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[Fatesetting Deutsch] Alarm für Kybernetik X
Waldviech:
Kybernet klingt Klasse, passend und schön deutsch!
Zum Thema "Nachkriegs-Kyperneten" kämen mir folgende Ideen:
In Westdeutschland haben sich natürlich die selben moralischen Bedenken eingebürgert wie bei den Westalliierten. Das großangelegte Massenvercybern ist also kein Thema mehr. Rein rechtlich wäre es der Bundesrepublik nach Einführung der Bundeswehr wieder erlaubt, eigene Kyberneteneinheiten aufzustellen - in der Praxis schaut die Sache aber komplizierter aus. Über die Frage, ob es für Deutschland ethisch vertretbar wäre, neue Kyperneten zu erschaffen, kochen die Gemüter hoch. Einstweilen besteht die Kyperneteneinheit noch aus alten Wehrmachtsveteranen. Der erste neue deutsche Kypernet seit 45 wäre wahrscheinlich eine ziemlich dicke Zeitungsmeldung wert, begleitet von viel Lärm und Brimborium.
Anders sieht die Sache bei den Geheimdiensten aus. Hier werden dann und wann auch neue Kyperneten für Geheimdienstzwecke erschaffen - aber natürlich nicht offiziell. Der BND hat auch nur ein begrenztes Budget und steht noch immer unter der Aufsicht der Westmächte.
Massentauglich angewendet werden die Erkenntnisse aus der Kybernetenforschung natürlich in der Medizin. Man setzt recht routiniert zuverlässige Kunstherzen ein oder implantiert nach schweren Unfällen auch mal die eine oder andere kybernetische Prothese (die allerdings nie leistungsstärker ist als ein echter menschlicher Arm). Solche Eingriffe sind aber immer medizinisch notwendig und nie findet eine Vollvercyberung statt.
Ein großes Problem ist, dass die Unterwelt um die Möglichkeiten der Kypernetik weis und manch ein Schwerverbrecher gerne die Kraft eines echten Kyberneten hätte. So hat sich in Europa ein kybernetischer Schwarzmarktsektor mit verborgenen Untergrundkliniken entwickelt, in denen zahlungskräftige Kriminelle sich Kunstmuskeln implantieren, ein neues Gesicht machen lassen oder verbesserte Sinnesorgane einpflanzen lassen können. Westdeutschland ist dabei Anfang der 60er Jahre noch das Mekka des Kypernetikschwarzmarktes, da sich hier überdurchschnittlich viele Kybernetikexperten ansammeln. Angeblich soll es auch Untergrundkliniken geben, die eine Vollvercyberung durchführen können - aber dazu müsste die Mafia, die Odessa oder sonst ein Gangstersyndikat schon eine größere Summe investieren.
Ich frag mich grade, ob es für dieses Setting einen fixen Zeitpunkt geben soll (wat weiß ich - 1965) oder ob es wie bei Deadlands Noir ganz cool wäre, einen gewissen Zeitraum abzudecken - angefangen im Jahre 1959 mit der Gründung von Kybernetik X bis 1976 zu den Terroranschlägen der Transhumanen Armeefraktion und dem "Generationenkonflikt" zwischen den alten Wehrmachtskyperneten und den technisch weiter entwickelten Neukyperneten der 70er....
Slayn:
Lass doch etwas mit Alt. History spielen.
Ich finde, die ´68 lohnen sich für so ein Setting absolut, zum einem immer noch die positive Aufbruchsstimmung der Wirtschaftswunderjahre, zum anderen die rapide entstehenden radikalen und alternativen Elemente und die Grundlagen der Revolution.
Persönliche würde ich für das Setting zwei Elemente in der Zeit vor ziehen, die Gründung und Aktivität der RAF und parallel dazu "Schwarzer September" und die Gründung der GSG9, verknüpft damit dass dies die ersten komplett neuen Kyberneten seit dem Krieg sind und durch ihre spektakuläre Rettungsaktion noch dazu ein überaus positives Licht auf deutsche Kyberneten scheinen lassen, was in Anbetracht der lange schwelenden Konflikte die Dinge innerhalb der BRD nur noch schlimmer macht.
Persönlich würde ich die russische Mafia da erst mal raus lassen. Zu der zeit war der Eiserne Vorhang einfach noch zu heftig, dagegen würde ich viel mehr mit Italien und den nahen Osten spielen. Das Spiel mit Freund, Feind, Jetzt, Heute, kann da mehr einbringen als das reine Spiel mit jetzt existierenden Feindschaften.
Und ja, innerdeutsche Probleme sollten da mehr im Vordergrund stehen, wie eben die RAF, Verbrüderung mit der DDR, ggf. könnte man auch die Story vom Schakal aufgreifen, passt gut in die Zeit.
Nur so als Twist, weil es mir durch den Kopf geht, also nicht absolut ernst nehmen: Der BND beschäftigt schon lange mit Psionikern ....
Waldviech:
Die Russenmafia würde ich allerdings auch nicht mit reinnehmen wollen. Mit "Odessa" war diese Odessa hier gemeint:
http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_ehemaligen_SS-Angeh%C3%B6rigen
Mit den Psionikern werde ich nochmal durchdenken. Schlecht ist die Idee nicht - immerhin spielt das Ganze ja in einer Zeit, in der Parapsychologie noch schwer im Trend war.
Edit:
Die Odessa wäre im Übrigen auch ein schöner Aufhänger für eine prekäre deutsch-deutsche Zusammenarbeit. Wenn die Odessa in diesem Setting tatsächlich existiert, haben die DDR-Behörden sie sicherlich genau so "lieb" wie die der BRD. Das eine Kooperation an andererseits aber wirklich haarig ist, macht die Sache ja erst richtig spannend...
Waldviech:
Mal ein paar zusamenhanglose Ideen für die cyborgspezifische "Bundesrepublik-Timeline":
- Die Spezialabteilung Kybernetik-X wird im Frühjahr 1959 als Reaktion auf die "Eimann-Morde"gegründet. Im Sommer 58 hatte der Typ-08/15 Kybernet Henning Eimann eine Reihe von grausigen Morden verübt und konnte von den regulären Polizeikräften erst gestoppt werden, als das US-Militär helfend eingriff. Eimann war 44 als einer von tausenden zur Zwangsumwandlung "requiriert" worden, hatte schwere Kriegstraumata, chronische Schmerzen in seinen Restorganen und verlor noch in den letzten Kriegsjahren seine komplette Familie. Dreizehn Jahre nach dem Krieg beschloss er, diejenigen, die ihm und anderen die kypernetische Unwandlung angetan hatten, ausfindig zu machen und bezahlen zu lassen. Er machte das komplette Ärzte- und Technikerteam, das ihn umgewandelt hatte sowie den Offizier der seine Requirierung zu verantworten hatte ausfindig und massakrierte sie. In der Presse wird Eimann als gewissenloses, mechanisches Monstrum geschildert, der Fall lässt die Stimmung gegen Kyberneten auf einen nie gekannten Tiefpunkt sinken. Gleichzeitig keimen im Untergrund aber auch Stimmen auf, die Eimann zum Helden stilisieren, da er "endlich etwas gegen die Mörder und Frankensteine, die verborgen und ungestraft unter uns leben" getan hätte.
Die öffentlichen Debatten kochen hoch und es wird auch heiß über das Unvermögen der Polizei diskutiert mit einer "kybernetischen Bedrohung" fertig zu werden.
Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder):
Nitpicking, ich weiß: Aber ist "Kypernetik" als Falschschreibung Absicht? Ich stolpere da im Lesen andauernd und das macht es sehr, sehr schwer. Ansonsten fehlt mir in Deinem Szenario der EInfluß der NATO mit ihren Geheimarmeen etc. (Gladio, Stay behind).
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