Pen & Paper - Spielsysteme > D&D4E
Was ist bei 4E falsch gelaufen...
Feuersänger:
Dann sollte in diesem Thread doch immer eher darüber gesprochen werden, was nun falsch gelaufen ist, und nicht wie dumm der gemeine Bauernfünfer gewesen ist, diese Genialität nicht zu erkennen, n'est-ce pas?
Ich hab jetzt nicht alle 21 Seiten im Kopf, also kann sein dass das schon genannt wurde, aber ich sag mal ganz grundlegend: das Spiel hat einfach nicht zur Marke D&D gepasst. Unabhängig von der Qualität der Regeln war einfach nicht das in der Packung, was draufstand, also was die alten D&D-Veteranen erwartet haben.
Insofern ist der Markenvorteil, den der altehrwürdige Name "D&D" mitbringt, wirkungslos verpufft. Wer D&D kannte und mochte, hat mit der 4E etwas bekommen, was mit seinem bekannten und geliebten D&D nichts mehr zu tun hatte. So wurden vielleicht ein paar zusätzliche Verkäufe generiert, aber mit dem Effekt dass die Spieler sich betrogen gefühlt haben. Dass dann auch noch die alten und von vielen heißgeliebten Forgotten Realms derart hingemetzgert und bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet wurden, hat die Sache echt nicht besser gemacht.
Wer hingegen sowieso von vornherein keine besondere Bindung zu D&D hatte, dem war es auch wurscht ob das nun auf der Packung steht oder nicht.
Kurz: sie hätten das Spiel unter einem komplett anderen Namen vermarkten können, und das Branding mehr über WotC laufen lassen. Damit hätten sie neue Spieler genauso erfolgreich (oder erfolglos) rekrutieren können und die alten Grognards nicht vergrätzen müssen.
6:
--- Zitat von: Feuersänger am 22.07.2014 | 13:28 ---Dann sollte in diesem Thread doch immer eher darüber gesprochen werden, was nun falsch gelaufen ist, und nicht wie dumm der gemeine Bauernfünfer gewesen ist, diese Genialität nicht zu erkennen, n'est-ce pas?
--- Ende Zitat ---
Klar.
--- Zitat ---Ich hab jetzt nicht alle 21 Seiten im Kopf, also kann sein dass das schon genannt wurde, aber ich sag mal ganz grundlegend: das Spiel hat einfach nicht zur Marke D&D gepasst. Unabhängig von der Qualität der Regeln war einfach nicht das in der Packung, was draufstand, also was die alten D&D-Veteranen erwartet haben.
--- Ende Zitat ---
Das wurde schon mehrmals genannt und wurde auch schon mehrmals angezweifelt. Damit wurden wenn ich mich nicht falsch erinnere schon mehrere Runden gedreht.
Thandbar:
Für mich ist die 4E wie ein eigentlich sehr gutes Computerspiel mit einer ausgezeichneten Engine und überzeugenden Inhalten, aber einem furchtbaren Tutorial.
Allein dieses Kobold-Hall-Abenteuer ... :o
--- Zitat ---Wer D&D kannte und mochte, hat mit der 4E etwas bekommen, was mit seinem bekannten und geliebten D&D nichts mehr zu tun hatte.
--- Ende Zitat ---
Ging mir nicht so. *shrug*
Arldwulf:
--- Zitat von: 6 am 22.07.2014 | 13:31 ---Das wurde schon mehrmals genannt und wurde auch schon mehrmals angezweifelt. Damit wurden wenn ich mich nicht falsch erinnere schon mehrere Runden gedreht.
--- Ende Zitat ---
Es ist natürlich ein häufig gehörtes Argument. Das dumme dabei ist: Am Ende handelt es sich bei D&D 4E wohl um das D&D welches die meisten Hilfsmittel an Spielleiter und Spieler gibt um verschiedene Spielstile umzusetzen.
Was es schwierig macht zu sagen welcher typische D&D Spielstil denn eigentlich sich so sehr davon unterscheiden sollte. Zumal D&D ja von vorn herein Mainstream und durchaus variabel war, so dass es schwer ist überhaupt zu sagen was D&D ist. In der Packung war also schon das was in vielen "Was macht D&D aus" Threads genannt wird. Es finden sich eigentlich auch recht wenige 4E Spieler die nicht vorher schon andere D&D Editionen spielten und sie auch heute noch spielen.
Aber es gab halt eine Zeit als man zur Abgrenzung sagte die neue Edition sei etwas für Neuspieler. Was insofern halt Quatsch war als dass sich die meisten Änderungen konkret an Altspieler wendeten und von denen diskutierte Probleme angingen. Und in der Folge gab es einen Split in der Argumentation zwischen Kritik an Regeln und Kritik an vermuteten Designrichtungen die aber nichts mehr mit dem tatsächlichem Buchinhalt zu tun hatten. Damals gab es z.B. Kritik welche ungefähr so aufgebaut war:
"Wir gehen nur noch von Dungeonraum zu Dungeonraum. Die Reise dahin oder Interaktion wird gar nicht ausgespielt".
"Mhh - vielleicht solltet ihr mal Skillchallenges probieren? Die sind eigentlich gut geeignet um auch die Gefahren von Wegen darzustellen und werden auch in Abenteuern so verwendet"
"Die benutzen wir nicht"
"Warum denn nicht?"
"Die sind gar nicht wirklich Teil des Spiels und die benutzt keiner".
Kritisiert wurden dann ernsthaft Dinge welche im Buch standen, aber bewusst ignoriert wurden. Als fehlend kritisiert wohlgemerkt. ^^
Und das gab es dann bei vielen Spielelementen die vermeintliche Unterschiede darstellten. Von einprägsamen Zaubern zu improvisierten Aktionen oder Zaubern die man außerhalb von Kämpfen nutzt...eines der beliebtesten Argumente wenn man aufführte dass die Kritik problematisch war hieß: Das steht da zwar so, aber das ist gar nicht so gedacht!
Dungeons & Dragons 4E war durchaus ein D&D. Discussed & Debatted 4E eher nicht.
Feuersänger:
Das ging sicherlich nicht _allen_ so. Sonst hätte sich die Ed nicht 6 Jahre lang gehalten. Hier im :T: bekommt die 4E ja insgesamt eher positive Kritiken, aber ich spiele wieder mal die Trumpfkarte "Tanelorn ist nicht repräsentativ für Durchschnittsrollenspieler". Hier stehen allgemein Systeme mit stark meta-lastigen Mechaniken hoch im Kurs. Schaut man sich mal die Verhältnisse in anderen Foren an, schaut es schon deutlich anders aus. Und 90% der Rollenspieler sind in überhaupt keinen Foren unterwegs und haben nochmal eine ganz andere Einstellung zum Spiel.
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