infrastruktur existiert da schon? Wären die Leute überhaupt gewillt das aufzugeben oder zu ändern?
(Nur so, wir haben ja Elektroautos. Viele Städte bieten Tankstellen an. Es ist sinnvoll. Wir alle haben was davon. Nutzt es jemand? Eher nö. Es geht halt gegen etablierte Strukturen.)
Oder anders: Wir haben Ja Flugzeuge und Flughäfen. Beides sind toll, ich fliege gerne. Nur kamen sie später dazu als die Infrastruktur und die Bewohner. Vielleicht will eine Stadt gar kein TK haben? Zu viele Fremde, Diebe, Gefahr? Vielleicht kommt das TK deswegen eine Tagesreise außerhalb in ein unwirtliches Moor?
Wie gesagt, mal evolutionär denken.
Holothuroid:
Eine solche Welt wäre auch ein ziemlicher Überwachungsstaat. Faszinierender Weise ist Scry bei D&D immer einfacher als selbiges zu verhindern.
Feuersänger:
Also die Regeln erst neu erstellen, während wir das Setting schreiben?
Dann sähe es wohl sicherlich anders aus, weil man da vermutlich derartige Zauber / Mechaniken (wie die Replikatorfallen) gar nicht erst schreiben würde.
Wolltest du darauf hinaus?
Was aber nichts daran ändert, dass der Regelsatz in D&D eben ist, wie er ist.
Stell dir meinetwegen den Prozess etwa so vor: selbst wenn Regeln und Setting bislang entkoppelt sind, kommt früher oder später ein siebengescheiter Spieler auf so tolle Ideen wie "Moment mal, wie war das mit den Fallen?" oder "So ein Zombie wird doch niemals müde, oder?" usw usw -- und dann bekommt sozusagen die Welt eine kalte Dusche ins Gesicht. Und das führt dann zu der Frage "Wenn das funktioniert, wieso ist da bisher noch nie einer drauf gekommen, wie man das ausnutzen kann?"
Jetzt sehe ich grad deinen Ninja-Edit, aber:
--- Zitat ---(Nur so, wir haben ja Elektroautos. Viele Städte bieten Tankstellen an. Es ist sinnvoll. Wir alle haben was davon. Nutzt es jemand? Eher nö. Es geht halt gegen etablierte Strukturen.)
--- Ende Zitat ---
Das ist imho ein schlechter Vergleich. Elektroautos sind scheiße. Weil viel zu teuer und viel zu kurze Reichweite. Man kommt ja mit einer Batterieladung nichtmal von Nürnberg nach München. Es kostet das Doppelte eines normalen Autos, dafür dass man dann für Langstrecken doch nochmal extra bezahlen darf. Vergröbert sage ich sogar: wem ein Elektroauto reicht, der braucht gar kein Auto.
Das ist doch beim TK genau umgekehrt. _Unbegrenzte_ Reichweite in kürzester Zeit (solang wie man Schlange stehen muss), gewaltige Kapazität (zigtausende pro Tag), bei einmaligen Kosten die mit denen einer Galeere vergleichbar sind, ohne Transportrisiko. Selbst wenn die Auslastung nur 1% des konservativen Limits beträgt, und man von jedem Passagier nur 1GP Gebühr verlangt*, hat man die Kosten nach knapp einem Monat wieder drin.
*) vgl die absurden Fahrpreise für Schiffsverkehr, da kommt man für 1GP gerade mal 10 Meilen weit.
Slayn:
Schau dir mal den fiesen Ninja-Edit mit den Flughäfen an.
Aber nein, du hast den evolutionären Ansatz nicht verstanden.
Wir können ja gerne die Regeln als Realität nehmen, gar kein Thema, wir müssen uns aber dabei einfache evolutionäre Fragen stellen. Genau so wie es wichtig ist, mal zu verorten wann das Rad erfunden wurde und wann der erste Schwertkiel, ist es wichtig sich die Frage zu stellen wann welcher Zauber und unter welchen Umständen entwickelt wurde. Oder wann welches Gebet zum ersten mal wirklich Massen-Einzug gehalten hat.
Weder das Rad, noch die Karawane, noch TK waren einfach so da und von Anfang an verfügbar.
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