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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan

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Pyromancer:

--- Zitat von: Antariuk am  1.10.2016 | 00:25 ---Ich habe in letzter Zeit das Gefühl dass es momenten sehr "in" ist, Nolan im allgemeinen und Interstellar speziell zu bashen.

--- Ende Zitat ---
Hat da im letzten Jahr irgend jemand drüber geredet? In meinem durchaus SciFi-affinen Umfeld ist der Film überhaupt kein Thema mehr.


--- Zitat ---Selten habe ich erlebt dass auch jemand mal konkret sagt was am Skript oder der Logik des Films nicht in Ordnung wäre das nicht 1-zu-1 aus Reviews von CinemaSins und Co. übernommen wurde.

--- Ende Zitat ---

Ich zitier mich mal selbst von hier aus dem Thread:

--- Zitat von: Pyromancer am  9.12.2014 | 12:10 ---Das Problem ist ja nicht alleine, dass der Film nicht wissenschaftlich ist - das Problem ist, dass diese Unwissenschaftlichkeit zu internen Konsistenzproblemen führt und den ganzen Plot ad absurdum führt.

Paradebeispiel: Da braucht die NASA Daten aus dem schwarzen Loch, um einen Gravitationsantrieb bauen zu können, um die Menschheit ins All zu schaffen. Direkt im Anschluss wird dann auch gezeigt, warum dieser Wunder-Antrieb nötig ist: Weil man schon eine riesige Rakete braucht, nur um ein paar popelige Astronauten in den Orbit zu bringen.
Und jenseits des Wurmloches wird dann gezeigt, wie die Astronauten völlig ohne große Raketen mit ihren Raumschiffen problemlos einen Pendel-Verkehr zwischen Oberfläche und Orbit einrichen und offensichtlich diesen Wunder-Antrieb schon haben.

Das ist nicht nur unwissenschaftlich, das widerspricht einer expliziten Prämissen des Films. Und das ist etwas, wofür man nicht Physik studiert haben muss, um es zu merken, dafür muss man nur dem Film aufmerksam folgen. Nun ist es so, dass viele Menschen dem Film nicht aufmerksam folgen, und denen ist es natürlich egal.  Die stellen den Bezug zu den späteren Szenen gar nicht her.

Der Film funktioniert, wenn man sein Gehirn abschaltet, die schönen Bilder anschaut, und am Ende denkt: "Huh?"
Aber damit sind viele der schönsten Stellen des Filmes verschenkt, weil um die zu würdigen muss man aufmerksam sein und mitdenken. Für den mitdenkenden Zuschauer schwankt der Film aber damit zwischen "hehe, nett gemacht!" und "ihr wollt mich wohl verarschen?!"

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Pyromancer am 10.12.2014 | 12:06 ---Interstellar ist ja nicht nur, was die Physik angeht, stellenweise blödsinnig, sondern auch menschlich und soziologisch. Da wird z.B. im Film die Aussage getätigt: "Wir brauchen keine Ingenieure, sondern nur noch Bauern, die Nahrung ranschaffen. Die Leute verhungern sonst." Diese Aussage wird von allen als wahr akzeptiert, selbst von dem Ingenieur, der - und das wird im Film gezeigt! - durch seine Ingenieurskunst ein Dutzend vollautomatische Traktoren am Laufen hält. Aber neee, wir brauchen keine Ingenieure, der Ertrag, wenn man Landwirtschaft mit Pferdefuhrwerk und Grabstock betreibt ist SICHER höher. Das war z.B. auch so ein "ihr wollt mich wohl verarschen"-Moment für mich. So sehr verblöden KANN die Menschheit nicht in den paar Jahren.

--- Ende Zitat ---

Und ich fand den Film durchaus unterhaltsam und "normal gut", trotz des ganzen Schwachsinns.

Kowalski:

--- Zitat von: Feuersänger am 30.09.2016 | 00:16 ---Das ist schwer zu sagen, weil ich ja ziemlich viel schon durch diesen Thread hier wusste. Aber auch das was ich nicht schon registriert hatte, war jetzt auch nicht _so_ die überraschende Wendung, wie z.B. dieser verräterische Wissenschaftler.
--- Ende Zitat ---

Ähm. Eigentlich ist die Position des "verräterischen" Wissenschaftlers die rationalere. Mal von dem "nach langem hin und her hab ich beschlossen das einsam auf diesem Kackplaneten zu sterben doch keine so heroische Idee ist, deshalb lass ich mich jetzt retten" ist Coopers Position der Kolonie ein Raumschiff zu entziehen die für die Menschheit eigentlich tödlichere.....


--- Zitat von: Feuersänger am 30.09.2016 | 00:16 ---Sagen wir so, ich glaube wenn ich vorher nichts gewusst hätte, wäre ich durchaus mehrmals "überrascht" gewesen -- weil diese himmelschreiende Idiotie des ganzen Scripts einfach so viele schwarze Logiklöcher und hirnverbrannte Entscheidungen der Figuren aneinanderreiht, dass im nächsten Moment ein rosa Elefant um die Ecke biegen und der Hauptdarsteller ab sofort nur noch nackt und im Handstand durch den Film laufen könnte, ohne dass man einen Unterschied merken würde.
Also kurz, nur "nicht vorhersehbar" ist KEIN Gütesiegel!

--- Ende Zitat ---

Also das größte was mir wirklich seltsam aufstieß ist das sie überhaupt den Planeten mit der Zeitdilatation in Betracht gezogen haben.
Wenn man sich den Film unter dem Gesichtspunkt "menschliche Motivation" anschaut, dann ist das großes Kino.
Wenn man sich den Film unter dem Gesichtspunkt "wissenschaftliche und Weltraummissionen Logik" anschaut, dann ist er beim Wasserplaneten auf jeden Fall ziemlich schwach.

Wer Hard SF erwartet der ist bei The Martian gut bedient.
Wer einen ziemlich gefühlsduseligen Film erwartet der ist mit Interstellar ziemlich gut bedient.

Mir hat z.B. auch Armageddon (Ölplattformcrew in Space mit Familiendrama) gut gefallen (jetzt nicht vom logischen Standpunkt.

Interstellar jetzt nicht als super zu empfinden ist genehmigungsfähig.
Ich fand ihn super. :)


Feuersänger:
Ich kenn jetzt diese Reviews nicht, aber der Film ist halt immer der gleiche, mithin dürften auch die Kritikpunkte immer aus dem gleichen Pool schöpfen. Wäre so meine Vermutung.
Das meiste, was mich ankotzt, wurde auch hier im Verlaufe dieses Threads genannt, aber die übelsten Brüller sind und bleiben für mich die Entscheidungen, die die Helden nach der Durchquerung des Wurmlochs getroffen haben, will heißen in Bezug auf den Planeten mit der Zeitverzerrung.  Meine Tischkante zeigt Bißspuren.
Wie gesagt, alles hier schon dagewesen, Wiederholung müßig. Treibt nur meinen Blutdruck nach oben.

Hm, wie man sieht, sind mir wohl in erster Linie die gleichen Elemente sauer aufgestoßen, die auch Pyromancer und Kowalski monieren. Nur bin ich bei derart hinverbranntem Schwachsinn offenbar weit weniger leidensfähig, geschweige denn tolerant als die beiden Kollegen. Für mich haben vor allem diese Punkte den Film ab-so-lut unmöglich gemacht.

Genau wie ich vorhergesagt hatte, btw.

Kowalski:

--- Zitat von: Pyromancer am  1.10.2016 | 00:41 ---Hat da im letzten Jahr irgend jemand drüber geredet? In meinem durchaus SciFi-affinen Umfeld ist der Film überhaupt kein Thema mehr.

Ich zitier mich mal selbst von hier aus dem Thread:
Und ich fand den Film durchaus unterhaltsam und "normal gut", trotz des ganzen Schwachsinns.

--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---Paradebeispiel: Da braucht die NASA Daten aus dem schwarzen Loch, um einen Gravitationsantrieb bauen zu können, um die Menschheit ins All zu schaffen.
Direkt im Anschluss wird dann auch gezeigt, warum dieser Wunder-Antrieb nötig ist: Weil man schon eine riesige Rakete braucht, nur um ein paar popelige Astronauten in den Orbit zu bringen.
--- Ende Zitat ---

--> es wird nicht explizit erklärt was außer dem Ranger noch in der Rakete mitgenommen wird. Ich vermute mal etwas zusätzliche Ausrüstung für die doch nicht kurze Mission.


--- Zitat ---Und jenseits des Wurmloches wird dann gezeigt, wie die Astronauten völlig ohne große Raketen mit ihren Raumschiffen problemlos einen Pendel-Verkehr zwischen Oberfläche und Orbit einrichen und offensichtlich diesen Wunder-Antrieb schon haben.

--- Ende Zitat ---

Erstens haben alle Planeten auf denen sie Landen eine Atmosphäre ---> ein Staustrahltriebwerk ist energetisch effizienter als ein reiner Raketenantrieb (es erklärt natürlich auch nicht warum sie dann überhaupt noch eine Rakete zum Start von der Erde brauchen AUSSER sie nehmen noch VIEL mehr Krempel mit als nur das Ranger Schiff

Zweitens wird nicht (?) erklärt ob die Planeten eine erdähnliche Schwerkraft haben oder weniger, z.B. eine in Marsgröße


--- Zitat ---Das ist nicht nur unwissenschaftlich, das widerspricht einer expliziten Prämissen des Films. Und das ist etwas, wofür man nicht Physik studiert haben muss, um es zu merken, dafür muss man nur dem Film aufmerksam folgen. Nun ist es so, dass viele Menschen dem Film nicht aufmerksam folgen, und denen ist es natürlich egal.  Die stellen den Bezug zu den späteren Szenen gar nicht her.

--- Ende Zitat ---

Hast Du Dir überlegt das es Annahmen geben kann die das dann doch ermöglichen???
Es gibt einige Stellen im Film die gar nicht wissenschaftlich/logisch funktionieren wie z.B. der Planet mit der Zeitdilatation.
Warum landen die da und warum ist der Planet überhaupt noch da wenn so viel unterschiedliche Zeit auf ihm abläuft. Der sollte Konfetti sein oder sie alle sind eh schon weit in Zukunft.



--- Zitat ---Der Film funktioniert, wenn man sein Gehirn abschaltet, die schönen Bilder anschaut, und am Ende denkt: "Huh?"
Aber damit sind viele der schönsten Stellen des Filmes verschenkt, weil um die zu würdigen muss man aufmerksam sein und mitdenken.
Für den mitdenkenden Zuschauer schwankt der Film aber damit zwischen "hehe, nett gemacht!" und "ihr wollt mich wohl verarschen?!"

--- Ende Zitat ---

Nur wenn Die Hard Sci Fi wichtiger ist als Story...


--- Zitat ---Interstellar ist ja nicht nur, was die Physik angeht, stellenweise blödsinnig, sondern auch menschlich und soziologisch.
Da wird z.B. im Film die Aussage getätigt: "Wir brauchen keine Ingenieure, sondern nur noch Bauern, die Nahrung ranschaffen. Die Leute verhungern sonst."
Diese Aussage wird von allen als wahr akzeptiert, selbst von dem Ingenieur, der - und das wird im Film gezeigt! - durch seine Ingenieurskunst ein Dutzend vollautomatische Traktoren am Laufen hält.
--- Ende Zitat ---

Wird sie nicht.
Er rennt nur nicht gegen Windmühlen an.
Und das es nur wenige Universitäten und Universitätsplätze zu geben schein scheint auch Cooper zu wissen.


--- Zitat --- Aber neee, wir brauchen keine Ingenieure, der Ertrag, wenn man Landwirtschaft mit Pferdefuhrwerk und Grabstock betreibt ist SICHER höher.
--- Ende Zitat ---

Wo siehst Du denn Fuhrwerke?
Was ich sehe ist das so ziemlich alle Ressourcen in Nahrungsbeschaffung gesteckt werden und das ist immer weniger von Erfolg gekrönt.
Der Satz das die kläglichen Reste der Menschheit zu verhungern drohen ist nicht von ungefähr gesprochen.
Auch das der Erstickungstod droht ist wohl eine Auswirkung der kriegerischen Auseinandersetzungen. (Wieso das im Weltraum besser mit den Pflanzen funktionieren soll ist dagegen nicht erklärt)


--- Zitat --- Das war z.B. auch so ein "ihr wollt mich wohl verarschen"-Moment für mich. So sehr verblöden KANN die Menschheit nicht in den paar Jahren.

--- Ende Zitat ---

Wenn New York und San Francisco nur noch radioaktive Wüsten sind und der Mittlere Westen das Gros der US Amerikaner stellt dann könnte das schon so werden.

Pyromancer:

--- Zitat von: Feuersänger am  1.10.2016 | 00:54 ---Hm, wie man sieht, sind mir wohl in erster Linie die gleichen Elemente sauer aufgestoßen, die auch Pyromancer und Kowalski monieren. Nur bin ich bei derart hinverbranntem Schwachsinn offenbar weit weniger leidensfähig, geschweige denn tolerant als die beiden Kollegen. Für mich haben vor allem diese Punkte den Film ab-so-lut unmöglich gemacht.

--- Ende Zitat ---

Große Leinwand und starkes Klangsystem helfen da auch noch mal ein bisschen. Ich hab z.B. jahrelang vergeblich versucht, mir "2001" anzuschauen - auf dem Fernseher. Hat nie geklappt. Aber als dann im Kino mal eine alte 70mm/THX-Kopie lief, da ging's. :)

@Kowalski:
Das haben wir "damals" doch alles bis zum Erbrechen durchgekaut. Den letzten wirklich neuen Punkt hat Grey irgendwann Ende 2014 in die Diskussion eingebracht. Wenn du da keinen draufsetzen kannst sehe ich keinen Sinn darin, die gleiche Diskussion nochmal zu führen.

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