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Was ist bei 4E falsch gelaufen...

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Halys:
Ich denke, dass es auch der ständige Vergleich zur 3.5 oder zu Pathfinder war. Wenn 3.5 der Standard ist, schneidet Pathfinder natürlich hervorragend ab (und viele Produkte Paizos sind ja auch z.T. sehr gut aufgemacht). Die 4E ist da völlig verschieden, während die Regeln für die Kämpfe hervorragend eingearbeitet sind und sich mit Minis einiges darstellen lässt, trifft man außerhalb des Kampfes auf einen extremen Freiraum. Die meisten Kaufabenteuer bieten gerade außerhalb des Kampfes nicht viel und da kann man rasch sagen, dass die 4E eher in Richtung Tabletop geht. Mehr Fertigkeiten oder Mechanismen und bessere Abenteuer hätten dem System vielleicht geholfen, andererseits bin ich bei meiner Gruppe froh, dass eben nicht alles verregelt ist und wirklich Raum für Rollenspiel, statt Würfelspiel da ist.
Warum Spielleiter wegen des um sicherlich 50% reduzierten Aufwands für Monster und NSC nicht laut gejubelt haben, ist mir allerdings ein Rätsel, ich zumindest HASSE hochstufige Pathfinder NSC mit Charakterklassen.

Eulenspiegel:
@ Halys
Ich habe auch gerne Speilabende, wo ich mehr Rollenspiel als Würfelspiel machen muss. Die Frage ist: Warum soll ich mir dazu ein RPG-System kaufen?
Wenn ich Freeformen will, dann kaufe ich mir eine schöne Fluff-Beschreibung.

Rollenspielsysteme sind doch nur notwendig, sobald man Würfel-RPG machen will. Sobald man Freeform-RPG machen will, ist man ohne Regelsystem besser dran.

Verstehe mich nicht falsch: Ich liebe es, ab und zu Freeform zu spielen. Ich liebe es, wenn ich ab und zu nicht von Regeln eingeschränkt werde und einfach drauf los spielen.

Aber wenn ich mir ein Regelsystem kaufe, dann will ich kein Freeform. Dann möchte ich vom Buch an die Hand genommen und regeltechnisch durch die Konflikte geführt werden. Das ist der Grund, weshalb ich mir ein Regelsystem kaufe. (Aber wie gesagt spiele ich auch durchaus gerne mal regellos.)

Arldwulf:
Das Problem dabei ist ja: Die 4E hat mehr Regeloptionen für das Spiel außerhalb der Kämpfe, und bindet dieses viel fester ins Spiel ein als frühere D&D Editionen.

Das landet durchaus auch in den Spielrunden....ich habe in meinen ersten paar Monaten 4E mehr Erfahrungspunkte außerhalb der Kämpfe gehabt als in den vielen Jahren 3.5, und bis heute kenne ich keine Runde in der nicht Skillchallenges oder Quests wichtige Elemente sind. So etwas ist viel mehr Teil des Spiels als zuvor, einfach weil auch die Spielleiter dazu angehalten werden sich darüber Gedanken zu machen.

Es passt halt nur nicht zu dem gezeichnetem Bild...

Oberkampf:

--- Zitat von: Halys am 20.05.2014 | 00:11 --- Die meisten Kaufabenteuer bieten gerade außerhalb des Kampfes nicht viel und da kann man rasch sagen, dass die 4E eher in Richtung Tabletop geht. Mehr Fertigkeiten oder Mechanismen und bessere Abenteuer hätten dem System vielleicht geholfen, andererseits bin ich bei meiner Gruppe froh, dass eben nicht alles verregelt ist und wirklich Raum für Rollenspiel, statt Würfelspiel da ist.

--- Ende Zitat ---

Bei den Abenteuern stimme ich dir uneingeschränkt zu. Der Standard für Kaufabenteuer ist heutzutage nunmal Ortsbeschreibung + erzählte/strukturierte Geschichte, und das macht z.B. Pathfinder soweit ich es beurteilen kann sehr gut.

Aber was das Fertigkeitensystem angeht, finde ich, dass 4E mit der Skillchallenge und dem Beschränken der Fähigkeiten auf abenteuerrelevante Sachen einen beachtlichen Wurf hingelegt hat. Zwar musste da nochmal nachgebessert werden, aber mMn war das eine der Stärken des Systems, die ich als jemand, der gern fertigkeitenlastig spielt/leitet, bei anderen Systemen vermisse.

derd11:
Im Endeffekt ist es immer alles subjektiv. Falsch gelaufen ist aber offensichtlich - wenn man das auf den deutschen Markt münzt - die Vermarktung und die Absatzzahlen. 4E konnte sich nicht durchsetzen und wurde verdrängt bzw. schaffte es nicht DSA und Konsorten die Stirn zu bieten. Der Edition-War und Pathfinder war glaube ich das endgültige Aus! D&D in Deutschland hatte Tradition - hatte!

Subjektiv, um auch meinen Senf dazu zu geben, kann ich nur sagen, dass D&D 4E viel zu bieten hat, aber nun mal kein Rollenspiel im klassischem Sinne ist. Es ist eher ein Skirmish-Tabletop mit Rollenspiel-Elementen, einer genialen Community, gutem englischen Support aber wie ich finde zu viele Regelbaustellen die bis heute "Null-Komma-Null" geklärt wurden. Dazu bietet es einfach zuviel Masse und in Sachen Hintergrund ist die Klasse (Tiefgang) ganz deutlich nach unten gegangen.

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