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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan

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KWÜTEG GRÄÜWÖLF:

--- Zitat von: scrandy am 20.11.2014 | 13:43 ---Wenn man bedenkt, dass es aktueller pädagogischer Konsens ist, dass man gerade mit diesen sogenanten Trash-Medien einsteigen sollte und sich der Anspruch automatisch erhöht, wenn man das Thema durch hat und sich der Sprössling langweilt, dann ist der Vergleich mit dem Mulch um so passender.

--- Ende Zitat ---

Genau diese Erfahrung habe ich selber gemacht - als Teenager bin ich über Kampfstern Galactica (ja, so hieß das damals!) zu Star Wars gekommen, von Star Wars zu Blade Runner, von Blade Runner zu 2001 und zu Stanislaw Lem... und ich habe heute im Nachhinein immer noch Spaß am Uralt-Kampfstern-Galactica der 80er mit seinem jetzt naiv wirkendem Sense of Wonder. Auch das hat seinen Platz im Regal meiner geliebten SF-Zelluloid-Spektakel.

Das schlimmste, was ein Medium machen kann, ist in meinen Augen nicht, daß es einen zu hohen oder zu niedrigen Anspruch hat, sondern, daß es mich langweilt und nicht inspiriert.

Und da Interstellar zumindest diese sehr schöne Diskussion ins Rollen gebracht hat, hat dieser Film schon einen Verdienst am menschlichen Weltkulturerbe erworben  ;D

Evil Batwolf:

--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 20.11.2014 | 13:54 ---...

Und da Interstellar zumindest diese sehr schöne Diskussion ins Rollen gebracht hat, hat dieser Film schon einen Verdienst am menschlichen Weltkulturerbe erworben  ;D

--- Ende Zitat ---
Ich widerspreche aufs Schärfste: Diese Diskussion haben Foristen des Tanelorn ins Rollen gebracht!!!

Jeder andere Film, der nicht viel taugt, hätte den gleichen Anlass zu dieser Diskussion bieten können. Daraus ist keineswegs zu folgern, dass alle Filme, die nicht viel taugen, Verdienste am Weltkulturerbe erwerben  :).

Und außerdem ist die Behauptung, dass Trash-Kio den Nährboden für anspruchsvolle Filme liefert und zu allgemeiner Intelligenzsteigerung führt, genau das: Eine Behauptung  ;).

Talasha:

--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 20.11.2014 | 09:10 ---

P.P.S.: Die Diskussion um die Wissenschaftlichkeit von "Interstellar" hat inzwischen auch die ZEIT erreicht, sehr interessanter Artikel, der mich erst recht dazu motiviert, in den Film zu gehen:

http://www.zeit.de/wissen/2014-11/interstellar-physik

--- Ende Zitat ---

Den Artikel wollte ich auch gerade Posten.
Wenigstens haben wir hier wissenschaftlich korrektes Plotonium.


--- Zitat von: Thandbar am 20.11.2014 | 11:19 ---Prestige ist in meinen Augen der beste Nolan-Film. Einer der besten Mainstream-Filme überhaupt, wenn es nach mir geht.

--- Ende Zitat ---
Auf jeden Fall, deshalb bin ich ja so sauer auf den Unfug den er mit Interstellar angerichtet hat.



Noch ein Nachtrag:

--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 20.11.2014 | 09:10 ---Das ist doch generell die Nolan-Linie, oder? Blockbuster-Rambazamba, bei dem die Anspruchslatte nicht auf Marianengrabenniveau gelegt wird. Natürlich gibt es viiiiel anspruchsvollere Sachen, aber wenn wir anfangen, jedes Medium an diversen High-End-Extremen zu messen, können wir schon mal gleich 99% in die Tonne treten, und das wäre eine ziemliche Kulturverarmung.

--- Ende Zitat ---
Aber wenn ich mir die Interstellar-Befürworter so ansehe messen sie ihn genau daran, nämlich am anderen Extrem an Micheal Bay und Konsorten. Also an den Typen die mich aus den Kinos gegrault haben.

KWÜTEG GRÄÜWÖLF:

--- Zitat von: Talasha am 20.11.2014 | 22:44 ---Noch ein Nachtrag:Aber wenn ich mir die Interstellar-Befürworter so ansehe messen sie ihn genau daran, nämlich am anderen Extrem an Micheal Bay und Konsorten. Also an den Typen die mich aus den Kinos gegrault haben.

--- Ende Zitat ---

Naja, das ist die Meinung einiger Leute hier. Ob es tatsächlich so ist, werde ich für mich entscheiden nachdem ich ihn gesehen habe - bei sowas verlasse ich mich selten auf die Einschätzung anderer Leute  ;)
Und wenn ich mir die bisherigen Nolan-Filme so anschaue, galube ich nicht, daß der jetzt schlagartig tatsächlich auf Michael Bay-Niveau angelangt ist. Da sehe ich immer noch einen beträchtliche Kluft zwischen den Sachen, die ich im Kino mit "by Michael Bay" und mit "by Christopher Nolan" etikettiert gesehen habe  :)

Thandbar:
Eine allgemeine Bemerkung zu Nolan: Ich glaube, man tut ihm unrecht, wenn man seine Filme als "realistisch" bezeichnet und diese dann an ihrem Scheitern in Bezug auf Handlungslogik etc. abschließen bewerten will.
Nolan ist meiner Auffassung nach durch und durch Symbolist. Die ganze Batman-Trilogie geht es permanent um so Sachen wie Freudianische Entdeckungen des Unbewussten (Bat-Höhle unter dem "Haus der Seele", das zerstört, also wiedergeboren werden muss). Realistisch geben sich die Filme immer nur an der Oberfläche, aber Nolan ordnet "realistische" Schlüssigkeit immer der Kraft der Metaphern unter.
Gerade in den emotionalen Momenten legt sich - meiner Wahrnemung nach - diese symbolische Ebene oft wie Mehltau über die Szene und beraubt sie ihrer Wirksamkeit; etwa wenn der kleine Bruce in den Mantel seines Vaters gehüllt wird, um diesen dann später symbolisch abzustreifen und gegen den Fledermausumhang zu tauschen.

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