Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[Ernst gemeinte Frage] Führt Pathfinder zum Munchkin-Gaming?
Slayn:
--- Zitat von: Arldwulf am 7.02.2014 | 10:09 ---In diesem Fall ja. Denn auch dieser eine Spielstil ließe sich ja mit anderem Ansatz (besseres Balancing, durchdachtere Regeln) besser bespielen. Nimm doch dein Beispiel mit einem Abenteuerpfad. Habe ich ein System das durch schlechtes Balancing bestimmte Rollen erfordert so werden falls ich diesen noch einmal bespiele die Gruppen sich sehr ähneln. Lasse ich dies weg so kann ich wesentlich flexibler wählen was gespielt wird. Und als Abenteuerdesigner natürlich auch flexiblere Abenteuer schreiben.
Und natürlich ist es auch für den Schwierigkeitsgrad wichtig. Besseres Balancing bedeutet ja auch dass Abenteuer besser auf die Gruppen zugeschnitten sein können, man genauer sieht was schwierig und was leicht ist und es damit einfacher ist passende Herausforderungen für die aktuelle Situation zu finden.
Kurzum: Eigentlich hat man dann ein System dass den Spielstil etwas schlechter unterstützt als es möglich wäre - dafür bei anderen Spielstilen aber noch weiter absackt.
Auch für einen Herausforderungsorientierten Ansatz hat das ganze ja keine Vorteile.
--- Ende Zitat ---
Ich denke, das sind drei verschiedene Punkte, die gesondert betrachtet werden müssen.
1 - Was ist Balance überhaupt, wie stellt man sie sich vor, wo soll sie sein, wie kommt sie zum Einsatz?
2 - Wenn es ein Herausforderungsorienteirtes Spiel ist, wer soll mit welcher Priorität gefordert werden?
3 - Gezielter Eigenbau vs. Allgemeingültig (Personen vs. Mechanik)?
(4 - Wie spielt das alles zusammen?)
Diese Betrachtung wird vermutlich ein hoch-spannendes aber auch sehr komplexes Thema werden.
BobMorane:
--- Zitat von: La Cipolla am 7.02.2014 | 09:54 ---@BobMorane: Das sind einfach verschiedene Spielstile. Mir geht's ja genau so wie dir, weshalb ich auch ungefähr so vor dem Thread sitze ...
Jedem das Seine.
Aber vielleicht sollte es warnende Tags für solche Threads geben, damit Leute wie wir nicht hochgradig verwirrt sind. :D
--- Ende Zitat ---
Danke für diesen erfrischenden Post. ;D Vieleicht sollte der Warn Tag noch den zu erwartenden Sanity Damage beinhalten. >;D
Arldwulf:
So komplex ist es gar nicht, man könnte es auf die einfache Frage reduzieren:
Was gewinne ich dadurch dass ein Abenteuer eine bestimmte Anzahl Begegnungen je Tag vorsehen muss um das Balancing zwischen zwei Klassen mit unterschiedlichem Ressourcenverbrauch zu gewährleisten?
Es gibt ja eine ganze Menge Dinge die man dadurch verliert, Flexibilität zu allererst, sowohl auf Abenteuer als auch auf Charakterebene. Abenteuerdesign - auch jenes der von dir genannten Abenteuerpfade wird dadurch schwieriger und ungenauer. Und auch wenn es viele Gruppen gibt bei denen dann gesagt wird: "wir haben gar keine Probleme, wovon sprecht ihr da?" gibt es halt in jedem 3.5 Forum diese Themen stets auf Seite 1. Viele haben eben doch Probleme damit. In diesem Forum ist der letzte Thread dazu nicht mal einen Monat alt. Der nächste wird auch nicht länger auf sich warten lassen.
Aber was gewinne ich dadurch?
Natürlich kann man über Balancing jede Menge sprechen, und es gibt dazu ja auch eine Menge Threads. Aber hierfür ist das eigentlich nicht wichtig, denn bei der Frage oben geht es ja nicht darum was Balancing ist, sondern um die Motivation dafür überhaupt so vorzugehen. Wie das Balancing konkret aussieht, wer es durchführt etc. - ist alles eigentlich wurscht dafür.
Slayn:
--- Zitat von: Arldwulf am 7.02.2014 | 10:35 ---Was gewinne ich dadurch dass ein Abenteuer eine bestimmte Anzahl Begegnungen je Tag vorsehen muss um das Balancing zwischen zwei Klassen mit unterschiedlichem Ressourcenverbrauch zu gewährleisten?
--- Ende Zitat ---
Mir macht´s Spaß, damit hat es schon zu 100% gewonnen. Der Rest der Menscheit geht mir da ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei.
BobMorane:
--- Zitat von: Arldwulf am 7.02.2014 | 09:54 ---So ungewöhnlich ist dies nicht, auch wenn die Maßnahme das Magic Item Niveau niedrig zu halten eher die Magiewirker stärkt (da diese weniger benötigen).
Aber viele Gruppen sagen ja sie haben keine Probleme, und es ist auch wichtig zu betonen dass die Frage ob man diese bekommen wird stark davon abhängt ob die Spieler sich zurückhalten und versuchen allen ein schönes Spiel zu ermöglichen oder nicht.
Oder anders gesagt: In einer guten Gruppe wird man unabhängig vom System auch ein gutes Spielerlebniss haben. Was solange toll klingt bis klar wird: In einer guten Gruppe kann man mit einem gutem System noch deutlich bessere Spielerlebnisse haben. Bis zu dem Punkt das einem Sachen auffallen die früher nie gestört haben. Weil sie halt so waren, und man es gewohnt ist.
Aber du kannst ja einfach mal versuchen einen beliebigen Abenteuertag aus deiner Gruppe zu schildern, und alles aufzuzählen was die einzelnen Leute so gemacht haben. Und dann überlegen wobei ihnen das System bei diesen Aktionen geholfen hat, und welchen Einfluss es gehabt hätte wenn die Spieler andere Optionen nutzen würden die ihnen zur Verfügung standen.
Denn die Chance dass du übermächtige Caster gesehen hast ist durchaus hoch...die Frage ist eher ob sie ihre Optionen nutzen.
--- Ende Zitat ---
Naja ich habe schon intelligente Spieler am Tisch die auch gerne rocken, aber wir betrachten halt alles mit was gesundem Menschenverstand und wie es in die Konsistenz der Welt passt. Und ich habe noch keinen der ZWÖLTRILLIONEN DMG oder ich zaubere mich alleine durchs Abenteuer Builds gesehen die unter dieser Betrachtung funktioniert hätten.
Z.B der allseits beliebte Summon.
Was ich mit den höchsten Summon Monster so holen kann ist in etwa 75% von dem was ein adäquater Gegner für meine Stufe drauf hat. Die sehe ich nicht so als Problem. Planar Bindings/Allies haben da ihr eigenes Problem. Das sind Türen die in beide Richtungen funktionieren, die man nicht leichtfertig aufstößt. Schulden wollen bezahlt werden >;D und ein leichtfertiger Gebrauch von solchen Sprüchen hat Konsequenzen. Ein Priester der bei jeder Gelegenheit einen Solar beschwört, um ihm einen Tee zu machen wird sehr schnell von seinen Gott das goldene Popokärtchen bekommen. Und eine göttliche Queste mit keinem, oder nur eingeschränkten Spruchzugriff wird ihn schon Demut lehren.
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