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Idee: sterbende Götter fallen vom Himmel
Waldviech:
--- Zitat ---Da wird die Welt durch tote Götter geschaffen:
Der Leib der Tiamat wird, nachdem sie erschlagen wurde, zum Ozean, ihre Haut über den Himmel gespannt, durch die immer wieder Wasserfluten tropfen können (-> Regen).
Aus den Knochen wird das feste Land geformt, ihr Schädel zu Bergen, aus den ausgestochenen Augen fließen Tigris und Euphrat.
--- Ende Zitat ---
Das wäre doch auch mal ein interessantes Konzept: Aus dem toten Gott entsteht irgendwo neben der "Welt", die grade schon existiert, ein neuer Kontinent und aus seinem Leichnam entwickeln sich neue Völker und kleinere, jüngere "Subgötter". Wenn man nun diesen neuen Kontinent bereist, wird man feststellen, dass die Umwelt dort noch ziemlich wandelbar ist, weil der Gott grade erst gestorben und die "neue Welt" grade erst am Entstehen ist.
Yerho:
Das fällt ein wenig mit meiner ersten Überlegung zusammen: Wenn Götter vom Himmel fallen, könnten sie so groß sein, dass ihr Aufprall an sich bereits Folgen hat. Erdbeben, Springfluten etc. sollten die Leute im ersten Moment so auf Trab halten, dass sie erst mit einiger Verzögerung darüber nachdenken können, dass das ihre Götter sind und was sie ohne diese machen sollen.
Ansonsten das, was Waldviech sagt. Ergänzt um Details wie zum Beispiel das sich Tiere, die vom Fleisch des toten Gottes essen, verändern; entweder werden daraus Monster oder intelligente Wesen. Letzteres wäre auch eine schöne Erklärung für mehrere intelligente Rassen in Fantasy-Settings, denn im Lebendzustand wollten die Götter eigentlich nur eine Spezies, die sich die Welt untertan macht.
Gleiches gilt übrigens auch für Menschen. Die werden zwar nicht unbedingt absichtlich an den Götter-Leichnamen knabbern wollen, außer sie haben einen Hau weg, aber womöglich schlägt ja auch so ein Gott etwas auswärts ein und verseucht mit seinem Blut das Trinkwasser. Pflanzen könnten darauf auch seltsam reagieren.
Holothuroid:
Die Idee gefällt mir. Aber auch wenn Leute einen anthropomorphen Gott aus Kannibalismus-Verdacht nicht essen, könnten Sie z.B. Werkzeuge aus ihm Herstellen. Eine Krone, in die göttliche Haare gepflochten sind? Eine Rüstung aus Götterknochen?
GustavGuns:
Ich finde die Idee auch sehr schön, will nur anmerken: Tiamat war ja mehr der Fall der Natur, die vom Menschen unterworfen und entgöttlicht wird - Marduk, Stadtgott Babylons, messert sie ab und wird danach Herrscher des Pantheons, aber: Marduk teilt Tiamat in Himmel und Erde als Akt der Dominanz und Entgöttlichung. Die "Geburt der Erde" ist also kein Unfall, sondern eine Kulturrevolution.
In diesem Fall gab's also vielleicht eher eine Revolution samt Königsmord im Pantheon, als ein Massensterben aller Götter? Vielleicht ist auch der Herrscher-Gott der Menschen gefallen und nun sitzt da ein Ork-Gott?
PS: Warum haben eigentlich so wenige Pantheons einen Gott der Königsmörder? ::)
Yerho:
--- Zitat von: GustavGuns am 1.11.2014 | 18:02 ---PS: Warum haben eigentlich so wenige Pantheons einen Gott der Königsmörder? ::)
--- Ende Zitat ---
Wieso, beim griechischen und analog beim römische Pantheon ist doch sogar der oberste Gott ein Königsmörder und Vatermörder obendrein. Kronos / Saturnus war während des goldenen Zeitalters der König der Titanen und Herr der Welt, sowie der Herr Papa von Zeus / Jupiter, der ihn in den Tartaros verbannte, was sinnbildlich der Tod ist. Das Ganze ist ein wenig kompliziert, weil das Todeskonzept der griechischen Mythologie von unserem abweicht, aber de facto hat er seinen Vater gegen dessen Willen ins Reich der Toten geschickt, ihn also nach heutiger Lesart ermordet.
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