Medien & Phantastik > Lesen
Harry Dresden oder Nightside?
Rhylthar:
Ich brauche mal wieder ein wenig was "Neues" zum lesen, da ja auch jetzt die dunkle Jahreszeit beginnt.
Habe beide oben genannten Serien schon länger im Visier, konnte mich aber noch nicht durchringen. Also brauche ich Empfehlungen jeglicher Art, ob Story, Schreibstil oder einfach nur subejektives Empfinden.
Und:
Ich würde ja gerne meinem alten "Arbeitgeber" Feder & Schwert was Gutes tun und die deutschen Übersetzungen kaufen, nur bräuchte ich auch da mal eine Einschätzung, wie gut diese sind.
Lese sonst 90 % auf englisch...
Danke im Voraus. :)
Blechpirat:
Mir gefällt DF viel besser als Nightside. Letzteres ist für meinen Geschmack etwas zu weird.
Zur Qualität der Übersetzung kann ich nichts sagen.
Eliane:
Nightside kenne ich nicht.
Harry Dresden kann ich auf jeden Fall empfehlen, ich habe die Serie sehr gern gelesen.
Zur Übersetzung kann ich nichts sagen, da ich die Bücher auf Englisch verschlungen habe.
Wenn man die Bücher schnell hintereinander weg liest fallen einige Passagen auf, die sich etwas wiederholen (Beschreibung der Wohnung, des Autos, nicht die Handlung), aber das machts nichts. Ich finde die Storys sehr temporeich, der Stil liest sich gut und es gibt eine merkliche Entwicklung der Figuren.
Samael:
Dresden!
Und lass immer ein paar Wochen Platz zwischen den Bänden, falls du das denn schaffst....
Darkling ["beurlaubt"]:
Nightside.
Definitiv.
Punkt.
Dresden Files hat mich die ersten vier, fünf Romane bei der Stange halten können, aber dann war für mich die Luft raus. Zugegeben, die Beschreibung der Magie ist klasse, aber die sich wiederholende Struktut...? Harry kriegt aufs Maul, greift nach versteckten Kraftreserven, entkommt den bösen Buben, bekommt danach wieder aufs Maul, greift nach noch versteckteren Kraftreserven und gut ists...
Ja, die Nightside ist überdrehter und das ganz bewusst. Ja, viele Formulierungen wiederholen sich...und das ganz bewusst. Die Figuren sind weird und abgedreht und creepy und düsterbunt...aber alles mit Absicht! An jeder Ecke gibt es Superlativen, die sich gegenseitig zu überbieten versuchen, doch nie wird es ausgelutscht und der Wahnsinn hat Methode. Der Charme steckt grade in den ganzen Übertreibungen, mal so bunt, dass man schon vom Lesen Zahnfleischbluten bekommt, weil es dem literarischen Equivalent eines Bonbons aus purem Zucker mit rosa Lebensmittelfarbe gleichkommt und dann wieder so dunkel und brutal, dass die Zunge sich beim Lesen mit einem metallischen Geschmack überzieht..
Dabei kommt kein Protagonist je als Mary Sue rüber und grade dadurch, dass es an Absurditäten nach oben hin kein Limit gibt ist auch nie Ende der Fahnenstange, was verstecke Asse im Ärmel angeht..
Mit Harry Dresden wurde mir irgendwann langweilig, aber John Taylor zeigte mir - um mit einer Kapitalüberschrift zu sprechen - "wo die wirklich wilden Kerle wohnen"..
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