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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan

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6:
Danke für die Einschaetzung. :d

Alexandro:
Nur kurz zur Soziologie: eine Welt, in der "Die Mondlandung war ein Hoax!" in der Schule gelehrt wird, der traue ich alles zu. Und der Vater sagt ja nicht "Werde kein Ingenieur, die werden nicht gebraucht", sondern "Mach keine Wellen, das schadet dir nur selbst, die Haltung gegenüber Ingenieuren wird sich schon von allein ändern" (diese defätistische Haltung kommt in der Geschichte leider ziemlich häufig vor - und teilweise haben wir so etwas auch heutzutage).

Kowalski:
Der Film funktioniert weil er eine Heldenreise ist und eine Botschaft hat die den meisten Menschen einleuchtet

Der Film startet in einer Post-Apokalyptischen Welt wo Militär so ziemlich das schlimmste Schimpfwort ist das man vorbringen kann.
Es fällt auf was nicht gezeigt wird,
Es werden keine Städte gezeigt. Es werden keine Menschenmassen gezeigt.
Im Laufe des Films kriegt man mir das die NASA dazu verdonnert wurde Atombomben auf Städte anderer Nationen zu werfen.

Was wir sehen ist das Outback das überlebt hat. Das kriegt man mit wenn es im Film hie und da erwähnt wird.
Die Nationen sind im Überlebensmodus (hier die USA) und wohl durch bakteriologische Kriegsführung (das wird aber nicht konkretisiert) werden sukzessive alle Nahrungsmittelpflanzen absterben. Das ist absehbar (Wieso der Weltraum hier Abhilfe schaffen kann wird nicht erklärt, ggf. liegt es an der zunächst sterilen Umgebung.)

Unser Held hat eher einfach gestrickten Sohn (deswegen rät er ihm auch Bauer zu werden) und Tochter (Die, weil aufgeweckt, er gerne aufs College schicken würde aber die Behörden blocken). Natürlich akzeptiert er es eben "nicht" das man technikfeindlich ist. Er wirft dem Schulrektor ja an den Kopf das er die Propaganda des Staates für Mumpitz hält und mit ein wenig Technik (einem MRT) seine Frau noch leben würde.

Wenn man so will ist er am Anfang ein gebrochener Held der seine Familie mag, und das beste aus der Situation macht.

Dann passiert der Plot und er darf in den Weltraum. Das, wie mürrisch sein Schwiegervater sagt, seine Bestimmung ist. Du warst doch nie gerne Farmer, gib es doch zu.

Die Tochter von Coop wird unter die Fittiche des Professors genommen der das ganze wissenschaftlich leitet. Es gibt rührselige Abschiedsszenen wo die Tochter ihrem geliebten Daddy vorwirft entweder in den Tod zu fliegen oder sie zumindest zu verlassen. Daddy ruft er käme zurück. Das ist das Versprechen das an ihm den ganzen Film lang knabbert.

Dann steigt unter Ohrenbetäubendem Getöse einer der Ranger auf. Die Technologie die gezeigt wird ist klar ein paar Jahrzehnte über unseren.
Wer sagt denn das der Ranger nicht ein SSTO (Single Stage to Orbit) Vehikel ist? Und die große Rakete einfach den Treibstoff und weitere Vorräte mitnahmen. "Zusätzlich" zum Schub des Rangers.

Etc. pp.

Ich habe an dem Film einen Makel, und das ist der bescheuerte Wasserplanet und die Dramatisierung der Landung da. Das ist spannend und vom Plot her okay, aber physikalisch Unsinnig.
Man hätte eine Szene einbauen können wo sie ein Notsignal auffangen und darüber diskutieren ob sie landen und den Wissenschaftler dort retten sollen oder ob sie Treibstoff sparen wollen. Und das OHNE die Zeitverschiebung.
Die Zeitverschiebung ist für die Doofen als Foreshadowing gedacht damit sie den Kollegen nach 35 Jahren(?) im All wartend wieder treffen.
Sich bewusst in Gefahr begeben. Ein Opfer bringen müssen. Schuldig fühlen. Dazu war das vom Plot her nötig und passend (rein von der Konstellation der Charaktere)

Das man die Wochen und Monatelangen Flüge zu den anderen Planeten des Binärsystems nicht weiter ausgewalzt hat verstehe ich. Die Flugzeiten wurden im Film erwähnt, gerade als sie über den Plan auf dem Wasserplaneten zu landen diskutiert haben.

Der Rest ist Psychologie (da trifft der Film ins Schwarze) und Plot (auch da ist er in sich stimmig)
Es gibt noch ein paar Wendungen die dazu führen das sich die Sicht auf einige der Charaktere ändert.
Auch auf den vermeintlichen Bösewicht.

Ich habe mir den Film ein Dutzend mal auf DVD angeschaut, die OV lässt mehr Nuancen durchscheinen, die Übersetzung fand ich aber auch nicht schlecht.

tl;dr:
Wenn man das mit dem Wasserplaneten ohne die bescheuerte Zeitdilatation hingekriegt hätte sähe ich keine groben Kritikpunkte.
Alles andere sind Sachen wo ich meine der Film zeigt eine Technik die ist 50 Jahre in der Zukunft (also anders als wir das erwarten). Die Erlösung kommt aber nur mit Technologie die um den Faktor 10 Effektiver ist (wo man Supertanker in den Weltraum katapultieren kann und nicht nur größere Flugzeuge)

Arldwulf:

--- Zitat von: Kowalski am 10.01.2019 | 01:10 ---
Die Nationen sind im Überlebensmodus (hier die USA) und wohl durch bakteriologische Kriegsführung (das wird aber nicht konkretisiert) werden sukzessive alle Nahrungsmittelpflanzen absterben. Das ist absehbar (Wieso der Weltraum hier Abhilfe schaffen kann wird nicht erklärt, ggf. liegt es an der zunächst sterilen Umgebung.)
--- Ende Zitat ---


Wenn die Erde wirklich so kaputt ist, dass sie "nicht zu retten" ist würde es ja auch reichen zum Mars zu fliegen. Ist letztlich viel simpler als bis zum Saturn und dann in ein kosmisches Katastrophengebiet wie die Umgebung eines schwarzen Loches zu reisen.

Aber diese Grundprämisse von der kaputten Erde ist eigentlich das unlogischste am ganzen Film. Damit die Welt so kaputt wäre dass irgendjemand ein schwarzes Loch als neue Heimat in Betracht zieht müsste der Planet wohl schon explodieren.

rillenmanni:

--- Zitat von: Pyromancer am 10.01.2019 | 00:04 ---Was ich dem Film aber zu Gute halte ist, dass er ziemlich werkgetreue Verfilmung von Queens "39" ist, bis hinunter zu "write your letters in the sand".

--- Ende Zitat ---

Pyro, das ist ja mal einer der genialsten Fingerzeige, den ich hierzuforum gelesen habe! :)

In the year of '39 assembled here the volunteers
In the days when lands were few
Here the ship sailed out into the blue and sunny morn
The sweetest sight ever seen
And the night followed day
And the story tellers say
That the score brave souls inside
For many a lonely day sailed across the milky seas
Ne'er looked back, never feared, never cried
Don't you hear my call though you're many years away
Don't you hear me calling you
Write your letters in the sand
For the day I take your hand
In the land that our grandchildren knew
In the year of '39 came a ship in from the blue
The volunteers came home that day
And they bring good news of a world so newly born
Though their hearts so heavily weigh
For the earth is old and grey, little darling, we'll away
But my love this cannot be
For so many years have gone though I'm older but a year
Your mother's eyes, from your eyes, cry to me
Don't you hear my call though you're many years away
Don't you hear me calling you
Write your letters in the sand for the day I take your hand
In the land that our grandchildren knew
Don't you hear my call though you're many years away
Don't you hear me calling you
All your letters in the sand cannot heal me like your hand
For my life
Still ahead
Pity me

Passt ja, der Herr May ist auch Astrophysiker. :)

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