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Fatepunkte innerweltlich erklärt?

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Draig-Athar:

--- Zitat von: Auribiel am 27.08.2014 | 13:13 ---Meine Vermutung wäre:
Da es Magie und Göttergunst gibt, sollten Herrscher entweder selbst Magier sein oder aber in der Götter Gunst stehen oder aber absolute Experten auf ihrem Gebiet sein (Meister-Diplomat/Meister-Verführer, der den Magier um den Finger wickeln kann etc.pp.).

Erklärung:
Ich empfinde es als recht unplausibel, dass innerhalb einer Fantasywelt sehr häufig "Normalos" auf dem Thron/an der Macht sitzen, die von jedem mit Fatepunkte ausgestatteten Magier in die Tasche gesteckt werden können.


--- Ende Zitat ---

Schau dir doch nur einmal an, wie viele "Pfeifen" in unserer Welt in der Vergangenheit auf dem Thron saßen! Manche von ihnen waren letztlich nur noch Marionetten der wirklichen Machtinhaber, manche wurden von mächtigeren gestürzt aber manche konnten sich (über Generationen) an der Macht halten. Andererseits gab es natürlich auch immer wieder kompetente Herrscher, die selbst beträchtliche Fähigkeiten hatten. Weshalb sollte das in einer Fantsy-Welt anders sein?

Shadom:
Ich halte die Prämisse nicht für zwingend richtig.

Wenn deine Magier nicht gerade mit einem Fingerschnippen 100 Mann töten können, dann funktioniert Herrschaft anders.

Von mir aus starten wir im Status quo, dass alle Herrscher Magier sind oder sonstwie übergeile Typen, die Magier reinlegen.

Nun kriegt ein mächtiger "Magierkönig" einen Sohn, den er heiß und innig lieb und zum Erben machen will. Leider ist der ein kompletter Normalo. Er ist nicht doof, aber weder ein Model noch ein Magier noch der Sieger von Turnieren. Einfach nur ein einfacher Mann halt.
Der Magierkönig hebt also eine große Armee aus in der die Soldaten auf Loyalität dem Reich gegenüber gedrillt werden. Zudem werden diplomatische Verbindungen geknüpft, die zusammenbrechen wenn es einen Bürgerkrieg geben würde. Ganz nebenbei sorgt er dafür, dass es seinen Untertanen nicht wahnsinnig schlecht geht.
Dann übernimmt sein Normalo Sohn das Ruder.
Er hat ein paar Magier unter seinem Befehl, die ihn sicher leicht töten könnten (wie auch jede seiner Leibwachen ganz nebenbei). Was würden die aber davon gewinnen? Die Soldaten würden die Usurpatoren vermutlich töten. Es würde vermutlich ein Krieg ausbrechen an dem sich vielleicht sogar Nachbarländer beteiligen. Das Volk würde den Magier vermutlich hassen und an der Macht halten könnte er sich auch nicht.
Außerdem müsste er den neuen Herrscher auch erstmal umbringen wollen... warum auch? Er hat ein sicheres Auskommen und in seinem Rang genügend Macht um auch so fast alles zu bekommen was er sich wünscht. Außerdem hat er vermutlich den Sohn aufwachsen sehen und hasst ihn nicht. Also macht er nichts.
Der Normalo bekommt noch einen Normalo Sohn usw. Früher oder später mischt sich Ideologie und Religion noch da rein weil es heißt, dass die Familie dazu bestimmt ist zu Herrschen.

Im Grunde ändert sich also nichts durch die Magie (vor allem dann wenn Magie usw. etwas erlerntes ist was sich jemand der im einfachen Volk geboren wurde nicht leisten kann).

Natürlich KANN man es so spielen wenn man das will. Aber es ist nicht notwendig und mechanisch auch nicht klug. Wenn ich jedem König Fatepunkte gebe, dann ist meine Welt von Main NPCs überlaufen. Und wenn jeder der keine Herrschaftsstellung hat im Umkehrschluss keine Fate Punkte hat, dann ist mein Pool an Main NPCs zudem noch langweilig homogen.

Achamanian:

--- Zitat von: Auribiel am 27.08.2014 | 13:13 ---Meine Vermutung wäre:
Da es Magie und Göttergunst gibt, sollten Herrscher entweder selbst Magier sein oder aber in der Götter Gunst stehen oder aber absolute Experten auf ihrem Gebiet sein (Meister-Diplomat/Meister-Verführer, der den Magier um den Finger wickeln kann etc.pp.).

Erklärung:
Ich empfinde es als recht unplausibel, dass innerhalb einer Fantasywelt sehr häufig "Normalos" auf dem Thron/an der Macht sitzen, die von jedem mit Fatepunkte ausgestatteten Magier in die Tasche gesteckt werden können.

--- Ende Zitat ---

Ich glaube, da liegt der Knackpunkt: Ich assoziere politische Macht nicht mit persönlicher "Kraft" in irgendeinem Sinne. Auch im "echten" Mittelalter saßen ja wohl kaum immer die besten Kämpfer, größten Gelehrten, schlauesten Taktiker und tatkräftigsten Helden auf dem Thron, sondern schlicht die, auf die sich die verschiedenen Fraktionen im politischen Poker irgendwie einigen konnten.

Deshalb sehe ich auch keinen Erklärungsbedarf - in einer FATE-Welt gibt es halt immer Individuen, die in verschiedenem Maße aus der Masse herausragen (was auch unserer Wahrnehmung der wirklichen Welt entspricht, wenn auch vielleicht nicht der Realität ...). Dafür, dass das so ist, braucht es in meinen Augen keine Erklärung, und es braucht auch keine Erklärung dafür, dass diese Individuen nicht überall an den Schaltstellen der Macht sitzen. Es stört mein Gefühl für die Kohärenz einer Fantasy-Welt deshalb kein bisschen, wenn die Kräuterhexe aus Hintertupfingen den König von Korondrar mit ihren Kräften bei einer direkten Konfrontation locker in die Tasche stecken könnte. Königin wäre sie dadurch noch lange nicht, und weil sie das weiß, konzentriert sie ihre Kräfte halt auf vielversprechendere Unterfangen.

Slayn:
@Auribiel:

Mal als Gegenpunkt: Wenn ein Magier oder Priester auf dem Thron sitzt, dann hat er immer eine geteilte Loyalität und kann nicht immer positiv für sein Land entscheiden (Magiergilde, Gott)
Zweitens: Hättest du in einem feudalen System tatsächlich gerne einen Absoluten Herrscher dessen Macht nicht absolut ist weil er jemanden anderen, immateriellen hörig ist?

Persönliche Macht verblasst immer im vergleich zu der macht die eine Position verleihen kann.

Bad Horse:
Alle Leute, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen und sie entscheidend beeinflussen, sollten Fatepunkte haben. Daher korrelliert "ich habe Macht" natürlich auch mit "ich habe Fatepunkte".

Wie sich der Mook von der Straße erklärt, dass mächtige Leute nun mal Macht haben und was reißen können? ...weil sie halt mächtige Leute sind, deswegen. Aber eigentlich ist es bei Fate völlig unwichtig, was Leute ohne Fatepunkte denken. Leute ohne Fatepunkte sind Staffage, Statisten, mobile Kulisse.

Die Statisten in Filmen oder in Theaterstücken fragen sich ja auch nicht, warum die Protagonisten so mächtig sind. Wenn sie damit anfangen, werden sie meistens selbst zu Protagonisten - und damit würden sie bei Fate eben auch Fatepunkte bekommen und selbst in den Mittelpunkt der Handlung rücken.

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