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Brainstorming: "Modernes" SF-Setting
Achamanian:
--- Zitat von: Waldviech am 16.08.2014 | 17:40 ---Aus Zeitmangel nur kurz: Was wäre, wenn man tatsächlich nach diesem Verfallsstadium ansetzt, wie Numenera das täte? Dann hätte man ehemals primitive Kulturen auf einem aufsteigenden Ast, die dank transhumaner Hinterlassenschaften mit Gerätschaften hantieren, die verblüffend hoch entwickelt sind. Man denke sich sowas wie den Steadfast, aber nochmal 500 Jahre weiter. Dank der (ich klau den Begriff einfach mal) immer besser verstandener "Numenera" fliegen einige "Primitive" nun auf Entdeckungstour durchs All. Den Gott und Konsorten würde ich drinlassen - das könnte u.a. einen ähnlichen Vibe haben wie z.b. die "Beeings of Light" aus Galactica. Der Vorteil, den ich dabei sehe, ist dass das meines Erachtens abgeschmackte Element von der "verdummenden Sci-Fi-Gesellschaft" alá Wh40K, Fading Suns, Dune etc.pp. vermieden wird und man von Hause aus eine positive Grundstimmung hätte.
--- Ende Zitat ---
Finde ich eine gute Idee! Dass ich den Zeithorizont zu klein gemacht habe, dachte ich auch schon bei nochmaligem Lesen; das würde das Setting dann doch sehr einschränken, viele Ideen (wie alexandros) wären dadurch unmöglich. Und ein positiver Grundvibe ist eigentlich auch besser. Eventuell müsste die transzendierte Intelligenz auch kein ganz so Setting-beherrschendes Element sein ...
Ach ja, und ich habe irgendwie auf dem Schlauch gestanden. Jetzt, wo der Begriff erwähnt wurde: Natürlich nennt man so was nicht Über-intelligenz oder Quanten-Netzwerk, sondern der Einfachheit halber die Singularität.
Achamanian:
--- Zitat von: alexandro am 16.08.2014 | 17:58 ---Der Mehrwert läge wohl in den Interaktionsmöglichkeiten. Bei nicht-menschlichen Aliens sind die praktisch nicht vorhanden: im wesentlichen lassen sich diese in "agressiv" (Invasoren/Parasiten), "defensiv" (primitive Kultur/Ureinwohner) und "apathisch" (Große Alte) einteilen - wenn es mehr Nuancen gibt (bzw. diese vom menschlichen Standpunkt aus unterscheidbar sind), dann sind sie für meinen Geschmack schon zu menschlich, als dass es noch glaubwürdig ist.
--- Ende Zitat ---
Da wäre ich wahrscheinlich ein bisschen "liberaler" und würde zugestehen, dass man mit den Aliens vielleicht nicht "reden" kann, aber doch irgendwie zweckgerichtet interagieren. Beispiel: Irgendwelche Wesen einer fremden Ökologie pflanzen sich in Form von Ablegern fort; dabei hinterlassen sie auch immer wieder abgestorbene Teile. Diese Teile sind für Menschen beispielsweise zum Einbau in Biotechnologie (als Informationsträger oder so) brauchbar. Durch Trial and Error haben findige Menschen herausgefunden, welche "Rituale" beachtet werden müssen, um diese abgestorbenen Teile einzusammeln. Vielleicht erregt man keine feindseligen Reaktionen der Aliens, wenn man die zu erntenden Teile vorher auf minus 80 Grad Celsius abkühlt ... ob diese "Rituale" wirklich etwas mit der Kultur der Aliens in einem menschlichen Sinne zu tun haben, ist erst mal dahingestellt. Abenteuer können sich aber beispielsweise schon darum drehen, sich ein Stückweit einen Reim auf solche Rätsel zu machen, um bessere Strategien des Umgangs zu finden. Die Aliens wären damit immer noch eher Umweltfaktoren als NSC, aber welche, denen man spekulativ Motiviationen zuschreiben kann.
Quaint:
Ich werfe mal ein etwas anderes Setting ins Rennen.
Ich würde dabei von der Menschheit jetzt ausgehen, die sich vielleicht 300 Jahre entwickelt hat. Ähnlich wie bei Eclipse Phase gabs eine Reihe von eher rasanten Entwicklungen bis hin zu einer Singularität ca. 2100 (+/-)
Im Zuge der Singularität kam die Menschheit auch an FTL-Technologie und macht jetzt die Milchstraße unsicher. Besonders beliebt sind dabei gewaltige Schiffe, die in fremden Sternensystemen gewaltige Bauvorhaben unternehmen, etwa um Infrastruktur zu schaffen und/oder Planeten zu terraformen. Wo die ganzen Leute um das zu besiedeln herkommen sollen ist fraglich, denn der klassische Erdenmensch ist recht konservativ und hält z.B. an einem individuellen, menschenähnlichen und biologischen Körper fest. Und bekommt in der modernen Luxusgesellschaft auch nicht so arg viele Kinder. Die Menschen die es schon gibt sind aber relativ unsterblich (Backups, Uploading, Downloading/Resleeving, Cortical Stack etc.)
Oft ist es dann auch so, dass diese gewaltigen Bau- und Bergbauschiffe nur wenig Besatzung haben und die meisten Leute halt da über FTL-Fernsteuerung arbeiten (wobei die entsprechenden Kommunikationgeräte zu groß für eine kompakte Anwendung sind, aber die mehrere km großen Schiffe haben halt eins und schleifen das Signal dann halt durch).
Neben dem konservativen Mainstream gibt es aber auch abgefahrenere Randgruppen, die teils auch in die Weite der Galaxie hinaus auswandern um ihre eigenen Gesellschaften zu Gründen. Ideen für solche Grüppchen bietet Transhuman Space und Eclipse Phase ja reichlich.
Und zwecks rollenspielerischer Praktikabilität würde ich evtl. noch Psi einbauen.
Ein entsprechendes Rollenspiel ohne die klassisch Posthumanen Themen wie Unsterblichkeit zu forcieren fände ich ehrlich gesagt auch etwas lahm. Sterbliche, auf einen einzigen Körper festgelegte Individuen kann ich schon oft genug spielen, auch in SciFi-Umgebung.
Und natürlich muss es Aliens geben. Die sollen ruhig fremdartiger als bei Star Trek sein, aber schon interaktionsfähig. So ein paar Klassiker hab ich da aber auch schon auf Lager (Kristall-Psi-Viecher beispielsweise, die einen langsamen Metabolismus haben und daher eine andere Zeitwahrnehmung und die normalerweise als Formationen großer spindelförmiger Kristalle im Weltraum leben; Teile von denen Beeinflussen die Stimmung von biologischen Gehirnen in der Umgebung, wenn man sie mit Mikrowellen stimuliert; werden dementsprechend auch als Droge gebraucht)
Achamanian:
Den Ansatz finde ich auch spannend, würde ich auch mitwerkeln. Wobei ich wirklich kein PSI-Fan bin ... aber vielleicht könnte man stattdessen die Godhead-Singularität in irgendeiner Form ja auch in so ein Setting rüberretten? Könnte ja eher so was am Rande sein ...
Was mir daran jedenfalls gefällt, ist der glaubwürdige Erdhintergrund (irgendwie noch recht "normal" lebende, aber quasi-unsterbliche Menschen. Erinnert mich an ein paar tolle Geschichten von David Marusek, die ich mal zusammen mit Kriegsklinge übersetzt habe: http://golkonda-verlag.de/cms/front_content.php?idcat=111&lang=1) gepaart mit der guten Erklärung dafür, dass es "Abenteurer"gibt. Eine etwas griffigere Core Story müsste aber noch her.
Das mit dem Körperwechsel finde ich wie gesagt einerseits interessant und andererseits ... problematisch. Vielleicht, wenn es mit einem Problembewusstsein dafür gepaart ist, dass die Kontinuität eines in einen neuen Sleeve/Morph gepackten Individuums höchst fragwürdig ist, sodass Leute nicht dauernd leichtfertig resleeven, sondern echt nur im Notfall.
Quaint:
Ich kann mir da mehrere Core Stories vorstellen.
Mal ein paar Beispiele
- die Gruppe besteht aus ein paar hundsnormalen (für das Setting) Leuten, die halt gemeinsam auf der Erde leben und sich immer mal was dazu verdienen zusätzlich zu ihrem utopisch-bedingungslosen Grundgehalt
Da müssen sie dann z.B. mal in Körper von der Stange schlüpfen um in ner leeren Millionenstadt auf nem neuen Planeten die Hausmeister zu spielen (Was ist mit den Leuten die das sonst gemacht haben? Nur der übliche Lagerkoller der in mörderischen Psychosen endete (und die Leute werden, ohne die Erinnerungen daran wiederverkörpert, noch zur Sicherheit therapiert?) ? Oder doch was abgefahreneres? )
Oder dann helfen sie mal bei der Algenernte im Unterseeozean des Titans mit, wo sie halt ferngesteuert irgendwelche Tauchroboter herumschubsen und boshafte Unterseepiraten wollen an die Ernte, wo sie aber doch nach Ernte bezahlt werden...
Und dazu dann so ein bissle Drama und Soap-Opera.
- die Gruppe besteht aus elitären Forschern und Kriegern, die die Grenzen des der Menschheit bekannten Raums erweitern. Dabei stoßen sie immer wieder in kleinen Raumschiffen weiter vor, und wenn sie halt nicht wiederkommen werden nach nem Jahr (oder wie lange für-tot-erklären halt dauert bei Vermissten) neu verkörpert von nem Backup
Sie können dabei natürlich auf abgefahrene Menschen treffen, die sich nicht mit dem Mainstream identifizieren, aber auch auf Aliens oder seltsame Phänomene
Sie sollten natürlich auch vor Spielbeginn schon paarmal verloren gegangen sein, vielleicht treffen sie sich ja mal selbst
- die Gruppe dient den Ordnungsmächten der geeinten Menschheit TM und geht gegen allerlei Verbrechen vor (gerade auch so Sachen, die man kann, aber halt in der Mainstreammenschheit nicht darf, wie sich selbst Vervielfältigen oder biologische Körper mit einem synthetischen, dienstbaren Bewußtsein ausstatten) - und abgesehen davon kann man da auch bissle Sachen machen wie z.B. bei almost human
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