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[3.5] WBL als Meta-Ressource (Redux)

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Feuersänger:

--- Zitat ---Spieler weiss, dass er eine +1 Keen Waffe hat, ihm aber noch Punkte fehlen, dass Keen auch funktioniert. Und diese Tatsache wäre für meine Spieler unbefriedigender gewesen.
--- Ende Zitat ---

Rein mechanisch betrachtet ist das auch nix anderes, als wenn man 25XP vor Levelup ist und die ganzen Zuckerl der nächsten Stufe nicht benutzen darf.
Moment, in der Praxis ist man aber quasi nie so knapp vor Levelup, weil bei so kleinen Beträgen mal eben aufgerundet wird?
Dann geht das auch mit GP.
Im Gegenteil, es spricht sowieso nichts dagegen, mal kurzzeitig seinen WBL um ~5% zu überziehen. Es ist ja eh intrinsisch unmöglich, einen Charakter immer exakt auf WBL zu halten. Da muss er also auch nicht immer hinterherhinken, sondern darf auch mal nen Hopser voraus sein.

Schauen wir mal eben, welche Mechanismen es in der Richtung bereits in 3.5 gibt:

- Weapons of Legacy: nette Idee, leider beknackte Umsetzung. Eine WoL erscheint zunächst als eine unspektakuläre Waffe (z.B. +1), die aber an gewissen Omen erkennen lassen, dass mehr hinter ihnen steckt. Wenn man sie identifiziert hat, kann man Rituale durchführen, die Gold kosten und der Waffe zusätzliche Fähigkeiten verleihen.
Der große Haken: zusätzlich zum Gold soll man auch noch permanent und unwiderruflich Attack- und Save-Punkte sowie HP opfern. Das ist völlig indiskutabel. Das ist, als ob man das tolle Rennmotorrad nur benutzen darf, wenn man sich die Arme amputieren lässt. --> Tonne.

- Relics: wiederum erscheint das Artefakt als relativ unspektakulärer Gegenstand. Wenn man entweder einen Feat investiert oder einen Zauberslot opfert, erschließen sich weitere Fähigkeiten. Ist in den meisten Fällen so lala, weil die Boni eher nicht die Investition aufwiegen.

- Item Familiar: man investiert einen Feat. Ein Item wird dadurch zum IF, was diverse Vorzüge hat; insbesondere aber kann man das Teil ab sofort zum Selbstkostenpreis und ohne weitere Anforderungen aufrüsten. Man braucht also kein Craft Magic Arms and Armour, keinen Zugriff auf Zauber XY, keine 1000GP/Tag Wartezeit; man investiert einfach Gold und XP und *puff* ist die Waffe verbessert. (Und die XP-Kosten bekommt man durch eine andere Eigenschaft des IF locker wieder rein.)

- ferner gibt es bestimmte Klasseneigenschaften wie Ancestral Weapon oder so, die einem erlauben, existierende Ausrüstung je nach Stufe zu verbessern. Eben damit man nicht das hochaltehrwürdige Schwert des Großvaters bei der erstbesten Gelegenheit gegen ein +1 Loot-Item auswechseln muss.

Rhylthar:

--- Zitat ---Rein mechanisch betrachtet ist das auch nix anderes, als wenn man 25XP vor Levelup ist und die ganzen Zuckerl der nächsten Stufe nicht benutzen darf.
Moment, in der Praxis ist man aber quasi nie so knapp vor Levelup, weil bei so kleinen Beträgen mal eben aufgerundet wird?
Dann geht das auch mit GP.
Im Gegenteil, es spricht sowieso nichts dagegen, mal kurzzeitig seinen WBL um ~5% zu überziehen. Es ist ja eh intrinsisch unmöglich, einen Charakter immer exakt auf WBL zu halten. Da muss er also auch nicht immer hinterherhinken, sondern darf auch mal nen Hopser voraus sein.
--- Ende Zitat ---
Dem oberen Teil stimme ich vollkommen zu, aber es ist halt eine weitere Grenze, die man als Spieler bzw. Spielleiter hat. Im "normalen" Spiel schielt man nur auf die Level-Up-Grenze, hier dann sogar noch eine weitere. Hatten ja durchaus schon Beiträge bei anderen Themen, die Stufenanstiege nicht immer nur an den XP festmachen, sondern wenn es "passt".

Zum Überziehen:
Mag an meiner beruflichen Erfahrung (Lehrer) liegen, aber die Grenze festzusetzen, um wie viel man überziehen kann, ist ab und an nicht so einfach. Sollen es nun 5 % sein oder darf es auch mal 6 - 9 % sein?
Konsequenterweise setzt man sie fix fest oder es gibt einfach kein Überziehen. Dann auch keine Diskussion.

Ancestral Weapon wäre meine gewählte Möglichkeit, wenn ich keine Magic Marts wollte und/oder das Goldlevel reduzieren wollen würde.

Narubia:

--- Zitat von: Feuersänger am  5.10.2013 | 23:05 ---Tja, fragt sich halt, was lächerlicher ist -- wenn magische Waffen nicht an jeder Ecke verfügbar sind, oder wenn mächtige Drachen sich mit einem Hort von der Größe einer Schuhschachtel begnügen müssen. Irgendwo brichst du IMMER die SoD.
--- Ende Zitat ---
Kannst du mir mal erläutern, wieso genau das so sein sollte?
Wenn du dich an die offiziellen Schatztabellen hältst, kommt nur Müll raus, das solltest du mit deiner Erfahrung doch wissen. Also warum referierst du auf diese?

Luxferre:
Ich finde, dass man eine echte Alternative zum WBL finden (er-)sollte.
Was hier vorgeschlagen wurde ist ja nur ein Metasystem mit den gleichen Parametern aber weniger cashflow in der Gruppe. Also scheint hier dieser eher das Problem darzustellen, wenn ich das richtig sehe.

Ein alternatives System müsste meiner Meinung nach mit anderen Werten arbeiten. Und zwar am besten in Referenz zum ECL einer Kreatur oder eines Charakters (zwei Tabellen, wie vor).

Man sollte die Stufen des ECL mal 10 nehmen, damit man feinkörnig regulieren kann.
Spielercharaktere:
ECL 1  =  10 RP (ressource-points)
ECL 2  =  20 RP
ECL 3  =  30 RP
usw
ECL 20  =  200 RP
Über 20 hinaus würde ich die Punkte jetzt so auf die Schnelle mit Faktor >10 versehen (ein Drache hat schließlich eine ganze Höhle voller Gold...).

Im Magic Item Compendium würde man dann relativ einfach den Gegenständen gewisse RP verpassen.
Tränke nach Graden. Ein Trank Grad 3 hat halt 3 RP und ein Startcharakter könnte schon mit einigen Ressourcen rumlaufen.
Ein magisches Schwert +1 hat von mir aus 7 RP. Jede weitere Verzauberung würde nicht linear teurer werden.

So als grobes Gerüst meiner Gedanken zum Thema.

Feuersänger:

--- Zitat von: Narubia am  7.10.2013 | 01:32 ---Kannst du mir mal erläutern, wieso genau das so sein sollte?

--- Ende Zitat ---

Weil wir WBL haben. Selbst wenn du die Schatztabellen ignorierst und die Gruppe die ganze Stufe über kurz hältst (gar nichts ausgibst), dürfte ein fantasykonformes "Münzenbett" den WBL-Zuwachs um ein Vielfaches sprengen.

Beispiel:
Nehmen wir einen Alten Drachen (rot), CR20. Typischer Schatzwert 240K laut DMG, das nur am Rande.
Wenn das Biest auf einem Bett aus Goldmünzen schlafen will, brauchen wir dafür einen Haufen von mindestens 20' Durchmesser, also 3 Meter Radius = 28m². Selbst wenn das Bett nur 10cm dick ist, reden wir schon von ca. 3 Kubikmetern Goldmünzen. Und das ist noch die absolute Mindestgröße, für die der Drache sich schon katzenartig einrollen muss um draufzupassen.
Ich kenn nun die Schüttdichte von Münzen nicht, aber schnelles Googeln ergibt "erstaunlich wenig Luft zwischen den Münzen", also sagen wir mal grob: 0,8. -> 3m³ Münzen entsprächen dann also 2,4m³ massivem Gold.
Das sind, leicht aufgerundet, FÜNFZIG TONNEN!
Was selbst bei den großen D&D-Münzen (100 pro kg) schon 5 Millionen Goldmünzen entspricht.
Und da sind Juwelen, Gemmen, Klunker, Edelsteine, Kunst- und magische Gegenstände überhaupt noch nicht eingerechnet!

Dieses Bett alleine würde also schon den gesamten WBL einer 20stufigen Party sprengen, die den Drachen mal eben en passant plattmachen könnte. Als "Solo" oder Bossgegner ist CR20 eher für eine ~15.stufige Gruppe geeignet. Die auf dem Weg zu Stufe 16 insgesamt 60.000GM pro Nase hinzugewinnen soll.

Analog freilich auch für kleinere Drachenausführungen. Ein adulter roter Drache (CR15) bräuchte "nur" 1 Kubikmeter, um halbwegs bequem zu liegen, aber das sind halt auch schon 20 Tonnen Gold.

--> wenn du also den Schatz so zusammenstreichst, dass er den WBL für eine adäquate Gruppe nicht sprengt, langt es bestenfalls für ein Campingkopfkissen.

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