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[Serie] Penny Dreadful
Quill:
So - Regenwetter sei Dank kam ich die letzten Tage viel zum gucken und bin nun fertig mit der Staffel.
Spoilers ahead:
Die Serie begeistert mich nach wie vor sehr. Die Optik und die Musik sind nach wie vor umwerfend, bei manchen Szenen kam ich nicht umhin mich zu fragen wie unglaublich teuer und aufwändig da der Dreh gewesen sein muss (z. B. bei der Ballszene mit dem Blut).
Das Finale war wieder insofern ungewöhnlich, als dass die finale Konfrontation in der ersten Hälfte erfolgte und es danach einen langen, ruhigen Ausklang gab, was ich aber an sich gut fand. Trotzdem fand ich das Finale von Staffel 1 wegen der großartigen Kulisse des Theaters ein wenig besser. Aber das Staffel 2- Finale war schon trotzdem super, gerade Vanessas Konfronation mit dem Master fand ich toll umgesetzt mit der Puppe und die Visionen von Victor und Malcolm waren auch wirklich toll gemacht.
Um Sembene tut es mir sehr leid, von dem hätte ich gerne auch noch eine Origin-Folge gesehen. Wobei ich ihn in dieser Staffel schon viel präsenter fand als in der davor. Und irgendwie scheint er auch so eine gewisse übernatürliche Fähigkeit zu besitzen, oder? Ich hatte den Eindruck, er kann quasi das Innerste von Personen sehen und erkennen. Das sagt er ja auch zu Ethan ("And I look through the crocodile and through the leopard and through the monkey ... and through the wolf.") und Sir Malcolm kriegt er auch irgendwie dazu, die Kontrolle von Mrs. Poole abzuschütteln. Mal sehen, ob er tot bleibt oder nicht ... wobei ich es auch dämlich fände, wenn jetzt jeder Charakter, der stirbt, wiederkommt.
Das generelle Thema der Staffel mit den Hexen hat mir auch gut gefallen. Da bleibt natürlich 2.03 ein echtes Highlight der Staffel.
Und wo es in dem Thread um Sexszenen ging: Ich fands super, dass sie in dieser Staffel bei der einzigen Szene zwischen 2 Männern nicht abgeblendet haben (außerdem war die Anzahl solcher Szenen auch ein bisschen reduziert, das hat sicherlich nicht geschadet.)
Ich bin sehr gespannt auf Staffel 3 und wie die losgeht, nachdem ja nun alle auseinander gelaufen sind. (Und ja, Malcolm fährt nicht wegen seines Sohns nach Afrika, sondern um Sembene zu beerdigen, das hab ich zumindest so verstanden.) Und laut des oben verlinkten Interviews kommt anscheinend ja ein neuer Charakter aus der Literatur hinzu. Ich bin gespannt!
Ach, und kann mir das nochmal einer erklären?
--- Zitat ---:facepalm: Lyle gehört zum Stamm der Urninge. Bzw. er hängt der Liebe an, die es nicht wagt ihren Namen zu nennen. Ms Poole hat ihn damit erpresst. Darauf bezieht sich der Kommentar des "Stamms".
--- Ende Zitat ---
Dem Stamm der was? Wo wird das erwähnt? Und was is das überhaupt?
Ich hab das in der letzten Folge nämlich auch auf seine Religion bezogen.
Generell hoffe ich, Lyle bleibt dabei, ich find den großartig.
Wisdom-of-Wombats:
--- Zitat von: Quill am 30.07.2015 | 08:50 ---Und wo es in dem Thread um Sexszenen ging: Ich fands super, dass sie in dieser Staffel bei der einzigen Szene zwischen 2 Männern nicht abgeblendet haben
--- Ende Zitat ---
Wo war da eine Sexszene mit zwei Männern? Was ich gesehen habe, war eine Sexszene zwischen einem Mann und einer Transfrau. Und ja, die Szene war genau deswegen noch cooler.
--- Zitat von: Quill am 30.07.2015 | 08:50 ---Ach, und kann mir das nochmal einer erklären?
Dem Stamm der was? Wo wird das erwähnt? Und was is das überhaupt?
--- Ende Zitat ---
Meine Güte. Lyle steht auf Männer. Und damit hat Poole ihn erpresst und er befürchtet, dass der Skandal ans Licht kommt und damit sein gesellschaftliches Ende bedeutet. So etwas bezeichnete man um die Jahrhundertwende als Urninge in Deutschland. Und das Zitat zur Liebe, die es nicht wagt ihren Namen zu nennen, stammt von Oscar Wilde...
Zitat aus Wikipedia: "Den homosexuellen Mann bezeichnete Ulrichs als Urning – nach der Göttin Aphrodite Urania, die nach der Legende aus abgetrennten Körperteilen ihres Vaters Uranus entstand, also eingeschlechtliche Liebe repräsentierte."
Quill:
Ja, das Lyle auf Männer steht, war schon klar, so wie er Ethan die ganze Staffel lang anschmachtet ~;D
Und dass Poole ihn damit erpresst, auch.
Wobei es für mich dann keinen Sinn macht, dass er ausschließlich Victor darum bittet, nix zu verraten - er dürfte auch allen anderen erzählt haben, womit er epresst wird, als er ihnen gestanden hat, dass er für Poole arbeitet.
Dass man das um die Zeit als Urninge bezeichnet hat, wusste ich nicht. Wieder was gelernt.
--- Zitat ---Wo war da eine Sexszene mit zwei Männern? Was ich gesehen habe, war eine Sexszene zwischen einem Mann und einer Transfrau. Und ja, die Szene war genau deswegen noch cooler.
--- Ende Zitat ---
Okay, zwischen zwei biologischen Männern, von denen einer eine transsexuelle Frau ist. ;)
Und jep, war ne coole Szene.
Huhn:
Bin jetzt durch die fünfte Folge der 2. Staffel durch und mit der Serie versöhnt. ^-^ Ich nehm meine Kritik zurück. Aber jetzt können sie bitte auch endlich aufhören mit den ganzen Sexszenen. Ich weiß jetzt wie das ist, mit den Bienchen und den Blümchen und ich würd gern weiter die Handlung sehen. ::)
condor:
Ich räume ein, dass ich nun die ganze erste Staffel gesehen habe. So schlecht kann sie mir also eigentlich nicht gefallen haben. Warum bin ich trotzdem enttäuscht? Vielleicht, weil die Serie so viel verschenkt, so viel besser hätte sein können, obwohl Eva Green sich die Seele aus dem Leib spielt und der restliche Cast eigentlich nichts falsch macht.
1. Das Hauptproblem ist für mich die Dramaturgie. Es gibt einen zentralen Excuse-Plot (Wo ist Mina Harker?), der kein Stück voran kommt, außer Vanessa hat deus-ex-machina-mäßig eine Vision o.ä. Dafür wird der Hintergrund der Protagonisten in epischer Breite aufgerollt. Lieber Drehbuchautor, welche Geschichte willst du denn nun eigentlich erzählen?
2. Die Serie oszilliert zwischen platten Schockeffekten getreu dem titelgebenden "Groschenheftchen" und dem Versuch, den Charakteren durch ausgewalzte Backstories Tiefe zu verleihen. Das funktioniert in etwa so gut, als würde man versuchen, Lasko die Faust Gottes mit den Brüdern Karamasow zu kombinieren.
3. Das geringere Ärgernis ist da noch die schamlose Ausschlachtung gemeinfreier viktorianischer Romanfiguren. Alan Moore war auch schon nicht der erste, der sich aus den Klassikern des 19. Jahrhunderts großzügig bedient hat, aber Penny Dreadful treibt nun Wirklich reinen Raubbau an den Vorlagen, ohne irgendwas zurückzugeben.
Rant over ;)
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