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Warum sind Patzer interessant?
Gwynplaine:
Ich finde es sehr systemabhängig, ob ich Patzer mag oder nicht. Dinge wie "bei einer 1 zerbricht Deine Waffe" oder so sind in meinen Augen Spielerschikane und nicht sehr förderlich. Systeme mit abgestuften Erfolgsgraden (z.B. Hârnmaster) machen es da besser. Hier kann ein "entscheidender Fehlschlag" im Kampf durchaus den Tod Deines Charakters bedeuten, aber zum einen unterstreicht dies das Risiko eines Kampfes, zum anderen sinkt die Wahrscheinlichkeit aber mit der Kompetenz des Charakters und das Ergebnis ist auch noch abhängig vom Wurf des Gegners (wirft dieser auch einen Patzer passiert z.B. in der Regel eher nichts).
Andere Systeme wie Warhammer 3 sorgen mit den Würfelpools für interessante Ergebnisse, wodurch auch z.B. ein sehr gut gelungener Wurf Elemente eines Patzers bekommen kann (Chaosstern). Dieser muss sich dann nicht unbedingt direkt auf den Charakter auswirken sondern kann z.B. die Umgebung verändern oder negative Umstände für die SCs hervorrufen (die Streitmacht des Gegners trifft eine Stunde früher als gedacht ein, ein schweres Gewitter bricht herein etc.).
Diese Art von Patzern/dramatischen Fehlschlägen bereichern das Spiel in meinen Augen...
Skele-Surtur:
--- Zitat von: Jon Snow am 17.07.2014 | 23:16 ---Wieso wird ein guter SL sie nicht konsequent anwenden?
--- Ende Zitat ---
Weil sie Müll ist.
--- Zitat von: Jon Snow am 17.07.2014 | 23:16 ---Imho würde eher ein schlechter SL die Regel ersatzlos streichen.
--- Ende Zitat ---
I dare to differ from yho.
--- Zitat von: Jon Snow am 17.07.2014 | 23:16 ---Sie macht das Spiel spannend.
--- Ende Zitat ---
Sie nervt.
--- Zitat ---Sie sorgt dafür, dass man sich bei Aktionen überlegt, ob man diese tatsächlich tut, und dass man mitfiebert.
--- Ende Zitat ---
Nein. Im besten Fall beeinflusst sie das Spielverhalten gar nicht, im schlimmsten Fall hemmt sie das Spiel.
--- Zitat ---Sie bringt überraschende Wendungen.
--- Ende Zitat ---
Was ein guter SL ohne Patzerregeln besser kann.
--- Zitat ---Zum konsequenten Anwenden:
Keine Regel wird immer konsequent angewendet. Sei es Regeln für Massenkampf oder Regeln für Einzelkampf. (Generll benutzt man immer nur eine der beiden Regeln, aber niemals beide gleichzeitig.)
Hey, sogar ganz normale Proben (auch ohne Patzer) werden nicht konsequent angewendet sondern der SL sagt häufig: "Ja, passt schon du kannst das Auto sicher bis zum Ziel fahren."
--- Ende Zitat ---
Äpfel, Birnen.
--- Zitat ---Dass man eine Patzer-Regel nicht konsequent anwendet, ist jetzt keine Besonderheit von Patzer-Regeln sondern kommt bei den meisten Regeln vor.
--- Ende Zitat ---
Es gibt einen Unterschied, ob man Proben nicht würfeln lässt, weil man sich mit spannenderen Sachen beschäftigen möchte, oder ob man Teile einer Mechanik außen vor lässt, die laut regeln zwingend angewendet werden müssten. Qualitativer Unterschied.
Ich bleibe also dabei: Dramatische Konsequenzen bei dramatischen Aktionen. Konsequenzen eines Fehlschlags aus dem Kontext der Situation.
Eulenspiegel:
Klar kann man auch ohne Patzerregeln überraschende Wendungen hereinbringen. Das hat aber häufig etwas von SL-Willkür.
Durch Patzerregeln überlässt man es dem Zufall, wann wo welche Wendungen auftreten.
--- Zitat ---Es gibt einen Unterschied, ob man Proben nicht würfeln lässt, weil man sich mit spannenderen Sachen beschäftigen möchte, oder ob man Teile einer Mechanik außen vor lässt, die laut regeln zwingend angewendet werden müssten. Qualitativer Unterschied.
--- Ende Zitat ---
Die Probe ist ein Teil der Mechanik, die laut Regeln zwingend angewendet werden muss. Da gibt es keinen qualitativen Unterschied zur Patzerregel, die genauso ein Teil der Mechanik ist wie die Probe und die laut Regeln genau so angewendet werden muss wie die Probe.
Slayn:
Das bezieht sich aber alles auf eine Probe als Abbildung einer konkreten Handlung vs. probe als Abbildung einer potentiell abstrakten Handlung.
Skele-Surtur:
"Müssen wir das ausspielen?"
"Nein, wir spulen jetzt vor..."
vs.
"Oh, ich hab eine 1 gewürfelt! Das ist ein Patzer!"
"Nein, du hast nur nicht getroffen..."
Bei dem einen entscheidet man sich, eine Szene nicht zu spielen, sondern die Ergebnisse vorweg zu nehmen. Nirgends wird in irgendwelchen Regeln vorgeschrieben, dass jeder Schritt durchgespielt werden muss.
Bei dem anderen wird die Regel, obwohl ihre Anwendung in den Regeln zwingend vorgeschrieben ist nicht angewendet. Das ist ein qualitativer Unterschied.
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