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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan

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--- Zitat von: scrandy am 11.12.2014 | 11:23 ---Wenn du Bücher weist, würde ich gerne davon hören.

--- Ende Zitat ---
Bücher/Filme:
Harry Potter-Serie
X-Men-Serie
Marvel-Filme

Okay. Das war provokant. Was ich damit meine ist, dass der Optimismus heutzutage eher in eine andere Richtung geht. Das Magische und Mystische liefert da für viele eher die Antwort als die Technik, die ja für viele Missstände als Schuldiger medial verortet wird. Auch glaube ich, dass viele Menschen einfache, intuitive Antworten auf die komplizierte Welt von heute haben wollen. Der aufrechte Held der genau weiss, was richtig ist und dem entsprechend handelt, egal was der Rest der Welt ihm versucht zu erzählen, usw.

KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Wobei Technopessimismus schon ab dem ersten Weltkrieg aufgetaucht ist, und spätestens nach Hiroshima war es eine breite Haltung (die ganzen Atomic-Horror-Sachen aus den 50ern sind keine Nischenphänomene).
Allerdings gab es zeitgleich auch den Standpunkt "Wir werden die Probleme in Griff kriegen", zwischen diesen beiden Spannungsfeldern bewegt sich fast die gesamte SF, die ich kenne.
Auch bei 2001 gibt es einerseits die perfektionierte Technik, die es ermöglicht, mal eben so in den Orbit zu schippern und mit der eigenen Tochter zu telefonieren, dann aber den genreübrlichen Maschinenaufstand, gegen den der Mensch dann nur verzweifelt seine Gewitztheit entgegenzusetzen hat.

YY:

--- Zitat von: scrandy am 11.12.2014 | 11:23 ---Und ich habe bisher weder in der realen Welt noch in der Fiktion Signale gesehen, die der heutigen Jugend vermitteln wie sie das werden überstehen können, geschweige denn wie sie den naiven Optimismus von einst wiederbekommen können.

--- Ende Zitat ---

Im Moment ist die Haltung gerade in der Politik eher:
Mit Vollgas vorwärts, unterwegs werden schon technische Entwicklungen kommen, die unsere ärgsten Probleme lösen.
Kann sogar stimmen.
In der Richtung findet sich recht viel SF, aber die ist dummerweise nur in der Rückschau positiv.
Von unserer derzeitigen Position auf dem Zeitstrahl ist es eben fraglich, ob es hinhaut oder nicht - da gehört naiver Optimismus hin, aber den hat zur Zeit kaum noch jemand.

Die sicher wirksame Alternative wäre Notbremse und Umstellung von Wirtschafts- und Finanzsystemen auf nachhaltige Ansätze.
Das funktioniert offensichtlich, ist aber ein so radikaler Schritt, dass ihn keiner gehen will und auch keiner ernsthaft fordert. Dafür ist der Leidensdruck bei Weitem noch nicht groß genug.

Und da fällt mir auf Anhieb auch nichts ein, wo das stringent beschrieben wäre - weil das keiner hören will. Vielleicht ist das auch eine Form von naivem Optimismus, aber eben mehr in der Form "Also das wird dann doch nicht nötig sein, oder?"
Nur kommt der eher als Aussitzen und Kopf-in-den-Sand-stecken rüber.

Feuersänger:
Eines der Kernprobleme mit der Hard SF ist, jedenfalls wenn man es auf Raumschiffe abgesehen hat und erst recht wenn es nicht dystopisch sein soll: es ist ziemlich knifflig, mit einem Szenario aufzuwarten, in dem die Menschheit sowohl die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten hat, als auch eine Motivation jenseits von "Because we can", um die Erde zu verlassen. "Weil wir es können" taugt leider nur sehr bedingt; man probiert's einmal aus, hakt es ab und lässt es dann bleiben. Darum waren auch bisher nur 12 Menschen auf dem Mond und nicht 12000.

Die Dystopie bietet da die einfachsten Auswege. Zum Beispiel, wir haben den für die Raumfahrt notwendigen Fortschritt dadurch erkauft, indem wir unsere Erde unbewohnbar oder zumindest sehr ungemütlich gemacht haben. Damit wäre sowohl die Möglichkeit als auch die Motivation ansatzweise plausibilisiert.

Will man auch die Dystopie raus haben aus der Gleichung, ist der nächstliegende Schritt der Griff zum Macguffinit/Unobtanium. Will heißen, man entdeckt irgendeinen Stoff den man unbedingt haben will, den es aber auf der Erde nicht gibt. Um da ranzukommen, lohnt sich für die Menschen dieser Zukunft die Investition.
(Aber dann tut sich auch erst die nächste Hürde der Hard SF auf: warum Menschen schicken, wenn es Automaten auch tun? -- Siehe Automatisierungsthread im SwoF-Board.)

Waldviech:

--- Zitat ---Die Dystopie bietet da die einfachsten Auswege. Zum Beispiel, wir haben den für die Raumfahrt notwendigen Fortschritt dadurch erkauft, indem wir unsere Erde unbewohnbar oder zumindest sehr ungemütlich gemacht haben. Damit wäre sowohl die Möglichkeit als auch die Motivation ansatzweise plausibilisiert.
--- Ende Zitat ---
Oder weil die Menschheit von Umständen gezwungen wird, auf die sie keinen Einfluss hat. Das wäre auch eine beliebte Möglichkeit. Irgendwie reizt das Ganze ja durchaus dazu, mal zu überlegen wie ein plausibler, positiver SF-Entwurf denn aussehen könnte.

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