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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan

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Thandbar:

--- Zitat von: Grey am 11.12.2014 | 08:09 ---Wenn aber für "ernsthafte" Weltraum-SciFi bereits die Anforderung genügt, daß sie einfach nur Lust darauf wecken soll, den Himmel zu betrachten und die Sterne als Reiseziele zu sehen, dann hat das Genre plötzlich wieder viel mehr Möglichkeiten. Und für mein Empfinden erfüllte "Interstellar" diese Anforderung.

--- Ende Zitat ---

Mir kommt es so vor, als seien bei Nolan die äußeren Reisen eigentlich "Seelenreisen" der Protagonisten, das heißt, dass durch den Wechsel der Handlungsorte psychische Reifungs- und Wandlungsprozesse symbolisiert werden. Trifft das auf Interstellar auch zu?

Grey:

--- Zitat von: Thandbar am 11.12.2014 | 08:14 ---Mir kommt es so vor, als seien bei Nolan die äußeren Reisen eigentlich "Seelenreisen" der Protagonisten, das heißt, dass durch den Wechsel der Handlungsorte psychische Reifungs- und Wandlungsprozesse symbolisiert werden. Trifft das auf Interstellar auch zu?

--- Ende Zitat ---
Würde ich schon sagen. Es deckt sich mit meinem Eindruck, daß "Interstellar" eher eine Parabel auf die Entwicklung des SciFi-Genres ist als eine Vorhersage, was in der Zukunft passieren könnte. Das Genre sagt ja wiederum einiges über die Seelenzustände von Schöpfern und Konsumenten aus.

Die Cooper-Familie sehe ich da exemplarisch: Den Vater als desillusionierten Visionär, der sich fragt, was aus dem Traum vom Raumflug geworden ist; die Tochter als enttäuschten Neuling, der in jeder Richtung, in der man ihr Visionen versprochen hat, nur Dystopie vorfindet; und den Sohn als die breite Masse, die sich abwendet und lieber Maiskolben anstarrt als das Weltall (von dem jeder "ernstzunehmende" Fachmann ja ohnehin sagt, es sei unerreichbar bzw. die Mühe nicht wert).

YY:

--- Zitat von: scrandy am 11.12.2014 | 00:43 ---Das mit den pessimistischen Zukunftsvisionen wird wahrscheinlich so lange gehen bis ein Author die Frage beantwortet, wie wir positiv in die Zukunft schauen können trotz all der Endlichkeit von Ressourcen und gesellschattlichen Selbstzerstörung.

--- Ende Zitat ---

Beantwortet sind diese Fragen eigentlich schon - aber die Utopien, die auch heute ab und zu noch aufgezogen werden, entsprechen dem meistens so gar nicht, weil die nötigen Schritte so groß sind bzw. wären.
Will wohl auch keiner wirklich lesen/sehen  ;)


--- Zitat von: scrandy am 11.12.2014 | 02:06 ---Persönlich finde ich, dass Interstellar deutlich näher an Apollo 13 dran ist als an Star Trek oder Star Wars.

--- Ende Zitat ---

Von Atmosphäre, Pacing und Artwork her ist er das sicherlich.
Das ist ja gerade einer der Faktoren, die zunächst die Illusion von Hard SF erzeugen.


--- Zitat von: scrandy am 11.12.2014 | 02:06 ---Das ist albern immer von soft SciFi zu reden oder von Space Opera und man kann von Star Wars bis Interstellar irgendwie alles meinen.  :o

--- Ende Zitat ---

Harte und weiche SF sind ja nicht die einzigen Begriffe; das kann man mit bestehenden Termini durchaus weiter aufdröseln.
Interstellar ist z.B. definitiv keine Space Opera.

scrandy:



--- Zitat von: YY am 11.12.2014 | 10:48 ---Beantwortet sind diese Fragen eigentlich schon

--- Ende Zitat ---
Ich hatte bisher nicht den Eindruck. In den 90ern insbesondere kurz vor 2000 war die Stimmung in Richtung "höher schneller weiter" geprägt und man war generell sehr optimistisch was die Zukunft betrifft. Heute wissen wir, dass es jede menge Probleme zu lösen gilt, wenn wir eine positive Zukunft haben wollen. Und das immer wiederkehrende Signal aus der Politik ist, dass wir die Probleme kaum angehen. Somit ist das optimistische was die heutige junge Generation hoffen kann, dass die Probleme entweder doch nicht so groß sind oder ihre Elterngeneration doch noch die Kurve kriegt. Das baut eine unheimliche Last auf.

Und ich habe bisher weder in der realen Welt noch in der Fiktion Signale gesehen, die der heutigen Jugend vermitteln wie sie das werden überstehen können, geschweige denn wie sie den naiven Optimismus von einst wiederbekommen können.

Wenn du Bücher weist, würde ich gerne davon hören.

Pyromancer:

--- Zitat von: scrandy am 11.12.2014 | 11:23 ---Ich hatte bisher nicht den Eindruck. In den 90ern insbesondere kurz vor 2000 war die Stimmung in Richtung "höher schneller weiter" geprägt und man war generell sehr optimistisch was die Zukunft betrifft.

--- Ende Zitat ---
An was denkst du da konkret? Wenn ich mir anschaue, was damals für SciFi-Filme rauskamen, dann stelle ich nicht fest, dass die insgesamt optimistischer wären als heute.


--- Zitat --- Heute wissen wir, dass es jede menge Probleme zu lösen gilt, wenn wir eine positive Zukunft haben wollen. Und das immer wiederkehrende Signal aus der Politik ist, dass wir die Probleme kaum angehen. Somit ist das optimistische was die heutige junge Generation hoffen kann, dass die Probleme entweder doch nicht so groß sind oder ihre Elterngeneration doch noch die Kurve kriegt. Das baut eine unheimliche Last auf.

--- Ende Zitat ---
Meine Generation ist mit den Nachwirkungen des "Club of Rome", mit Waldsterben, Tschernobyl und explodierenden Challengers aufgewachsen - eine sonderlich optimistische Grundstimmung gab's da auch nicht.


--- Zitat ---Und ich habe bisher weder in der realen Welt noch in der Fiktion Signale gesehen, die der heutigen Jugend vermitteln wie sie das werden überstehen können, geschweige denn wie sie den naiven Optimismus von einst wiederbekommen können.

Wenn du Bücher weist, würde ich gerne davon hören.

--- Ende Zitat ---

Jerry Oltion, "The Getaway Special" und (im selben Universum ein paar Jahre später angesiedelt) "Anywhere But Here". Die sind aber inzwischen auch schon 10 Jahre alt.

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