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[Brainstorming] Fantasy Setting auf Planet mit gebundener Rotation
Talwyn:
Hab jetzt nicht alles gelesen (mach ich aber noch). Aber: I like this thread! Super Ideen findet man hier. Ich denke ernsthaft darüber nach, das hier für Diaspora zu klauen.
Antariuk:
Freut mich zu hören dass die Idee inspiriert!
Ich habe im Anfangspost einige der Kernideen aus dem Faden gesammelt, für Interessierte die keine Lust auf die Diskussionen über physikalische Dinge und dergleichen haben :)
Talwyn:
Hinsichtlich Wetterphänomene wäre das hier sicher auch noch was:
Sérac
bpitch|Lloyd:
Ich bin vorhin zufällig auf diesen Thread gestoßen: großartige Ideen!
Habe mir direkt alles durchgelesen und selbst ein wenig darüber nachgegrübelt, da kam mir der Gedanke auf das die Verschiebung ja allerlei Probleme auffwirft. Einige davon wurden auch bereits erwähnt, was aber geblieben ist: das Wasser.
Auf der Seite die von der Sonne "erobert" wird schmilzen zuerst langsam und dann immer schneller die ältesten Gletscher des Planeten (denn Pole dürfte es gar nicht geben, wenn eine langsame Drehung stattfindet, nehmt mal einen Ball, haltet ihn mit beiden Zeigefingern oben und unten fest und dreht ihn einmal ganz rum - Licht und Schatten erreichen beide jeden Punkt einmal - falls jedoch die Pole der dichteste Punkt an der Sonne und der weit entfernteste sein soll gibt es keine sich verschiebende Zwielichtzone sondern lediglich eine statische. Sobald man einen Ball beginnt in eine Richtung zu drehen und von gleichgroßen Licht und Schattenseiten ausgeht wird jeder Punkt zu irgendeinem Zeitpunkt von Licht oder Schatten getroffen.). Die ältesten Gletscher eines Planeten, geht man bspw. von der Zahl aus die ich hier irgendwo gelesen habe, 1500 Jahre, hatten dann 1500 Jahre Zeit um zu wachsen und echt groß zu werden. Das würde einen Teil der Zwielichtzone, der mit freundlichen 25 Grad Celsius an dem gigantischen Eisberg herumschmilzt, eine ziemlich fette Eisschicht verpassen. Die auch noch kaum begehbar ist, denn rasch abschmelzende Gletscher sind so ziemlich das gefährlichste Territorium zum wandern das man sich nur irgendwie ausdenken kann. Dann bahnt sich das Wasser ja nun den Weg des geringsten Widerstandes, fließt also u.U. in einem großen Schlenker wieder in die NAchtzone zurück, bildet Seen oder Meere oder fließt schnurstracks auf die Sonnenseite zu wo es verdampft. Ich finde die Idee von aufwärts fließenden, kochenden Dampf-Wasserfällen die in "Wolken-Seen" münden zwar überaus erstrebenswert aber falls der Wind diese in die Zwielichtzone treibt und dort abregnet hat der Regen eine unangenehme Temperatur von 50-60 Grad (oder? Ich bin ein meterologischer Vollnoob, aber wenn keine normale Verdunstung stattfindet sondern eher ein verkochen, dann muss das doch Auswirkungen haben oder?).
Auf der Seite wo sich die Nacht vorkämpft (ich finde die Bezeichnungen "Sonnenseite" und "Sternenseite" irgendwie cool) und die Sonne verschwindet, wurde der Boden gerade 1500 Jahre lang teilweise so von der Sonne gegrillt, dass er sich verflüssigt hat. Es wird also weite Teile aus gläsernem Boden geben auf denen nichts wächst und der Rest sind deformierte Felsbrocken. Alles in allem hat der Boden seit 1500 Jahren auch keinen Tropfen Wasser gesehen und ist am weitesten von Wasser entfernten Punkt der Zwielichtzone "angespühlt" worden. Damit dort etwas wachsen kann muß schon viel Arbeit investiert werden, Bewässerungssysteme wie bei den alten Ägyptern am Nil angelegt werden etc. die Frage ist: womit bewässert man? Die sich vorarbeitende Nachtzone schluckt nur Wasser und die zurückweichende Tagzone gibt kein neues frei und falls es dort nicht häufiger regnet als in Südengland wächst dort überhaupt nichts. Egal wie häufig es jedoch regnet: auf dieser Seite des Planeten gibt es weder Seen noch Flüße und das überleben hängt allein von angelegten oder natürlichen Regenwasserreservoirs ab. Das muss ja kein Ausscheidenskriterium sein, fand ich aber irgendwie ganz wichtig zu erwähnen. Es gibt also eine Zwielichtzonen-Seite mit viel zuviel Wasser und Eis und eine mit viel zu wenig. Dafür müsste man sich eine "Lösung" (falls überhaupt gewünscht) überlegen.
Bisher die genialsten Idee eurerseits fand ich bisher die Arten die die Zwielichtzone nur durchqueren (also wie Lachse in Flüßen geboren werden, im Meer leben und in Flüßen Laichen und sterben) und potentiellauf dem Weg viel Nahrung aufnehmen (Drachen könnte man so einbauen falls gewünscht).
Aufgrund der Gegensätzlichkeiten von Licht und Dunkelheit hat das beinahe was Yin&Yang-artiges bzw. was Eis&Feuer-mässiges wie im Lied von Eis und Feuer. Das könnte man evtl. in die Göttergestaltung mit einbeziehen.
Achja zu den Tiefenreichen: Unterirdisch lebende Zwerge haben (je nachdem seit wann sie das machen) entweder den kompletten Planeten mit einem Höhlen- und Tunnelsystem durchzogen und daher im Zugang auch zu den weit entferntesten Punkten der Sonnenseite (der Nachtseite nicht, da stehen dicke Gletscher drauf) ODER die Sonnenseite wird so dermaßen heiß das auchdie Tunnel wegen Wegschmelzgefahr oder Backofenklima aufgegeben werden müssen - eben zur einige hundert Jahre Zeitversetzt. In diesem Fall würden die Zwerge am Rande der sich vorarbeitenden Eiswüste lauern und lange aufgegebene Tunnel neu Instand setzten. Deren Umzugsperioden wären dadurch auch viiiiiel länger (so circa alle 1800 Jahre gäbs einen kompletten Wechsel). Ich weiß nicht ob das so gewünscht ist obwohl mir die Idee mit einem mächtigen, zwergischen Tiefenreich das von kühlen Eishöhlen an der Oberfläche bis hin zu dampfenden, absolut stockfinsternen Pilz-Wurm-Dschungeln in unermesslichen Tiefen ja schon ziemlich gefällt. Die Frage wäre dann nur: wieso sollten die Zwerge sich mit der Oberwelt abgeben? Die würden ihnen dann doch nur die Höhlen abnehmen wollen.
Allgemein würde ich mir auch die Probleme der Völkerwanderung genauer anschauen. Denn irgendwie wäre der komplette Planet in einer dauerhaften Völkerwanderung gefangen, also eher wenig Platz für riesige Bibliotheken, architektonische Meisterlistungen und große Hochkulturen. Natürlich kann man alles irgendwie mit Magie lösen, aber da müsste man sich noch einmal überlegen wie mächtig die Magie in der Welt ist. Eher in der Größenordnung: zwei Akolythen bewerfen sich mit Gebirgszügen oder eher die Größenordnung: der Meistermagier nimmt Feuerstein und Zunder zum Feuer machen weil das einfacher ist und schneller geht/keine permanente Energie verbraucht oder irgendwo dazwischen (DSA-Normalsterblichen-Niveau).
Die Idee mit Monden die Expeditionen in Richtung der Sonnenseite ermöglichen weil sie Teile abdunkeln finde ich übrigens so ziemlich die genialste Idee von allen nur aus rein geothermischen Erwägungen ist sie so nicht möglich. Wenn der Mond bestimmten Gebieten nicht jahrelang Schatten spendet ist es dort zu heiß. Lava kühlt unglaublich langsam ab.
Von den Science-Fiction-Siedlertheorien halte ich wenig. Das nimmt dem ganzen die Fantasy, macht es zu einem Science-Fiction-Setting auf einer rückständigen Welt. Finde ich enttäuschend wenn man weiß das sich nicht wirklich alles nur um diese eine Welt dreht. Wegen der Anti-Humanoidenthese würde ich davon ausgehen das die Humanoiden als Diener der Götter von denen erschaffen wurden und daher so aussehen wie sie es tun. Was ja auch dazu führen kann das der freakige, insektoide Gott der Resonanz, der pheromongesteuerten Erforschung und der mehrmägigen Verdauung eben echt abgespacte Diener, die eher wimmelnde Fleischhaufen als irgendwas anderes sind, erschaffen hat.
Ansonsten habe ich hier noch ein paa Stichworte die zu bildgewaltig in meinem Kopf herumspuken um sie unausgesprochen zu lassen: Glasregen, der Eisvulkan, Mond-Sonnen-Erdgravitationsschwankungen/überlappungen mit schwebenden Inseln/Felsen (gerne auch dichtbewachsen), einer schmalen (50 Meter) und endlos tiefe Schlucht deren Grund noch nie die Sonne gesehen hat nur über Hängebrücken oder per Drachenflieger zu überqueren, Attila der Hunnenkönig der seine Feinde am Rand der Sonnenzone bis auf den Kopf im Sand eingräbt, Mannbarkeitsproben sind Überschreitungen der Zonengrenzen
Ich verfolge die Diskussion weiterhin gespannt!
greets
Antariuk:
Es gibt verschiedene Thesen in der Wissenschaft wie genau das Klima innerhalb einer solchen Twilight Zone/Grünen Zone wäre, was ich aber mehrfach gelesen habe ist dass es großflächige Verwirbelungen der sehr warmen Luft von der Tagseite sowie der daraus resultierende Wasserdampf die bewohnbare Fläche durchaus ein Stück in die Tag- und Nachtseite hinein erweitern könnten, d.h. auch dort wo die Sonne nur knapp über, bzw. schon hinter dem Horizont steht kann es, zumindest für bestimmte Jahreszeiten, warm genug für Leben sein (und am Rand der Wüste kann es durch den Wasserdampf feucht genug für wärmebeständiges Leben sein). Der Grund dafür ist dass die Auskühlung der Nachtseite nicht auf demselben Maße erfolgt die die Erwärmung der Tagseite, da es zum einen ja noch eine Atmosphäre gibt und diese auf der Nachtseite meistens auch noch sehr viel wolkenreicher ist, d.h. es entweicht relativ gesehen nicht so viel Wärme ins All wie man vielleicht meint.
Was genau so ein Gletscher mit seiner Umgebung anstellt, wenn er in die Twilight Zone rückt, hängt mMn dann auch von der umliegenden Geografie ab. Ist es ein Gebirgsgletscher, der hoch liegt, dürfte es auf jeden Fall zu Flüssen und Seen/Binnenmeeren kommen, liegt er sehr tief in einem Tal überlebt er vielleicht relativ lange ohne dabei viel Wasser an seine Umgebung zu verteilen (das sickert dann vielleicht in tieferliegende Gesteinslagen).
Pole kann es übrigens sehr wohl geben, da der Planet ja rund ist und auch wenn die Pole zur Hälfte immer beschienen werden, sind sie die Punkte des Planeten die sich während der Rotation am wenigsten Richtung Sonne verschieben (es dreht sich ja quasi "auf der Stelle"). Ich selbst würde jetzt auch keine Polarkreise wie z.B. unsere Antarktis daraus stricken, aber unmöglich finde ich es nicht. Zumal ich an diesem Punkt auch weniger wissenschaftlich und mehr mit der Fantasie arbeiten würde :)
Die SciFi Idee mit Kolonisten ist sicher streitbar, aber ich finde dafür die Idee mit zwergischen Untergrundreichen absolut uninteressant. Dann schon lieber Zwerge, die an der Oberfläche leben, große Städte mit Tempel und Ziggurats bauen und massive Kanalsysteme anlegen, einfach weil es vom Schema F für dieses Volk abweicht.
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