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D&D5 - Smalltalk
La Cipolla:
Nachdem die Abwärtskompatibilität ja lange Zeit sehr ausgiebig mit grundlegend falschen Annahmen besprochen wurde, jetzt aber langsam die tatsächlichen Inhalte der neuen Bücher ans Licht kommen ... Ein paar Gedanken von mir:
- Beinah komplett kompatibel dürften wohl Abenteuer, Monster, Items und Zauber bleiben, was imho auch das wichtigste ist.
- Subklassen und andere klassen-nahe Regeln dürften sich an vielen Stellen reiben, zumindest wenn die Gruppe einen Wert auf Balance legt. Allerdings enthält das Grundbuch jetzt jeweils 4 Subklassen, was dieses Problem ordentlich reduziert. Wir benutzen bisher eh schon nur Xanathars Guide, und der wird dadurch praktisch überflüssig, also Daumen hoch.
- Ich vermute tatsächlich, dass nicht allzu viele neue "Regelbände" kommen werden. Das ist in 5e eh schon heruntergefahren, und diese Variante jetzt scheint noch mal eigenständiger zu sein. Mindestens einen dicken wird es aber sicherlich geben; viele Subklassen fehlen ja bspw. noch.
Insgesamt wirken die Bücher durchdachter, von dem was man so hört, und ehrlich gesagt in dem Sinne, den ich mir vor 10+ Jahren von der Edition gewünscht habe. Ich bleibe diesem Schritt gegenüber aber trotzdem skeptisch, weil er sich auf zwei bis drei Arten auswirken wird:
1. Für Casual Gamer und andere, die die Regeln eher so la-la nehmen, wird der Bruch wahrscheinlich kein praktisches Problem darstellen. Und da das inzwischen sicherlich ein großer Teil der Fans ist ... kluge Sache!
2. Für alle, die tiefer im System sind, IST das praktisch eine neue Edition. (Bei Shadowrun hätten sie mit derselben Menge an Änderungen drei Editionen gefüllt! ;D) Und dementsprechend wird es da auch wieder den ideologischen und praktischen Bruch geben, den es bei 3.5, Pathfinder und Co. gab.
3. Besonders spannend wird es wahrscheinlich im grauen Bereich dazwischen, also bspw. in Gruppen, die sehr unterschiedliche Bedürfnisse bedienen, oder in Con-Runden, oder bei Anfängern, die mit den "falschen Büchern" in ihrer neuen Gruppe auftauchen.
Das ist aber nur eine Vermutung! Ich bin sehr gespannt, wie wir den Schritt in 5-10 Jahren bewerten, wenn dann 6e vor der Tür steht.
Edit:
Okay, noch ein Pet Peeve von mir!
Warum ZUM FICK sind sowohl beim Fighter als auch der Rogue 2 von 4 Subklassen übernatürlich?! Das finde ich SCHRECKLICH, weil genau die beiden basic-ass unmagischen Klassen total wichtig für das Gefühl des Spiels und der Welt sind ... und sie so halt absolut eingeschränkt in ihrer Auswahl bleiben.
(Die Antwort ist natürlich klar: Weil diese magischen Subklassen sehr populär sind. Aber ich finde es trotzdem schrecklich. Wenigstens 1 zu 3 wäre toll gewesen, mir hätten bspw. Arcane Trickster und Psi Warrior gereicht.)
nobody@home:
--- Zitat von: La Cipolla am 21.06.2024 | 19:59 ---Edit:
Okay, noch ein Pet Peeve von mir!
Warum ZUM FICK sind sowohl beim Fighter als auch der Rogue 2 von 4 Subklassen übernatürlich?! Das finde ich SCHRECKLICH, weil genau die beiden basic-ass unmagischen Klassen total wichtig für das Gefühl des Spiels und der Welt sind ... und sie so halt absolut eingeschränkt in ihrer Auswahl bleiben.
(Die Antwort ist natürlich klar: Weil diese magischen Subklassen sehr populär sind. Aber ich finde es trotzdem schrecklich. Wenigstens 1 zu 3 wäre toll gewesen, mir hätten bspw. Arcane Trickster und Psi Warrior gereicht.)
--- Ende Zitat ---
Weil D&D halt für alles und noch drei Dinge mehr Magie zu brauchen glaubt; selbst in der 4. Edition, die sich ja noch mal mit zumindest etwas Anfangserfolg um Balance bemüht hat, waren am Ende die Nichtmagischen recht stark im Hintertreffen, weil keine neuen mehr nachkamen, während sich die Palette an mehr oder weniger übernatürlichen Klassen (und natürlich den üblichen magischen Gegenständen) zunehmend aufgebläht hat. Ich denke, die Auseinandersetzung zwischen Kämpfern und Zauberern ist an dieser Front einfach längst entschieden und die Zauberer haben gewonnen; wenn ich ein Spiel will, in dem Zauberer- und Nichtzauberer-Archetypen sich wenigstens von der reinen Anzahl her einigermaßen die Waage halten können, brauche ich ein anderes System, denn bei D&D wird sich das nicht mehr ändern.
La Cipolla:
Ich habe tatsächlich gar kein Problem mit der Existenz dieser Subklassen, oder mit dieser Balance, oder damit, dass D&D generell für betont magische Settings steht (zumindest auf Spielerseite) ... aber halt dieser weirdly aggressive Fokus im Grundregelwerk macht mich kirre. Ich glaube gerne, dass magische Klassen beliebter sind, aber wenn ich Richtung Rogue oder Fighter gehe, sollte ich eben gerade nicht 50% Magie vorfinden.
Der Witz ist halt: Im 5e Core war dieser Eindruck ganz anders, eben weil das GRW gar keine magische Subklasse für diese beiden hatte. Ich denke auch nicht, dass das eine konzeptuelle Entscheidung ist, eher eine Popularitätsentscheidung.
Ist aber wie gesagt mehr ein Pet Peeve als eine wirklich substantive Kritik. Die alten Subklassen sind schließlich auch noch im GRW, und tatsächlich hoffe und vermute ich, dass zumindest bei den Fighting Styles mehr Optionen ins GRW geschoben werden! Das differenziert den Fighter dann nämlich schon gehörig aus.
Bad_Data:
--- Zitat von: La Cipolla am 21.06.2024 | 21:39 ---Der Witz ist halt: Im 5e Core war dieser Eindruck ganz anders, eben weil das GRW gar keine magische Subklasse für diese beiden hatte. Ich denke auch nicht, dass das eine konzeptuelle Entscheidung ist, eher eine Popularitätsentscheidung.
--- Ende Zitat ---
Das ist nicht richtig. Sowohl der Eldritch Knight, als auch der Arcane Trickster stehen beide im GRW.
La Cipolla:
Stimmt! Das relativiert es ein bisschen, aber die Verhältnisse verschieben sich trotzdem, weil das Übernatürliche nicht mehr als Outlier wirkt und der "mundane" Teil dieser Klassen gar keinen substanziellen Zuwachs erhält.
Aber wie gesagt, ist eigentlich auch gar nicht als großes Diskussionsding gedacht gewesen! :D
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