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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan
KlickKlack:
--- Zitat ---Auf dem Niveau von Interstellar ist der Film auf jeden Fall.
--- Ende Zitat ---
+1 Man muss auch die Umstände bedenken. Zum einen die Zeit, zum anderen den Druck Disneys sich in irgendeiner Weise an Star Wars ranzuklatschen...
Dafür ist das Resultat wahnsinnig gut und ambitioniert.
Über 2001 muss man gar nicht reden...
scrandy:
So, endlich wieder Zeit zum schreiben.
--- Zitat von: KlickKlack am 16.11.2014 | 22:20 ---Dr. Boomslang hat ja schon die richtige Frage gestellt, in wie weit läßt Du Scrandy dich überhaupt auf eine Diskussion ein? Kritik an Nolans Filmen ist ja nun nicht selten,
--- Ende Zitat ---
Ich denke nicht, dass es möglich sein wird "Nolan Hasser" und "Nolan Fans" zusammenzuführen. Ich empfehle stellvertretend für einen langen Post von mir diesen Blogpost: Warum hasst das Internet Christopher Nolan? (Bitte beide Seiten lesen), der im Grunde genau aussagt, was ich auch hier schreiben würde.
Ganz Konkret finde ich, dass Interstellar vergleichbar zu Filmen ist wie Gravity, Moon, 2001, Mission to Mars, Red Planet, Alien (wegen der Technologiestugfe), Sunshine und Contact. Alle handeln in irgendeiner Form von einer Raumfahrt-Reise, die jenseits aktueller Möglichkeiten steht aber auch nicht komplett auf einer neuen Wundertechnologie wie dem Warp-Antrieb bei Star Trek basiert.
Natürlich gibt es in diesem Bereich einige Filme und die Nolan Hasser werden sicherlich auch einige davon besser finden als Interstellar, allein weil es offensichtlich nicht sein darf, dass ein Blockbuster tiefgang hat. Ich finde persönlich, dass Interstellar in der Gruppe der vergleichbaren Fileme sicherlich einer der besseren ist. Gravity soll auch richtig gut sein, habe ich aber leider noch nicht gesehen, deshalb kann ich leider nicht sagen, ob oder wie viel besser der ist.
Das akttuelle Nolan Bashing und andererseits das Nolan Verteidigen, finde ich persönlich sehr unproduktiv. Jeder hat ein recht auf seine persönliche Meinung und auf seinen persönlichen Geschmack. Ich persönlich finde es gut, wenn ich einen Blockbuster sehe, der mit einem gewissen Anspruch daher kommt. Dass der dann vielleicht im vergleich zu anderen Filmen doch nicht so anspruchsvoll ist, mag sein. Das macht ihn für mich dennoch besser als alle anspruchslosen Filme des selben Genres. Und ich würde mir echt mehr Popkornkino wünschen, über dass man nachher produktiv reden kann.
An solchem Diskutieren an der Sache hätte ich bei dem Film durchaus interesse. Auch die Liste von YY finde ich ziemlich faszinierend. Mich würde auch interessieren, warum denn da nicht genauer gearbeitet wurde.
Kommentare wie "der ist nicht so anspruchsvoll wie er sich gibt" haben für mich allerdings keinen Wert.
Evil Batwolf:
O.k., lass uns abseits von quantenphysikalischer Wirklichkeitstreue und handwerklicher Regisseurskunst über Inhalte reden.
Dazu mal zwei Sachen herausgegriffen:
1.
Da lassen die Macher des Films einen "Helden" durchs Bild laufen, der ohne mit der Wimper zu zucken seine zehnjährige Tochter und den wenig älteren Sohn - beides Halbwaisen, also ohnehin schon nicht mit der leichtesten Biographie ausgestattet - im Stich lässt, um weitab im Weltall über mehrere Jahrzehnte seinem Beruf des Piloten nachzugehen. Da ist aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mal so richtig an die Wand gefahren.
Und diese Koryphäe erzählt dann ihren Mitmimen und dem geneigten Zuschauer bis zum Erbrechen, wie wichtig Familie ist und das nur die Liebe zählt, blabla.
Das ist entweder strunzdumm oder übelst zynisch.
2.
Da entwerfen die Macher des Films eine fast unbewohnbare Erde, kritisieren aber mit keinem Wort die Entwicklung, die zu diesem Zustand führte, Stattdessen erzählt mir der Held, dass mit Erfindungsreichtum die Menschheit noch immer das Überleben gesichert hat. Zu dumm, dass den Jungs dann auch nicht mehr einfällt als eine achselzuckende Mietnomadenlösung der Marke "Komm', hier ist alles im Ar...., lasst uns abhauen (und die nächste Bude verhunzen?!?).
Das ist entweder strunzdumm oder übelst zynisch.
Ganz ehrlich, und wenn Nolan das Zelluloid persönlich erfunden hätte und der handwerklich beste Regisseur seit Eisenstein wäre: Wenn das Anspruch ist, dann guck' ich demnächst nur noch Schweinchen Dick.
Edit: Grammatik geflickt.
scrandy:
--- Zitat von: Evil Batwolf am 18.11.2014 | 19:44 ---Wenn das Anspruch ist, dann guck' ich demnächst nur noch Schweinchen Dick.
--- Ende Zitat ---
Ja exakt das ist Anspruch und zwar deswegen, weil du darüber nachdenkst und diese Diskussion überhaupt ansprichst. Als ich den Film gesehen habe, habe ich mir auch gedacht, dass es vermutlich einfacher sein dürfte die Probleme der Erde zu lösen als eine wirklich aufwendige Umsiedlung durchzuführen nur um dann möglicherweise neue Probleme auf dem nächsten Planeten zu lösen. Also ist das Philosophisch durchaus in Frage zu stellen. Aber ich habe ja auch nicht behauptet, dass Nolan die perfekte Botschaft darin verkauft. Es ist ja kein Lehrfilm.
Die Charaktere in ihrer jeweiligen Perspektive handeln jedoch exakt aus ihrer Perspektive heraus und konsequent. Der alte Wissenschaftler möchte seiner Tochter eine Zukunft schenken und schickt sie samt Genpool auf einen fremden Planeten. Der Pilot glaubt selbstverständlich an die Lösung durch technischen Fortschritt und versucht in seiner Rolle als Pilot etwas dazu beizutragen. Ob er jetzt ein guter Vater ist oder nicht, oder ob ich es selbst auch so tun würde, ist erstmal irrelevant. Der Charakter, so wie er angelegt ist, würde es so machen (oder es besteht zumindest die Chance, dass er so handeln würde).
Die viel interessantere Frage anstatt der Frage nach dem Anspruch des Films ist doch, was würden wir machen bzw. was denken wir über diese Themen. Ich denke, dass die Amerikaner so technologiegläubig und fortschrittsgläubig sind, dass sie tatsächlich nicht die Probleme zuhause lösen würden sondern tatsächlich nach der vermeintlich einfachen technischen Utopie suchen. Das sieht man durchaus auch an aktuellen Themen wie Fracking: Da wird auch das Problem der Ölknappheit durch eine technische Lösung verschoben ohne die Ursachen der Probleme wie Kraftstoffverbrauch der Autos mal anzugehen.
Somit hat der Film für mich den klaren Mehrwert eine Diskussion anzustoßen und nachdenklich zu machen. Ich würde das Anspruch nennen. Ich würde allerdings auch schon komplexere Plots und detaillierte Charaktergestaltung und -entwicklung anspruchsvoller nennen. Das der Film eine wertvolle Aussage oder Lehre hat oder Vorbildliche Personen oder Handlungsoptionen zeigt, hat niemand gesagt. Ich würde mich vermutlich nicht von meiner Familie trennen.
Talasha:
--- Zitat von: scrandy am 18.11.2014 | 16:53 ---
Natürlich gibt es in diesem Bereich einige Filme und die Nolan Hasser werden sicherlich auch einige davon besser finden als Interstellar, allein weil es offensichtlich nicht sein darf, dass ein Blockbuster tiefgang hat.
--- Ende Zitat ---
Tiefgang? Ja ne ist klar...
The Dark Knight rises ist schon interessant aber wenn Herr Nolan zuerst bei den Zuschauern das Gehirn anknippst und dann plötzlich solche Böcke schießt wie in Interstellar, sorry selbst schuld. Seine Batman-Reihe ist wirklich toll aber vor allem der dritte Teil hat halt ein paar Stellen an denen er einfach übelst Mist gebaut hat, bei einem Hinrtotblockbuster würde ich darüber hinweg sehen aber Herr Nolan hat mein Gehrin eingeschaltet also soll er auch aushalten was es so produziert.
Ich bilde mir zumindest ein eine stetige Verschlechterung bei Nolan zu beobachten, was ich ziemlich schade finde.
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