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Starshp Troopers

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Sir Mythos:

--- Zitat von: Stahlstadtkind am 14.11.2013 | 15:55 ---Zum Vergleich ein Zitat aus ner Kurzbeschreibung des Kommunitarismus:
"Kommunitaristische Ansätze legen eine ausgesprochene Skepsis gegenüber den universalistischen Ansprüchen liberaler Gerechtigkeitstheorien an den Tag. Insbesondere der darin zelebrierte Individualismus wird mit Argwohn betrachtet. Ihm liege ein falsches Bild der Person zugrunde, die, isoliert auf sich bezogen, immer nur versuche ihre individuellen Interessen durchzusetzen und sich so primär in Opposition zu ihren Mitmenschen und zur gesamten Gemeinschaft sehe. [...] Der Kommunitarismus zeichnet ein Kontrastbild: Personen sind eingebettet in die staatliche Gemeinschaft, der zentrale Wert ist Zugehörigkeit und Patriotismus ist die entsprechende Tugend. Alle sollen mit vereinten Kräften an der Gemeinschaft bauen, die ihnen ganz zu Recht auf Pflichten auferlegt, die sich aus geteilten Vorstellungen des guten Lebens ergeben. Gemeinschaft bedarf für deren Aufrechterhaltung der Pflege und bisweilen auch der Opfer. Das kann bis zum eigenen Leben gehen, wenn es gilt, die Heimat mit Waffengewalt zu verteidigen." (aus: "Gerechtigkeit" von Elisabeth Holzleithner)

--- Ende Zitat ---

Oder kürzer gefasst mit den Worden von John F. Kennedy: "Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!"

Wellentänzer:

--- Zitat von: Thandbar am 14.11.2013 | 12:46 ---Der Film verhält sich satirisch zum Buch, dessen faschistischen Kern er entblößt, indem er gleichzeitig perfekt gemachtes Popcorn-Kino liefert.
--- Ende Zitat ---

Genau so isses. Ich habe mich damals schon dauernd gefragt, wie die Leute zu einer anderen Interpretation gelangen können. Mir war das sonnenklar und ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie anders gemeint gewesen sein könnte - zumal Robocop ganz ähnlich vorgeht.

Hewisa (gone for good):

--- Zitat von: Pyromancer am 14.11.2013 | 15:54 ---Es ist eben keine Entscheidung, sondern eine Laune.
--- Ende Zitat ---
Trotzdem ne Entscheidung. Wenn auch keine wohlüberlegte und gut begründete.
Belabern und Gruppendruck sind doch immer Einflussfaktoren für Entscheidungen - wo steht denn geschrieben, dass man sowas alleine im stillen Kämmerlein durchdenken muss?

Letztlich ist das Gemeinwohl tatsächlich das, was in dem Buch zählt. Aber ich denke, Du verkehrst da Ursache und Wirkung: Es ist nicht "Tu was man Dir sagt, dann ist es das richtige" sondern "wenn alle nur Verantwortungsvoll handeln, dann kommt es automatisch zum Konsens".
So gesehen wird Konformismus tatsächlich als etwas gutes dargestellt, aber eben aus anderen Gründen.#
Individuelle (Entscheidungs-)Freiheit ist ein wichtiges Thema - ganz allgemein bei Heinlein.

Heinlein war tatsächlich glühender Individualist und Libertarianer...Libertärer...Libert...Libertarismus-Fan halt. Und das sehe ich auch in dem Buch eindeutig. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr das missverstanden wird.

Edit:

--- Zitat von: Wellentänzer am 14.11.2013 | 16:08 ---
--- Zitat von: Thandbar am 14.11.2013 | 12:46 ---Der Film verhält sich satirisch zum Buch, dessen faschistischen Kern er entblößt, indem er gleichzeitig perfekt gemachtes Popcorn-Kino liefert.
--- Ende Zitat ---
Genau so isses. Ich habe mich damals schon dauernd gefragt, wie die Leute zu einer anderen Interpretation gelangen können. Mir war das sonnenklar und ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie anders gemeint gewesen sein könnte - zumal Robocop ganz ähnlich vorgeht.
--- Ende Zitat ---
Mag an der Oberfläche so wirken, aber wenn man ein zweites mal hinschaut kann man da hintersteigen. Da muss man gegebenenfalls auch noch etwas Kontext zum Autor und dessen Einstellungen mitnehmen.
Patriotismus und einen gewissen Militärfetisch kann man da nicht abstreiten. Aber Faschismus ist da einfach nicht drin. Kommt aber auch daher, dass viele Leute allem, was Patriotismus oder Militarismus gleich fälschlicherweise der Faschismus-Stempel mitgegeben wird - aber da gehört dann doch noch ein bischen mehr rein.

Lichtschwerttänzer:

--- Zitat von: Hewisa am 14.11.2013 | 15:15 --- Allerdings setzt Heinlein da noch eine weitere Grundprämisse - nämlich dass nur die Entscheidung für den Militärdienst von Verantwortungsbewusstsein zeugt und nur Armeeveteranen am politischen Prozess mitgestalten dürfen.
--- Ende Zitat ---
Laut Aussage des Autors betreffs des Romans, galt das für jeden Dienst an der Gesellschaft auch Feuerwehrleute und Krankenschwestern z.b. und der Roman soll ne Reaktion auf irgendwas aus Kongress bzw Senat gewesen sein.

--- Zitat von: Hewisa am 14.11.2013 | 15:25 ---Ist für mich aber eindeutig unter Satire einzuordnen.

--- Ende Zitat ---
mag sein, aber als Satire auf ein Buch das Verhoeven angeblich nicht mal gelesen hat?

Wellentänzer:

--- Zitat von: Hewisa am 14.11.2013 | 16:10 ---Patriotismus und einen gewissen Militärfetisch kann man da nicht abstreiten. Aber Faschismus ist da einfach nicht drin
--- Ende Zitat ---

Hm, das sind zwischen unseren Deutungen dann vermutlich vor allem semantische Unterschiede. Autoritär geprägter Patriotismus mit Militärfetisch steht für mich ziemlich nah am Faschismus. Ich bin aber schlicht zu wenig in solchen Debatten drin, um die Nuancen berücksichtigen zu können. Insofern schließe ich mich Dir an: wenn sich ein autoritär geprägter Patriotismus mit Militärfetisch tatsächlich vom Faschismus abgrenzen lässt, dann geht das in Ordnung. Weitermachen. Der Film ist jedenfalls geil.

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